Die Eisbären schlagen sich selbst4:5 gegen Zweibrücken

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In einem spannenden, aber alles andere als hochklassigen Spitzenspiel haben die Eisbären Heilbronn vor fast 800 Zuschauern gegen die Zweibrücken Hornets mit 4:5 (0:1, 2:1, 2:3) verloren und mussten damit die zweite Niederlage in Folge einstecken.

In den ersten zwanzig Minuten schienen die Hausherren nahtlos an die schwache Leistung der ersten beiden Drittel in Bietigheim anknüpfen zu wollen. Statt den Gegner mit durchdachtem Angriffsspiel in die Defensive zu drängen, machte man den gut forecheckenden Hornets durch Fehlpässe im Spielaufbau sowie durch oftmals wenig durchdachte Einzelaktionen das Leben einfach. Man merkte dem Team an, dass mit Manuel Pfenning (Urlaub) und John Kraiss (krank) die beiden Topscorer fehlten. Vor allem die ordnende Hand von Spielertrainer Pfenning wurde in der Anfangsphase, wie schon in Bietigheim, schmerzlich vermisst.

So kam, was kommen musste: Benedikt Peters traf in der 6. Minute zum 0:1 für Zweibrücken.

Doch im zweiten Drittel kämpften sich die Eisbären nach und nach zurück ins Spiel und versuchten das Kommando zu übernehmen. Als Igor Filobok in der 35. Minute in Überzahl der Ausgleichstreffer zum 1:1 gelang, wurden die Bemühungen endlich von Erfolg gekrönt. Obwohl Peters die Gäste zwei Minuten später erneut in Führung schoss, ließen sich die Eisbären nicht beeindrucken, und Patrick Luschenz glich noch vor der Pause zum 2:2 aus (39.).

Als Igor Filobok sein Team in der 47. Minute erstmals in Führung schoss, schienen die Eisbären den Gegner nun endgültig im Griff zu haben. Doch die Zweibrücken Hornets drehten das Spiel mit einem Doppelschlag durch Bernd Hartfelder (54.) und Benedikt Peters (55.) innerhalb von 39 Sekunden erneut. Doch die Eisbären zeigten wie schon in Bietigheim, dass die Moral in der Mannschaft stimmt. Statt die Köpfe hängen zu lassen, erzielte man schon sechs Sekunden (!) später den erneuten Ausgleich. Der blendend aufgelegte Leo Kreps, der an allen Eisbären-Toren beteiligt war und zurecht zum Spieler des Abends gewählt wurde, zog von halbrechts ab und traf zum umjubelten 4:4.

Dann folgte die letzte Minute. Coach Sascha Bernhardt nahm 51 Sekunden vor dem Ende eine Auszeit, um seinen Spielern vielleicht doch noch den Weg zum möglichen Sieg aufzuzeigen - und sieben Sekunden später war es um die Eisbären geschehen: Adam Klein stibitzte nicht nur seinem Gegner den Puck weg, sondern bugsierte ihn auch noch irgendwie an Goalie Kevin Yeingst vorbei ins Netz. Es stand 4:5 - die Eisbären hatten sich selbst geschlagen.

Zwei Niederlagen in Folge, das hatte es für die erfolgsverwöhnten Eisbären zuletzt im Oktober 2013 gegeben.

Dennoch gibt es durch diese beiden Niederlagen keinen Grund um die Chancen für die Playoffs schwinden zu sehen. Man hat gesehen, dass das Team auch bei einer schlechten Leistung in der Lage ist, ein verloren geglaubtes Spiel gegen einen potenziellen Playoff-Gegner noch zu drehen. In Bietigheim hatte man durch einen Kraftakt aus einem 1:3 ein 3:3 gemacht und nur in der Penalty-Lotterie verloren. Gegen Zweibrücken nun steckte man den Doppelschlag zum 3:4 weg und gleich postwendend aus. Mit etwas Glück hätte das Spiel in den letzten fünf Minuten auch in die andere Richtung kippen können.

Trotz der Niederlage behalten die Eisbären erstmal weiterhin die Tabellenführung. Das Spiel des Konkurrenten Fire Wings Schwenningen, das am Freitag parallel hätte stattfinden sollen, wurde vom Gegner Stuttgart Rebels kurzfristig wegen Spielermangel abgesagt. Damit warten sowohl die Eisbären als auch die Fire Wings auf eine Entscheidung des Verbandes zu den beiden von den Gegnern Freiburg und Stuttgart abgesagten Spielen.

Um die Situation um den ersten Platz der Hauptrunde noch vertrackter zu machen, herrscht auch noch Unklarheit über das am 5. Dezember abgesagte Spiel Freiburg gegen Schwenningen, das auf den 28. Februar verlegt wurde. Jedoch soll an diesem Tag schon die erste Playoff-Runde gespielt werden, so dass diese Begegnung vermutlich nicht mehr ausgetragen werden kann. Sollten sowohl die Eisbären (in Ravensburg) als auch die Fire Wings (in Eppelheim) ihre letzten Hauptrundenspiele gewinnen, wird die Entscheidung um die endgültigen Platzierungen für die Playoffs wohl am "grünen Tisch" entschieden.