1230 Zuschauer bestaunen taktische MeisterleistungERV Schweinfurt

Alexander Funk spielt wieder für Schweinfurt. (Foto: Mighty Dogs)Alexander Funk spielt wieder für Schweinfurt. (Foto: Mighty Dogs)
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Selten sah man zwei Mannschaften derart konzentriert und auf die Einhaltung der taktischen Disziplin ausgerichtet zu Werke gehen. Die ersten fünf Minuten standen beide Mannschaften defensiv sehr stabil und keine von beiden machte auch nur den kleinsten Fehler. Das war für jeden Eishockey-Fan zum „Zungeschnalzen“. Und dann machten die Kissinger Wölfe aus ihrer ersten Gelegenheit in Überzahl ein glückliches Tor. Die Dogs brauchten nur kurz, um zurückzuschlagen. Fritz Geuder auf Zuspiel von Michele Amrhein sorgte nur zwei Minuten später für den Ausgleich und Georg Lang, der für den verletzten Maximilian Rabs in die zweite Reihe gerückt war, für den umjubelten und zu diesem Zeitpunkt verdienten Führungstreffer. Die Dogs agierten bis dahin auf Augenhöhe und das vorhandene Offensive-Potential der Wölfe hatten sie gut im Griff. Damit ging es in die erste Drittelpause.

Und auch das zweite Drittel begann nicht schlecht für den ERV. Man hatte zweimal die dicke Chance, das dann beruhigende 3:1 zu erzielen, eine bei einem Break durch Michele Amrhein bei eigener Unterzahl. Doch was dann geschah, ließ fragende Gesichter im Schweinfurter Lager zurück. War wie gesagt der Beginn des zweiten Drittels noch halbwegs okay, ging ab Mitte des Spiels nicht mehr viel. Man verlor die Ordnung, war nur noch damit beschäftigt seinem Gegenspieler hinterher zu laufen, konnte daher auch keinen Körper mehr spielen und somit kam, was kommen musste, wenn man solchen Könnern auf dem Eis zu viel Platz lässt. Die Wölfe drehten innerhalb von knapp sechs Minuten mit drei Treffern das Spiel. Jan Pantkovski, Alexander Berger und Mikhael Nemirovsky in Überzahl machten die Tore.

Die Dogs schienen jetzt merkwürdig gelähmt, man war meist einen Schritt zu langsam und die Laufbereitschaft war nicht auf dem Niveau, wie es gegen eine Spitzen-Mannschaft wie Bad Kissingen nötig ist. Hatte man erwartet, dass die Dogs nach dem relativ laufarmen ersten Drittel jetzt Gas geben würden, so sah man sich getäuscht. Ein Funke Hoffnung keimte erst im letzten Drittel wieder auf, als sich auf Kissinger Seite Alexander Andrusovich eine 5+Spieldauer-Strafe einfing. Doch auch diese fünfminütige Überzahlsituation konnte nicht zum Anschlusstreffer genutzt werden. Vielleicht war das der Unterschied an diesem Abend. Kissingen war acht Minuten in Überzahl und machte zwei Tore, die Dogs waren 13 Minuten in Überzahl und konnten in dieser Zeit keinen Treffer erzielen. Und auch die Gelegenheit bei Bully im gegnerischen Drittel den Torwart zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis zu nehmen, nutzte man nicht. Zu diesem Zeitpunkt war Timo Ludwig mit Schüttelfrost schon nicht mehr einsatzfähig. Und Jan Slivka hatte auch schon einiges einstecken müssen und konnte nur noch bedingt zu 100 Prozent gehen.

Die beste Nachricht des Abends war die Bekanntgabe der Rückkehr von Alex Funk zu den Dogs. Angesichts der Verletztenliste ist das auch bitter nötig, stehen jetzt doch auswärts in Passau und dann zu hause gegen Dingolfing weitere echte Brocken an. Die Mighty Dogs stehen nunmehr punktgleich mit den Kissinger Wölfen auf dem zweiten Tabellenplatz.

Tore: 0:1 (6:20) 0:1 Engel (Nemirovsky/5-4), 1:1 (8:32) 1:1 Geuder (Amrhein), 2:1 (12:11) Lang (Slivka), 2:2 (25:35) Pantkowski, 2:3 (29:37) Berger, 2:4 (31:41) Nemirovsky (Nikitins, Engel/5-4). Strafen: Schweinfurt 8, Bad Kissingen 13 + 10 (Dunlop) + 20 (Andrusovich). Zuschauer: 1230.


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