Disziplinierte Islanders schlagen Waldkraiburg mit 4:1EV Lindau

Disziplinierte Islanders schlagen Waldkraiburg mit 4:1Disziplinierte Islanders schlagen Waldkraiburg mit 4:1
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Bemerkenswertes passierte nicht nur während der 60 Minuten auf dem Eis, sondern auch danach. Schließlich kommt es nicht oft vor, dass ein Spieler auf der Pressekonferenz das Wort ergreift. „Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich bei den Fans und beim Verein für die Unterstützung zu bedanken“, sagte Zdenek Cech den erstaunten Zuhörern im voll besetzten „Eisstüble“. Danach führte der Stürmer aus, dass er nach Undiszipliniertheiten der Vergangenheit keine leichte Zeit hatte, sich aber jetzt dank eben jener Unterstützung auf dem richtigen Weg fühle. „Was war, tut mir leid. Das ist aber Vergangenheit und abgehakt.“ Passender hätte der gesamte Rahmen kaum sein können, schließlich hatte Cech zuvor eine Glanzleistung gegen eben jenen Verein abgeliefert, bei dem sein Vater Zdenek Senior zu den Klublegenden gehört. „Ich bin der erste, der allergisch reagiert, wenn einer wegen Disziplingeschichten dem Team schadet und sein Potential nicht abruft“, sagt EVL- Vorsitzender Marc Hindelang. „Aber jetzt muss man auch mal deutlich sagen, dass es großartig ist, wie Zdenek sich verhält und vor allem wie er spielt, obwohl er jedes Mal 60 Minuten lang extrem provoziert wird. Das sollten alle die mal bemerken, die ihn letzte Saison als unfairsten Spieler gebrandmarkt haben.“ Fakt ist: Der 27jährige hat nach neun Spielen erst eine Strafe kassiert – und die war auch noch fragwürdig. Die sportliche Bilanz: zwölf Tore, elf Vorlagen – achtbester Scorer der Liga.

Es ist dabei nicht nur das Zählbare des Lindauer Topscorers auf dem Spielbericht, sondern der Gesamtauftritt. „Er dominiert auf dem Eis und ist für den Gegner schwer greifbar“, sagt Team-Manager Sebastian Schwarzbart über den „neuen Cech“. Dabei geht es nicht nur um Kunst, sondern auch um harte Arbeit. Die war für die Islanders erst einmal angesagt. Schon nach einer Minute gerieten sie in Unterzahl und mussten sich dem frühen Ansturm der läuferisch und spielerisch sehr starken Gäste erwehren. Nach dem das gelang machten die Lindauer dann wieder das Beste aus ihrer Überzahl. Mit zwei Mann mehr auf dem Eis zogen sie in der achten Minute ein gekonntes Powerplay auf. Jiri Mikeszs Schuss konnte Waldkraiburgs Torhüter Patrick Vetter noch abwehren, den Abpraller schob Bernhard Leiprecht gedankenschnell zu Michal Mlynek, der zum 1:0 einschoss.

Danach sahen die 657 Zuschauer in der Eissportarena weiter ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Unnötig aus Sicht des EVL war der Ausgleich des EHC nur 51 Sekunden vor der Drittelpause. Nachdem die Islanders es versäumten, die Scheibe aus dem eigenen Drittel zu klären, konnte Timo Bormann flach zum 1:1 verwerten.

Das half den Gästen natürlich mehr als dem EVL. Die „Löwen“ kamen erneut stark aus der Kabine und drückten auf die Führung. „Wir waren in dieser Phase zu statisch“, sagte Schwarzbart. „Aber die Mannschaft hat das auch selbst gemerkt und schnell korrigiert.“ Eine Reife in der Spielanlage, die sich auszahlte. Hier ging Spielertrainer Martin Masak mit bestem Beispiel voran. Nachdem schon Timo Krohnfoth und Benjamin Arnold Druck auf die Gästeabwehr ausgeübt hatten, tankte sich der Verteidiger im Stile eines „Power Forward“ hinter dem gegnerischen Tor durch, erkämpfte sich die Scheibe, kurvte vor den Kasten von Vetter und überwand ihn per Flachschuss durch die Beine. 33 Minuten waren gespielt und es war der Treffer, der die Islanders auf die Siegerstraße brachte. Immer häufiger kamen sie zum Abschluss und hätten durchaus noch im zweiten Drittel das 3:1 machen können. Die beste Möglichkeit dazu hatte Lubos Sekula unmittelbar nach der Führung, aber sein knallharter Schlagschuss landete Krachend an der Latte. Ebenso verpasste Sascha Paul nach einem Abpraller den dritten Treffer.

Das holten die Islanders dann aber schnell nach. Nach nur 77 Sekunden im Schlussabschnitt erzielten die Lindauer das schönste Tor des Abends. Aus der eigenen Hälfte hatte Jiri Mikesz Michal Mlynek in den Lauf gepasst, der mit hohem Tempo ins gegnerische Drittel lief und quer zu Zdenek Cech passte. Alles wartete auf den direkten Abschluss von Cech, der diesen aber nur antäuschte und wieder zurück auf Mlynek legte, der nach diesem „Doppelpass“ nur noch ins leere Tor einzuschieben brauchte.

Nach diesem, von den Zuschauern begeistert gefeierten Tor, hatte der EVL die Begegnung im Griff, zumal von den Gästen außer Provokationen und Reklamationen nur noch wenig kam ,worauf sich die Lindauer aber nie einließen. Kurz nach dem 3:1 hatten sie noch die Chance, in Überzahl zum Anschluss zu kommen. Das verhinderte die gute Lindauer Defensive. Anschließend leistete sich Oleg Tokarev einen knallharten Check von hinten gegen Martini. In der anschließenden Überzahl war dann wieder Cech entscheidend am 4:1 beteiligt, der Leiprecht mustergültig bediente, so dass der Verteidiger mit einem satten Handgelenkschuss in den Winkel abschließen konnte (50.). „Es freut mich besonders für Bernhard. Er legt nach jedem Training Zusatzschichten beim Torschuss ein und ist dafür nun belohnt worden“, sagte Schwarzbart. Für den 24jährigen war es der dritte Saisontreffer. Danach erfüllte der Verteidiger wieder sein Kerngeschäft, wie überhaupt die Islanders defensiv sehr gut arbeiteten und nicht mehr in Gefahr gerieten. Während die Lindauer nun zum zehnten Mal in Folge punkteten, war es für den EHC das erste Saisonspiel ohne Zähler. Wichtig für die Islanders dabei: Sie vergrößerten den Vorsprung auf Platz neun zunächst einmal auf zehn Punkte.

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