Black Bears verspielen Drei-Tore-FührungFreising stolpert sich zu zwei wichtigen Punkten

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Ein ganz großes Lob gebührt den Selbern, die wie in der gesamten Saison nur mit zwei Reihen spielen. Dennoch geben sie kein Spiel verloren, agieren dabei extrem fair, aber sehr zielgerichtet nach vorne. Selbst ein Rückstand von drei Toren nach dem zweiten Drittel lässt das junge Team nicht aufgeben und 90 Sekunden vor Schluss hatten sie gegen desolate Freisinger Bears tatsächlich den verdienten 7:7-Ausgleich geschafft. Bei Freising schleppen sich Spieler wie Manuel Kühnl und Martin Dürr, die seit Wochen gesundheitlich nicht fit sind, aber unbedingt für ihre Mannschaft den Klassenerhalt sichern wollen, aufs Eis und geben alles. Die beiden waren auch gegen Selb wieder bei den Besten. Andere Bears hingegen bewegen sich wie alte Hobby-Spieler, gehen jedem körperlichen Zweikampf aus dem Weg und ergeben sich Woche für Woche dem vermeintlichen Schicksal einer Niederlage. So hochkarätig wie in dieser Saison waren die Black Bears noch nie besetzt – vom Trainer bis zum letzten Spieler, und doch ergibt sich auch heuer wieder zum Ende der Saison das seit Jahren gleiche Bild einer Mannschaft, die nicht, wie eigentlich geplant, um den Aufstieg mitspielt, sondern mit viel Glück mal wieder den Abstieg verhindert.

Freising gegen Selb, das war von Anfang an ein Spiel aus den Niederungen der Abstiegsrunde. Nach dreieinhalb Minuten stand es 2:2, jeder Schuss aufs Tor war ein Treffer. Freising leicht überlegen legte danach durch Dennis Berndt und Marcus Mooseder nach tollem Solo und einem Strich ins Kreuzeck auf 4:2 nach. Dann tauschte Selb den Torwart und wurde mit herrlichem Kombinations-Hockey überlegener. Zur ersten Pause stand es 4:3. Das zweite Drittel war dann aus Freisinger Sicht ein gutes, der starke Christian Birk traf ebenfalls in den Winkel, Johannes Weyer erhöhte kurz vor der zweiten Sirene auf 6:3 – alles schien gelaufen.

Doch die Bears brachen nun vollkommen ein, nach vorne ging gar nichts mehr und vor dem Kasten von Johannes Sedlmeier ließ man die Selber ohne Gegenwehr kombinieren und schießen. Die nahmen die Einladung gerne an, nutzen die einzigen beiden Strafen der Gastgeber jeweils zu Toren und spielten sich in einen wahren Rausch. In der 47. Minute verkürzten sie auf 5:6, Johannes Weyer konnte bei einem der wenigen Freisinger Entlastungsangriffe noch ein Tor für die Bears erzielen, doch in der 59. Minute stand es 7:7. Selb hätte den Sieg wegen Freisinger Lethargie und Lustlosigkeit jetzt wirklich verdient gehabt. Die Verlängerung blieb torlos, allerdings verweigerten die Schiedsrichter den Freisingern einen klaren Penalty oder gleich ein technisches Tor: Dürr wurde auf dem Weg alleine zum Tor mit einem Stockschlag rüde von den Schlittschuhen geholt. So mussten Kühnl und Birk durch ihre Treffer beim abschließenden Penaltyschießen für die so wichtigen zwei Punkte gegen den Abstieg sorgen. Verdient waren die allerdings nicht.