Da wird „Pfeffer“ drin seinECDC Memmingen

Da wird „Pfeffer“ drin seinDa wird „Pfeffer“ drin sein
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In der Tabelle können die Ostallgäuer als Vierter fünf Punkte mehr als die Memminger verbuchen, die derzeit auf Platz acht stehen. Mit einem Sieg würden die zuletzt deutlich verbesserten Indianer ihre geplante Aufholjagd in der Rückrunde fortsetzen. Zudem will man am Hühnerberg Revanche für die unnötige 3:4-Niederlage vor drei Wochen in Buchloe nehmen. Besonderen „Pfeffer“ erhält das Duell, weil der langjährige ECDC-Coach Jogi Koch seit dieser Woche Trainer beim ESV ist – und sein erstes offizielles Spiel ausgerechnet im „Wohnzimmer“ seines Ex-Vereins absolviert.

Auch ohne Knecht Ruprecht und Klausentreiben wird es am Nikolausabend am Memminger Hühnerberg rundgehen:  Indianer gegen Piraten, das ist ein seit Jahren gewachsenes Allgäu-Derby mit meist knappem Ausgang. Oft behielt dabei die Heimmannschaft die Oberhand – und so soll es nach dem Willen der Memminger auch am Freitag sein. In den beiden letzten Heimspielen wurde der Hühnerberg seinem Ruf als „Festung“ wieder eindrucksvoll gerecht: „Fans und Mannschaft haben bewiesen, weshalb am Hühnerberg kein Auswärtsteam gerne spielt und kaum ein Gegner gewinnt. Gemeinsam sind wir zuhause eine Macht“, ist man beim ECDC zuversichtlich. Die Mannschaft zeigt unter Cheftrainer Erwin Halusa zuletzt eine stark verbesserte Form, gewann drei der letzten vier Partien und bot auch beim knappen 0:2 in Lindau am vergangenen Sonntag eine gute Leistung. „Wir sind auf einem sehr guten Weg und wollen jetzt so schnell wie möglich da oben ran“, heißt es aus der Mannschaftskabine. Noch nicht vergessen ist die 3:4-Niederlage aus dem Hinspiel in Buchloe, als man einige Minuten „verpennte“ und plötzlich einem 0:3-Rückstand hinterherlief – der trotz vieler Chancen nicht mehr aufzuholen war. Diese Punkte sollen nun am Freitagabend  zurückgeholt werden. Beim Blick auf die Tabelle wird klar, weshalb das Derby gegen die Pirates besonders wichtig für die Gefro-Indians ist: Mit 27 Zähler haben die Gäste derzeit fünf Punkte Vorsprung auf die Rot-Weißen, die mit einem Sieg wieder voll dabei im Rennen um die Top-Plätze wären.

Einen Platz unter den ersten Fünf peilen jedoch auch die starken Gäste aus der Gennachstadt an. Im bisherigen Saisonverlauf wussten die Piraten durchaus zu überzeugen – etwas überraschend kam daher für Außenstehende die Trennung vom erst zu Saisonbeginn verpflichteten Trainer Rob Torgler vor wenigen Wochen. Der Kader des ESV weist in jedem Fall großes Potenzial auf. Im Tor steht mit Stefan Horneber ein Hochkaräter, der schon DEL-Erfahrung bei den Kölner Haien sammeln konnte. Die Abwehr wird angeführt vom erfahrenen Sven Curmann, der zuletzt verletzt war und interimsmäßig das Coaching an der Bande übernahm. Der 31-Jährige ist schon viele Jahre für Buchloe im Einsatz und zählt zu den punktbesten Abwehrspielern der Liga. Einen starken Neuzugang konnte man im Sommer mit Max Dropmann verpflichten, der aus der DEL2 vom ESV Kaufbeuren kam. Weitere starke Defender sind Mark Waldhausen und die beiden Routiniers Christopher Lerchner und Oliver Braun. Nicht ganz überraschend stellen die Pirates derzeit die torgefährlichste Mannschaft der Liga dar – stolze 71 Treffer gelangen bislang. Aktueller Topscorer ist Ex-Profi Daniel Huhn, dicht gefolgt von den bekannt gefährlichen Weigant-Zwillingen. Die Ausländerstelle belegt der kanadische Stürmer Justin Bernhardt, bereits NHL-Luft (!) schnupperte und auch in Buchloe verlässlich trifft. Mit Tobias Kastenmeier und Andreas Morhardt stehen weitere höherklassig erfahrene Stürmer im Kader.

Zusätzliche Brisanz verspricht das Derby natürlich durch die Verpflichtung von Jogi Koch als neuen Trainer der Pirates am vergangenen Wochenende. Zwei Monate nach seinem Aus bei den Indians kehrt der 54-Jährige damit an seine langjährige Wirkungsstätte zurück und trifft auf viele bekannte Gesichter. „Solche Geschichten schreibt nur der Sport“, schmunzelt man im Lager des ECDC – wo man sich aber dennoch ausschließlich auf das Spiel konzentrieren will. „Wir werden Jogi freundlich begrüßen – aber in den 60 Minuten auf dem Eis gibt es keine Sentimentalitäten. Da wird jeder Vollgas und alles für den Sieg geben“.

Weil zum brisanten Duell gegen die Pirates an die 1500 Besucher oder mehr erwartet werden, haben die Indians einen Sonder-Kartenvorverkauf am Donnerstag, 4. Dezember, von 18.30 bis 20 Uhr in der ECDC-Geschäftsstelle in der Memminger Eissporthalle ins Leben gerufen. Zudem öffnen die Abendkassen am Freitag bereits um 18.45 Uhr, also eineinviertel Stunden vor Spielbeginn. Zur Verpflegung der Zuschauer gibt es rund um das Spiel erstmalig in dieser Saison einen neuen, dritten Kiosk. Das ECDC-„Feuerwasser-Wigwam“ erwartet die Fans im Außenbereich hinter der Haupttribüne mit wärmendem Glühwein, Bier und alkoholfreien Getränken. Selbstverständlich gibt es dort auch Essen, zudem kann im Außenbereich geraucht werden. So soll eine Entlastung und kürzere Wartezeiten an den beiden Hauptkiosken in der Halle erreicht werden.


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