Derbyniederlage gegen Füssen vor ausverkauftem Haus7:2 für den EVF

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Lange haben die Anhänger im Ostallgäu darauf gewartet, am Sonntag war es dann endlich soweit: Die Flößer empfingen den Lokalrivalen und Tabellenführer EV Füssen und das Lechparkstadion war erstmals seit 37 Jahren wieder ausverkauft. Bereits eine Stunde vor Spielbeginn waren die Tribünen gut gefüllt. Auch der immer wieder einsetzende Schneeschauer konnte der Atmosphäre in Lechbruck keinen Abbruch tun. Letztlich gewann der EVF das Bezirksliga-Spiel beim ERC Lechbruck mit 7:2 (3:0, 3:1, 1:1).

Der EV Füssen wurde von Beginn an seiner Favoritenrolle gerecht und überzeugte durch schnelles und dynamisches Kombinationsspiel. Der ERC hielt mit Kampf und nadelstichartigen Kontern dagegen. Der EVF machte dabei einen sehr konzentrierten Eindruck und versuchte das Heft in die Hand zu nehmen. Durch zwei Abwehrfehler in der Defensive des ERC konnte Füssen mit einem Doppelschlag in der fünften Minute mit 2:0 in Führung gehen. Das war ein Tiefschlag für die Flößer. Es benötigte einige Minuten bis die Truppe von ERC-Trainer Michael Völk den schnellen Rückstand verdaut hatte. Prompt als Lechbruck wieder zurück ins Spiel kam und einige gute Torchancen herausspielte, folgte der nächste Dämpfer mit 0:3 durch Marius Keller in der 16. Minute, womit es auch in die erste Drittelpause ging.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts zeigten sich die Lecher bissiger und kamen mit zwei Alleingängen gefährlich vor das Tor des starken Florian Glaswinkler im EVF-Gehäuse. Dieser blieb jedoch beide Male der Sieger. Auch aus der anschließenden kurzen Druckphase der Lecher ging Füssen schadlos hervor, denn anstatt dass dem ERC der durchaus verdiente Anschlusstreffer gelingen sollte, folgte durch zwei blitzsaubere Füssener Konter infolge eines abermaligen Doppelschlags in der 25. Minute der Knockout – 5:0 für den EVF. Eine bittere Pille für den ERC, aber die Blau-Weißen hielten weiter dagegen. In der 35. Minute erzielte dann Magnus Lang im Powerplay endlich den ersten Lechbrucker Treffer an diesem Abend und die ERC-Fans jubelten frenetisch. Lechbruck war daraufhin dem zweiten Treffer näher als die Füssener einem weiteren Tor, doch Andrej Naumann war das herzlich egal und netzte kurz vor der Pause zum 6:1 für den EV Füssen ein – wieder eine Unachtsamkeit in der Hintermannschaft des ERC.

Im dritten Drittel zeigten die Lecher Moral und Charakter. Ungeachtet des Spielstandes wollte man den zahlreichen Anhängern zeigen, dass man nicht zu Unrecht in der Spitzengruppe der Liga mitspielt. Der ERC nahm nun immer mehr das Heft in die Hand, auch deshalb weil der EVF nicht mehr so konzentriert wie zu Beginn des Spiels zu Werke ging. In der 48. Minute tobte noch einmal der Lechpark, den Michael Mössmer verkürzte auf Zuspiel von Fabian Schweiger auf 2:6 aus Lecher Sicht. Und wie immer in diesem Spiel dauerte es nicht lang und Füssen antwortete mit dem Treffer zum 2:7 eine Minute später. Chancen auf beiden Seiten waren genug vorhanden, doch es sollten in diesem denkwürdigen Derby keine weiteren Treffer mehr fallen.

Die Zuschauer erlebten ein ereignisreiches Derby über das man noch in vielen Jahren sprechen wird. Die Fans beider Lager verhielten sich vorbildlich und feierten ein gelungenes Eishockeyfest mit einer klasse Atmosphäre. Der EVF siegte am Ende verdient mit 7:2, doch der wahre Gewinner war an diesem Abend die Eishockeyregion Ostallgäu – denn wahre Liebe kennt keine Liga!

Tore: 0:1 (4:10) Manuel Vacca (Marius Keller), 0:2 (4:32) Marc Geber (Eric Nadeau, Florian Simon), 0:3 (15:07) Marius Keller 5-4, 0:4 (24:35) Florian Simon (Marc Geber, Eric Nadeau), 0:5 (24:54) Eric Nadeau (Florian Simon, Dennis Gröger), 1:5 (34:10) Magnus Lang 5-4, 1:6 (39:21) Andrej Naumann (Florian Simon, Dennis Gröger), 2:6 (47:33) Michael Mössmer (Fabian Schweiger) 5-4, 2:7 (48:19) Vincent Wiedemann (Marius Keller, Omar Rona). Strafen: Lechbruck 8, Füssen 12. Zuschauer: 800.

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