Heilbronner Meisterstück auf Bietigheimer EisEHC Eisbären Heilbronn

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Doch bevor der Sieg unter Dach und Fach war, mussten die rund 400 mitgereisten Eisbären-Fans ein Wellenbad der Gefühle durchleben. Gerade im Anfangsdrittel ließen die Eisbären alles vermissen, was das Team in den letzten sechs Monaten ausgezeichnet hatte. Probleme beim Spielaufbau, Missverständnisse im eigenen Drittel und wenig Zug zum Tor – der Favorit wirkte gehemmt und verunsichert, was die jungen Steelers eiskalt nutzten. Andrej Kaufmann (6.) und Timo Heintz (11.) sorgten für das verdiente 2:0 für die Gastgeber.

Erinnerungen an das Vorjahr wurden wach, als man nach einem ähnlich schwachen Auftritt beim zweiten Finalspiel als Verlierer vom Eis musste. Doch dann sorgte Manuel Weibler in der 18. Minute doch noch für den überraschenden Anschlusstreffer zum 1:2 – genau der richtige Zeitpunkt, um Mut für das zweite Drittel zu schöpfen.

Dieses begann dann auch gleich mit einem Paukenschlag. Milan Liebsch setzte sich hinter dem gegnerischen Tor durch, passte auf Sven Breiter, und dieser knallte die Scheibe nach 78 Sekunden aus kurzer Distanz zum 2:2 in die Maschen. Die Eisbären agierten nun sicherer, blieben aber immer noch weit von ihrer Topform entfernt. Als Andrej Kaufmann die Steelers in der 32. Minute in Überzahl erneut in Führung gebracht hatte, fackelten die Eisbären diesmal gar nicht lange. Der Minutenzeiger hatte sich gerade einmal gedreht, als Kapitän Felix Kollmar mit einem Schlagschuss von der blauen Linie für den erneuten Ausgleich sorgte.

Im Schlussdrittel musste Eisbären-Coach Kai Sellers dann mit Marc Bruns auf einen seiner agilsten Stürmer verzichten. Der Nummer 14 der Eisbären war eine Kufe am Schlittschuh gebrochen – er musste die letzten 20 Minuten untätig von der Bande aus zuschauen. Für ihn rückte Haiko Hirsch in die erste Reihe zu Manuel Weibler und Axel Hackert – eine Maßnahme, die wenig später das Spiel entscheiden sollte.

Als die beiden Teams zum letzten Drittel aufs Eis gingen, war klar, dass das nächste Tor entscheiden würde. Dies wussten auch die Eisbären, die wie verwandelt aus der Kabine kamen und nun endgültig das Heft in die Hand nahmen. Nach 20 Sekunden hatte Haiko Hirsch schon die große Chance auf die erstmalige Führung, er scheiterte jedoch freistehend am Bietigheimer Keeper. Zehn Minuten vor dem Ende passte dann aber alles: Manuel Weibler passte auf Hirsch, dessen Schuss seinen Weg ins linke obere Toreck fand.

Nun galt es, diese 4:3-Führung zu verteidigen, was den Eisbären gegen die nun konditionell nachlassenden Steelers auch gut gelang. Für die endgültige Entscheidung sorgte 12 Sekunden vor dem Ende Sven Breiter, der zum 5:3 in das inzwischen leere Bietigheimer Tor traf.

Die Freude der Eisbären kannte nach dem Gewinn der Meisterschaft keine Grenzen. Die Feierlichkeiten begannen gleich nach der Schlusssirene auf dem Bietigheimer Eis und verlagerten sich dann in die Kabine, bevor am Abend dann in der Gartenlaube die Nacht zum Tage gemacht wurde.

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