„Sudden Death“ beim Final-SpektakelEHC Eisbären Heilbronn

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Die Begegnung enthielt alles, was ein Play-off-Finalspiel enthalten kann, und die 1.644 Zuschauer bekamen einen unglaublich spannenden Eishockeyabend serviert, der ihnen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Kurz vor Spielbeginn sorgte die Sängerin Yvonne Luithlen mit der live vorgetragenen Nationalhymne für Gänsehaut-Atmosphäre in der Kolbenschmidt Arena, ehe der Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel das Finale mit dem symbolischen Anfangsbully eröffnete.

Der „OB“ war noch kaum vom Eis gegangen, da brandete bereits der erste Jubel durch das Stadion. Milan Liebsch nutzte nach 24 Sekunden eine Unachtsamkeit in der Gäste-Abwehr zum 1:0. Doch die Steelers ließen sich durch diesen frühen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen und nahmen das Heft recht schnell in die Hand. Mit drei Großchancen scheiterten sie jedoch am blendend aufgelegten Eisbären-Keeper Kevin Yeingst. Als dann Haiko Hirsch für die Steelers auf die Strafbank musste, fackelten die Eisbären nicht lange: Manuel Pfenning erhöhte in Überzahl auf Zuspiel von John Kraiss und Igor Filobok auf 2:0 (13. Minute).

Doch auch dieser Treffer gab dem Titelverteidiger nicht die nötige Sicherheit. Die Eisbären agierten über weiter Strecken nervös, man merkte ihnen den selbst auferlegten Druck an und die Gäste blieben weiterhin die bestimmende Mannschaft. Deren Angriffsbemühungen wurden dann in der 16. Minute erstmals von Erfolg gekrönt, als Marcel Neumann zum 2:1 abstaubte.

Im mittleren Spielabschnitt brauchte das Team von Trainer Kai Sellers nochmal rund fünf Minuten um sich endgültig von der Nervosität zu befreien und die Zügel in die Hand zu nehmen. Der Hauptrunden-Erste war nun das spielbestimmende Team, und John Kraiss konnte in der 27. Minute auf 3:1 erhöhen. Doch die Gäste blieben gefährlich, und erneut verkürzte Marcel Neumann in der 30. Minute auf 3:2.

89 Sekunden nach Wiederbeginn nutzte Marco Windisch ein Powerplay für die Steelers zum Ausgleich. Nun entwickelte sich ein Krimi, an dessen Dramaturgie sich selbst Altmeister Alfred Hitchcock die Zähne ausgebissen hätte. Das letzte Drittel hatte alles, nur die Tore fehlten. Je näher sich die Stadionuhr der 60:00 näherte, desto klarer wurde, dass das nächste Tor wohl entscheiden würde. Deshalb stockte den Zuschauern in der 57. Minute der Atem, als Bietigheims Marcel Göttfert auf dem Weg zum Tor von hinten gelegt wurde und die Schiedsrichter auf Penaltyschuss für Bietigheim entschieden. Der erst 17-jährige Youngster behielt die Nerven, verlud Kevin Yeingst und brachte die Gäste mit 3:4 in Führung.

Die Hausherren packten nun die Brechstange aus, und Milan Liebsch traf 1:44 Minuten vor dem Ende zum viel umjubelten 4:4-Ausgleich. Doch den Siegtreffer konnte man nicht mehr drauf packen, kassierte dafür aber unnötige Strafzeiten.

Die Verlängerung begann für die Eisbären in Unterzahl, die sie jedoch schadlos überstanden. Kaum war Milan Liebsch nach seiner Strafe wieder zurück auf dem Eis, ging es auch schon Schlag auf Schlag. Kapitän Felix Kollmar passte aus dem eigenen Drittel auf den rechts durchgestarteten Milan Liebsch, der die Scheibe maßgerecht in den Lauf des heranstürmenden Leontin Kreps legte, der wiederum seinem Gegenspieler enteilte und Goalie Häberle zum viel umjubelten Sudden-Death-Treffer zum 5:4 überwand (63.). Das Spiel war beendet, die Eisbären hatten gewonnen und der Jubel kannte keine Grenzen.

„Uns war klar, dass das eine sehr schwere Aufgabe werden würde“, gab ein erleichterter Kai Sellers nach dem Spiel zu Protokoll. „Aber dass es dann so ein verrücktes Spiel wird. Ich sah unsere Felle schon davon schwimmen, und dann haben die Jungs mit viel Herzblut noch den Ausgleich und den Siegtreffer geschafft. Diese Moral zeigt, wie brutal stark unser Team tatsächlich ist.“


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