4:5-Heimniederlage gegen clever agierende AmbergerNach drei Siegen

Ins Straucheln haben die Amberger die Gladiators gebracht. (Foto: Baumann/Gladiators)Ins Straucheln haben die Amberger die Gladiators gebracht. (Foto: Baumann/Gladiators)
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Das vierte Spiel innerhalb einer Woche haben die Erding Gladiators absolviert. Nach dem 6:3 in Vilshofen, dem 4:2 in Schweinfurt und dem 10:2 in Amberg gab es gestern Abend daheim gegen Amberg eine nicht einkalkulierte 4:5 (1:2, 1:2, 2:1)-Heimniederlage.

Die Partie begann furios. Schon nach einer Minute kratzte ein Erdinger Verteidiger bei einem Break von Daniel Krieger den Puck für die schon geschlagene Torhüterin Franziska Albl von der Linie. Und eine Minute später hatte ERSC-Keeper Oliver Engmann Glück bei einem Schlagschuss von Stefan Peipe. Dann verflachte das Spiel ein wenig, und plötzlich lagen die Amberger 2:0 vorne, nach Treffern von David Rybka (11.) und Krieger (12.) innerhalb von nur 71 Sekunden. Der Doppelschlag hinterließ kurzzeitig Spuren bei den Gladiators, aber dann brachte der Kapitän sein Team wieder auf Kurs. Sebastian Schwarz war mit einem verdeckten Schuss von der blauen Linie zum 1:2 erfolgreich (16.). Mit einem satten Schuss von Simon Pfeiffer an die Kreuzecklatte endete der erste Abschnitt.

Im zweiten Drittel machten die Gastgeber deutlich mehr Druck und erhöhten das Tempo, ein Torerfolg stellte sich allerdings zunächst nicht ein, denn Engmann hielt überragend. Nach einem vermeintlichen Stockstich gegen Schwarz, der nicht geahndet wurde, ging es etwas härter zur Sache. Als ein Erdinger auf der Strafbank saß, erhöhte Sebastian Aukofer auf 3:1 (31.). Und als dann Amberg mit einem locker herausgespielten Tor von Michael Augsberger das 4:1 nachlegte (35.), war Albls Arbeitstag beendet - für sie kam Louis Albrecht. Und nur zwei Minuten später verkürzte Peipe, nach toller Vorarbeit von Sebastian Lachner, auf 2:4.

Im Schlussdrittel warfen die Gladiators alles nach vorne, auch auf die Gefahr hin, in einen Konter zu laufen. In der 46. Minute war es Zimmermann, der in Überzahl auf 3:4 verkürzte. Niklas Stolz stellte zwar nach einem Konter den alten Abstand mit dem 5:3 wieder her (50.), doch verkürzte Zimmermann auf 4:5 (54.). In der Schlussphase wurde es dramatisch. Vor dem Amberger Tor spielten sich tumultartige Szenen ab, doch Engmann war nicht mehr zu bezwingen - trotz bester Erdinger Chancen.

Der Siegeszug der Erding Gladiators ist gestoppt. Das 4:5 gegen den ERSC Amberg bedeutete die erste Niederlage in der Landesliga-Zwischenrunde. Vier Spiele innerhalb einer Woche haben ihren Tribut gefordert.

Was sollte da schon schiefgehen? Am Freitag noch hatte die Truppe von Trainer Petr Vorisek in Amberg 10:2 gewonnen. „Hochmut kommt vor dem Fall“, konstatierte Ambergs Vorsitzender Mustafa Sugle in der Pressekonferenz nach dem Rückspiel. „Erding hat den zweiten Goalie drin, offenbar nehmen uns die nicht ernst“, habe er seiner Mannschaft vor der Partie gesagt. Sein Gegenüber Vorisek wollte dies so nicht stehen lassen. „Hätten wir mit dem zweiten Goalie gewonnen, wäre alles richtig gewesen“, knurrte er. Natürlich habe Franziska Albl nicht ihren besten Tag gehabt, aber das sei nicht der Grund für die Niederlage gewesen. Der sei in der Belastung der vergangenen Woche zu sehen, „denn wenn du mit so wenig Leuten so viele Spiele machst, dann ist halt irgendwann die Luft raus."

Am Sonntag davor begann die Auswärtsserie mit der Partie im Freiluftstadion in Vilshofen, die bereits mit einem dezimierten Kader 6:3 gewonnen wurde – nach 2:3-Rückstand. Der negative Höhepunkt war der Dienstag, als sich nur elf Feldspieler auf den Weg nach Schweinfurt machen konnten – und trotzdem 4:2 gewannen.

Dennis Berndt, Lorenz Dichtl, Tobias Fengler, Florian Remm, Axel Schütz, Michael Zollo verletzt, Timo Borrmann, Maxi Heilmaier, Christian Mitternacht, Stefan Peipe, Johannes Pfeiffer, Philipp Spindler krank, Alex Gantschnig, Christian Poetzel beruflich verhindert, lautete die personelle Bilanz. Einige kamen zwar am Freitag zurück, dafür fiel Ferdinand Zink mit Verletzung aus. Die Youngster Tim Berndt und Jonas Huber wurden in der U23 gebraucht, die am Mittwoch in Selb spielte, sowie zweimal gegen Aich – am Freitag und Sonntag.

14 Feldspieler setzten sich in Amberg 10:2 durch, wobei der Sieg letztlich deshalb so hoch ausfiel, weil die Oberpfälzer nach dem zweiten Drittel (2:5) resigniert hatten und Spieler schonten. Auch Torwart, Oliver Engmann, der zwei Tage später zum Matchwinner wurde. Erding konnte wiederum nur 14 Feldspieler aufbieten. Der Wille war zwar da, die Begegnung auch nach dem 1:4-Rückstand noch rumzureißen, aber kräftemäßig war die Mannschaft am Ende. „Ich habe schon vor dem Spiel in der Kabine gemerkt, dass die Jungs total platt sind“, meinte Vorisek. „Aber das ist Sport. Weiter geht’s.“

Nach vier Begegnungen in einer Woche stehen jetzt vier Spiele in zwei Wochen an – am kommenden Wochenende nur die Sonntagspartie in Bad Kissingen. So ist in dieser Woche viel Zeit für Regeneration, um Kräfte für den Endspurt in der Zwischenrunde und dann für die Playoffs zu sammeln. Denn noch eine Heimniederlage könnte fatale Folgen haben.

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