Blaues Auge für den Favoriten im Play-off-DramaEHC Eisbären Heilbronn

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Doch nicht nur Trainer Kai Sellers, sondern die meisten der nur etwas mehr als 300 Zuschauer waren nach dem 6:5 (1:0, 1:3, 4:2)-Sieg der Eisbären mit den Nerven am Ende. Der Favorit wankte, aber er fiel nicht. Mit einer Energieleistung bogen die Hausherren in den letzten drei Minuten einen 3:5-Rückstand noch in ein 6:5 um.

Obwohl Igor Filobok schon nach 52 Sekunden zum 1:0 für sein Team traf, kam der große Favorit nicht richtig ins Spiel. Gästetrainer Alexander Rusch hatte seine junge Mannschaft optimal auf den Gegner eingestellt und hatte mit Jordi Buchholz einen überragenden Goalie im Tor stehen. Während die Gastgeber mit der Brechstange versuchten das Ravensburger Bollwerk zu knacken, verlegten sich die Gäste aufs Kontern und machten mit einem Doppelschlag in der 23. Minute durch Patrick Mayer und Dennis Retzer aus dem 1:0 ein 1:2. Schon zwei Minuten später nutzte abermals Igor Filobok einen groben Patzer in der Ravensburger Abwehr zum 2:2. Doch die Gäste zogen ihre Linie durch und gingen in der 38. Minute erneut durch Retzer mit 3:2 in Führung.

Nach knapp zwei Minuten im Schlussdrittel stolperte Axel Hackert, der vor dem Spiel als „Eisbären-Spieler der Saison“ ausgezeichnet worden war, die Scheibe irgendwie zum 3:3 ins Tor, doch EVR-Spielertrainer Alexander Rusch brachte die Gäste mit einem Glückstor – die Scheibe prallte vom Schlittschuh von Sven Breiter ab und rutschte über die Linie – erneut in Führung. Als in der 55. Minute Philipp Heckenberger einen Ravensburger Konter zum 3:5 abschloss, schien die Partie für die Eisbären verloren.

Als dann auch noch Goalie Tobias Amon nach einem Schuss an den Hals regungslos auf dem Eis liegen blieb, war die Stimmung am Tiefpunkt. Doch es war genau diese Verletzungspause, die die Wende brachte. Während Amon von den Sanitätern behandelt und wieder aufgepäppelt wurde, konnten sich die Eisbären an der Spielerbank nochmal besprechen – eine Initialzündung für das Team!

Kaum war Tobias Amon wieder einsatzfähig und das Spiel ging weiter, hämmerte Axel Hackert 2:53 Minuten vor dem Ende von der blauen Linie die Scheibe zum 4:5 in die Maschen. Die Eisbären witterten Morgenluft, und das Spiel entwickelte eine selten in dieser Form gesehene Eigendynamik. Als die Uhr noch 1:15 verbleibende Spielzeit anzeigte, schaffte es Sven Breiter irgendwie, die Scheibe unter dem am Boden liegenden Buchholz hindurch zum 5:5 über die Linie zu stochern.

Nach einem vergebenen Konter der Gäste in der Schlussminute schlugen die Eisbären diese mit deren eigenen Waffen. Axel Hackert bediente bei einem schnellen Konter seinen freistehenden Nebenmann Igor Filobok, der keine Mühe hatte, 43 Sekunden vor dem Ende mit seinem dritten Tor den viel umjubelten Siegtreffer zum 6:5 zu erzielen.

„Das ist Play-off-Eishockey, da gelten einfach andere Gesetze“, sagte Axel Hackert, der an fünf der sechs Tore beteiligt war, nach dem Spiel. Auch Trainer Kai Sellers hatte wenig später wieder seine Sprache gefunden: „Ich bin überglücklich und dankbar, dass die Jungs das Spiel noch drehen konnten. Ich denke, das war für uns heute ein guter Warnschuss zur rechten Zeit. Am Ende zählt nur der Sieg und dass wir jetzt zwei Chancen haben, um mit einem weiteren Sieg ins Halbfinale einzuziehen.“


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