EA Schongau verabschiedet sich mit Heimsieg in den Lock Down7:4-Erfolg gegen den ERV Schweinfurt

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Lediglich 50 Zuschauer waren erlaubt, so dass eigentlich nur Dauerkartenbesitzer Zutritt in Stadion bekamen und die bekamen einen unterhaltsamen Abend geboten. Neben dem bekannten Ausfall von Matthias Müller fehlten den Mammuts auch noch die Verteidiger Tobias Turner und Max Mewes, sowie die Angreifer Friedrich Weinfurtner, Simon Maucher und Willy Knebel. Dafür war überraschend der eigentlich angeschlagene Jeff Szwez dabei und machte eine sehr starke Partie.

Obwohl zahlreiche Spiele der Liga abgesagt wurden, wollten die Gäste trotz der der ewig langen Anfahrt die Partie durchführen. Wohl auch weil Neuzugang Dylan Hood erstmals dabei war, und dessen Anreise aus Kanada nicht ganz umsonst gewesen sein sollte. Zudem hatte der ERV mit einem Sechs-Punkte-Wochenende – 4:3-Sieg über Kempten und 2:0-Erfolg in Buchloe – gerade einen Lauf.

Bei der EA Schongau kamen alle anwesenden Spieler zum Einsatz und dennoch konnte man dem verstärkten Team der Mighty Dogs immer Paroli bieten. Nach offenen Schlagabtausch in den ersten Minuten war es die EAS, die erstmals etwas auf die Anzeigentafel brachte. Ein schönen Spielzug über Florian Seelmann und Jonas Lautenbacher versenkte Jeff Szwez zum  1:0 (15.). Und noch vor der Pause legte die EAS nach. Einen geradlinigen Angriff eingeleitet durch eine Pass aus der eigenen Zone vollendete Jakub Muzik herrlich freigespielt von Roman Tomanek zum 2:0 (19.).

Trotz dreier Unterzahlen hatte diese Führung auch noch zur Mitte des zweiten Abschnitts Bestand. Ungewöhnlich – aber wer weiß schon, wann wieder gespielt werden darf – durfte Daniel Blankenburg zur Spielmitte für den bislang fehlerlosen Lukas Müller zwischen die Pfosten. Allerdings erwischte „Blanki“  keinen guten Start, denn bei einem Gegenzug und einem geschickten Pass von Ex-DEL-Profi Mark Heatley konnte Tobias Schwab allein auf ihn zufahren und zum 2:1 abschließen (33.).  Doch gerade eine Minute später die passende Antwort der Mammuts. Mathias Schuster bediente mit einem langen Pass Jonas Lautenbacher, der trocken zum 3:1 in den Winkel traf (34.). Doch es blieb spannend – auch wenn das zweite Tor der Gäste eigentlich nicht gegeben werden durfte. Daniel Blankenburg hatte die Scheibe unter Kontrolle wurde aber im Torraum angegangen und die Scheibe dadurch über die Linie gedrückt. Ein Videobeweis wäre hier toll gewesen – so aber gaben die Schiedsrichter den Treffer.

Weiteren Unmut zogen sich die Unparteiischen zu, als in der 44. Minute ein hoher Stock gegen Roman Tomanek nicht geahndet wurde. Dessen Cut über der Braue wurde noch verarztet, da kam die EAS doch noch in Überzahl. Diese Strafe war schon fast abgelaufen da zeigte EAS-Verteidiger Mathias Schuster endlich mal wieder seine Stärke. Sein ansatzloser Handgelenkschuss schlug hinter ERV-Schlussmann Kevin Kessler zum 4:2 ein (47.). Allerdings gab der Treffer noch keine Sicherheit denn der Gegenzug ließ die Gäste wieder jubeln. Torschütze war Neuzugang  Dylan Hood (48.). Nach einem Check gegen den Oberschenkel fiel in der gleichen Spielminute auch noch EAS-Verteidiger Leo Zink verletzt aus. In der 54. Minute gerieten die Gäste erneut in Unterzahl, als ERV-Kanadier Nic Govig Schongaus Jeff Szwez kurz vor dem Tor von den Beinen holte.  Der ERV war bis zum heutigen Tage das Team der Liga mit dem besten Penalty Killing und die EAS ein Team mit Schwächen im Überzahlabschluss. Statistik ist das eine – Kevin Steiners schönes Überzahltor das andere! Kurz vor Ablauf der Strafe prüfte EAS-Kapitän Tobias Maier den Gästetorhüter, die Scheibe lag frei und Kevin Steiner reagierte schnell  – 5:3 (56.). Aber auch vier Minuten vor Spielende war das noch nicht die Entscheidung, denn wieder kamen die Gäste im Gegenzug zum Anschluss – über Hood und Heatly traf Tobias Schwab zum 5:4 (56.).

Wichtig, dass die EA Schongau heute nicht nervös wurde. Keine Minute später blockte die EAS im eigenen Drittel die Scheibe und zog vors Gästetor – ein perfekter Querpass und Kevin Steiner versenkte zum 6:4 in den offenen Kasten (57.). Die Strafe gegen Tobias Findl wenig später war die Chance für die Dogs im Spiel zu bleiben. So begannen sie die Überzahl gleich ohne Torhüter, dafür mit sechs Feldspielern. Und obwohl ERV-Trainer Kyle Piwowarczyk gleich seine Topspieler aufs Eis brachte, konnte sich die EAS mehrfach befreien, verfehlten mit Distanzschüssen dreimal die Entscheidung. Die fiel aber doch noch, als Tobias Maier im Drittel die Scheibe blockte, Roman Tomanek vors leere Tor ziehen konnte und selbstlos auf Jakub Muzik ablegte – 7:4 (59.).   

Der Sieg versüßte etwas den Abend, der nicht nur wegen des fast menschelenleeren Stadions  eine etwas seltsame Stimmung verströmte. So lag schon bei der Verabschiedung der Teams in die Kabine etwas von Abschied wie bei einem Saisonende.

Die nächsten Tage werden nur wenig Antworten und viele  Fragen bringen. Mit dem November fallen bei der EAS  mehr als 30 Punktspiele der Senioren und Nachwuchsabteilung aus. Die Lockdown-Zeit bringt nur Kosten bei fehlenden Einnahmen, für viele Vereine wird es jetzt heißen, diese Zeit finanziell zu überleben. Die EAS hofft zumindest auf ein positives Zeichen für ihre Nachwuchsteams, dass diese in dieser Spielzeit wieder trainieren und eventuell sogar noch spielen können, wobei Ergebnisse und Auf- oder Abstieg eindeutig zweitrangig sind. Die Bayernliga hingegen braucht zumindest einen neuen Modus. Allein der EAS fehlen mit den bisher ausgefallenen Partien bis Dezember elf der 28 Punktspiele der Vorrunde, anderen Teams der Liga teilweise noch mehr. 

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