Doppelte Bescherung für die Islanders EV Lindau

Doppelte Bescherung für die Islanders Doppelte Bescherung für die Islanders
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Dass die Partie zwischendurch auf des Messers Schneide stand, hatten die Lindauer in erster Linie sich selbst zuzuschreiben. In einem überlegen geführten ersten Drittel dominierten die Islanders spielerisch gegen einen allerdings kämpferisch 60 Minuten lang überzeugenden Gegner. Dabei half den Islanders der frühe Führungstreffer von Martin Sekera, der schon nach eineinhalb Minuten einen Querpass von Jiri Mikesz im Gästetor unterbrachte. Es dauerte danach sechs weitere Minuten ehe die Hausherren ihren Vorsprung ausbauten. Lubos Sekula traf mit einem knallharten Schlagschuss in den Winkel zum 2:0. Waren die „Ice Hogs“ zuvor schon nur sporadisch vor dem Lindauer Tor aufgetaucht, so waren sie danach fast durchweg in der Defensive beschäftigt, da sie zahlreiche Strafen kassierten. „Hier haben wir versäumt, das dritte Tor zu machen“, sagte EVL-Coach Sebastian Buchwieser.

Ein Versäumnis, das sich rächen sollte. Denn im zweiten Drittel kam der ECP auf. Topscorer Alain Sägesser scheiterte zwar gleich nach Wiederbeginn mit einem Break am stets aufmerksamen Beppi Mayer, nach 26 Minuten war die Partie aber wieder offen, als Markus Welz die Scheibe von der Seite ins Lindauer Tor hineinarbeitete. Auch das 3:1 in Überzahl nach einer halbe Stunde durch einen weiteren sehenswerten Schlagschuss von Sekula in den Winkel, brachte den Islanders die Sicherheit nicht zurück. Die Gäste eroberten sich mehr Spielanteile und münzten diese zurecht in Tore um. Dabei machten die Lindauer den ECP auch noch durch Strafen stark. So gelang den Oberbayern durch Altmeister David Vokaty in doppelter Überzahl nicht nur der Anschlusstreffer (34.), der Gäste- Kapitän sorgte auch für den Ausgleich zwei Minuten vor der Pause, als er im selben Stil wie Welz beim 2:1 erfolgreich war.

„Danach haben wir ganz schön gezittert, weil Pfaffenhofen ein richtig guter Gegner war. Aber unser Team hat sich mit großer Moral das Quäntchen Glück erarbeitet, das man benötigt, um solche Spiele zu gewinnen“, lobte EVL- Präsident Marc Hindelang.

Qualität war auch dabei, wie die von Beppi Mayer, der nach 43 Minuten mit einer tollen Parade einen Rückstand verhinderte – in einer zehnminütigen Phase in der Lubos Sekula wegen einer gebrochenen Kufe am Schlittschuh nicht spielen konnte. Und die Hartnäckigkeit der Islanders im gegnerischen Drittel. Im Forechecking eroberten sich die Lindauer den Puck, der quer zu Michal Mlynek gepasst wurde, der sofort abzog und zum 4:3 traf (47.). Ehe sich die Gäste davon erholen konnten, setzte der EVL sofort nach. Nur zwei Minuten später fand Zdenek Cech mit einem klugen Rückpass Mlynek am kurzen Pfosten erneut, der zum 5:3 nachlegte.

Damit fanden die Islanders auch ihre spielerische Sicherheit wieder und ließen den sich aufbäumenden Gegner nicht mehr zur Geltung kommen. Zwei Minuten vor dem Ende machte dann Rückkehrer Marco Miller alles klar. Er erzielte den Endstand nach einer sensationellen Vorarbeit von Sekera, der den Puck im Fallen behauptete und auf Knien rutschend, den Torschützen zum 6:3 perfekt freispielte. „Der Wille hat unterstrichen, wie sehr wir gewinnen wollten. Das war wichtig“, sagte Buchwieser. 

Einen negativen Touch gaben dem Abend lediglich dann lediglich ein paar unverbesserliche Anhänger des EC Pfaffenhofen, die nicht nur Toiletten in der Eissportarena Lindau verwüsteten, sondern kurz vor Spielende auch noch Pyrotechnik zündeten. „Natürlich kann man sagen, das sind dumme Kinder – was sachlich ja auch richtig ist. Aber es ist eben kein Kavaliersdelikt und deshalb wird die Sache polizeilich bearbeitet“, sagt Marc Hindelang. „Wir Vereine müssen hier zusammenhalten, damit asoziales Verhalten im Eishockey nicht alltäglich wird und solche Hirntoten zur Rechenschaft gezogen werden können. Sie beschädigen unseren Sport.“ Selbiges würde man auch nicht tolerieren, wenn es von Lindauer Seite ausgehen würde.

Mit dem Erfolg behaupteten die Islanders ihren vierten Tabellenplatz. Mehr als wichtig, denn am zweiten Weihnachtsfeiertag geht es für den EVL zum starken ESC Dorfen.


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