Zum Jubiläum ganz nach oben?Vorschau der NLA-Saison 2015/16 – Teil 3

Der HC Lugano wird in dieser Saison 75 Jahre alt. Schafft der Club mal wieder den Sprung nach ganz oben? (Foto: Imago)Der HC Lugano wird in dieser Saison 75 Jahre alt. Schafft der Club mal wieder den Sprung nach ganz oben? (Foto: Imago)
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Im dritten und letzten Teil der Vorstellung der NLA-Mannschaften für die Saison 2015/16 beschäftigen wir uns mit dem HC Lausanne, dem HC Lugano, dem Zürcher SC und dem EV Zug.

HC Lausanne

Der vierte Schweizer Klub, in dem französisch gesprochen wird, ist der HC Lausanne. Der NLB-Meister von 2013, nunmehr im dritten Jahr im Oberhaus, möchte nach dem überraschenden achten Platz in der Debütsaison und dem guten siebten Platz im letzten Jahr sich nun weiter verbessern und strebt möglichst einen Platz zwischen drei und sechs an. Ob der dänische Headcoach Heinz Ehlers mit seiner Equipe den Traum realisieren kann, werden wir nun analysieren.

Tor: Auch in Lausanne steht eine Legende für Qualität. Der französische Nationalkeeper Christophe Huet, mittlerweile 40-jährig, ist seit 1999 in jedem Klub die Nummer 1 gewesen, egal, in welcher Liga diese Teams antraten (Frankreich, NHL, AHL, DEL). Da kann sein Backup Pascal Caminada nur ehrfürchtig den Hut ziehen und hoffen, auch einmal eine Eiszeit zu erhalten. Immerhin spielte Caminada in der letzten Saison 15 Mal und erreichte einen Gegentorschnitt von 2,73. Auf dieser Position ist Lausanne also top.

Verteidigung: Zehn Schweizer stehen in der Defensive, zwei haben einen weiteren ausländischen Pass. Trotz des Fehlens eines internationalen Top-Verteidigers ist die Lausanner Verteidigung seit zwei Jahren nationale Spitze. Herausragende Akteure sind John Gobbi (792 NLA-Spiele), Larri Leeger (220 NLA-Spiele und über 300x NLB) sowie Philippe Rytz (530 NLA-Spiele). Wie gut eingespielt die Verteidigung schon ist, zeigte sich in den Vorbereitungsspielen, in denen es nie mehr als drei Gegentore gab trotz Gegnern wie HC Pardubice (Tschechien), Ilves Tampere (Finnland) und Banska-Bystrica (Slowakei).

Sturm: Die Flaute der letzten Jahre soll endlich abgelegt werden. Im ersten Jahr 104 Tore, im zweiten 105. Das ist deutlich zu wenig und somit wurde das Augenmerk bei Verpflichtungen auf die Offensive gelegt. Da wurde dann doch auf internationale Top-Akteure geachtet. Besonders die skandinavische Anleihe sticht beim HCL. Top sind die drei Finnen Juha-Pekka Hytönen, Ossi Louhivaara und Harri Pesonen. Dazu kommen die beiden Schweden Daniel Bang und Nicklas Danielsson. Auch zwei Amerikaner mit Schweizer Pass befinden sich im Aufgebot: Simon Fischer und Eric Walsky. Die Schweizer Fraktion wird angeführt von Gaetan Augsburger, Thomas Deruns, Alain Mievielle und Caryl Neuenschwander. Wenn die Ausländer einschlagen, dann sollte es einen neuen Torrekord für Lausanne in der NLA geben.

Tipp: Der HC Lausanne hat einen starken Kader zusammen. Wenn es keinen Fehlstart gibt, dann ist zwischen Platz vier und acht alles möglich.

HC Lugano

Im Tessin sind sie sich einig. Der letzte Titelgewinn stammt aus dem Jahr 2006 und da der Verein in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feiert, wäre es natürlich toll, wenn man den Größen der Liga ein Schnippchen schlägt und die Meister-Trophäe nach Lugano holen würde. Allerdings muss Headcoach Patrick Fischer ganz schön Gas geben für dieses Ziel und die Vorbereitungsergebnisse ergeben nicht gerade einen Grund, besonders optimistisch zu sein.

Tor: Erster Keeper wird wohl Daniel Manzato sein. Der gebürtige Fribourger stand in den letzten drei Jahren jeweils 29 Mal in der Vorrunde auf dem Eis, erspielte sich einen Gegentorschnitt von 2,40. Sein Konkurrent ist der Lette Elvis Merzlikins, in den beiden letzten Jahren je 22 Mak für Lugano im Einsatz. Eine echte Nummer 1 gibt es somit nicht, aber vielleicht ist der ständige Konkurrenzkampf ja auch ein leistungssteigerndes Mittel.

Verteidigung: Die Abwehr ließ in seiner Stärke in der letzten Saison gegenüber dem Vorjahr etwas nach. 127 Gegentore zu 114. Allerdings war dieser Wert immer noch deutlich besser als in den Jahren davor, als er mehrfach die 150 erreichte. Wichtigster Akteur ist der Team-Captain Steve Hirschi (649 NLA-Spiele). Neben ihm agiert Mr. Lugano, Julien Vauclair (723 Spiele).  Seit seiner Rückkehr aus Binghamton (AHL) und einem Einsatz für Ottawa (NHL) ist Vauclair nur für Lugano angetreten. Auch Philippe Furrer ist eine Bank beim HCL. Größter Akteur und gleichzeitig der Jüngste ist Colin Fontana. Erst 18-jährig, aber bereits 2,01 Meter groß, soll er seine ersten Einsätze in dieser Saison in Lugano bestreiten.

Sturm: Auch Lugano steht für ausländische Power, in diesem Fall aus Schweden kommend. Linus Klasen, Tony Martensson und Fredrik Pettersson sind die Leader aus dem Norden. Ein weiterer Nordländer, der Finne Ilari Fillipula ist mehr der Assistgeber und kreative Vorbereiter. Interessant auch, dass zwei weitere Ausländer nicht aus einem der stärkeren Länder kommen, sondern vom Nachbarn Italien. Diego Kostner, erst 23-jährig, trotzdem bereits 180 NLA-Spiele auf dem Buckel und 30-facher Nationalspieler sowie Giovanni Morini. Letzterer ist italienischer U20-Nationalspieler und überzeugte auch in der U20-Formation von Lugano. Nun soll er sein Können gleich in der ersten Liga beweisen. Auch der Sturm ist mit starken Schweizer Spielern besetzt. Da wären Alessio Bertaggia, Gregory Hofmann (aus Davos verpflichtet), Sebastien Reuille sowie Raffaele Sannitz (620 Spiele; 225 Scorerpunkte).

Tipp: Die Mischung machts. Lugano kann eine Überraschung schaffen. Hockeyweb ist mal mutig und tippt zwischen Platz drei und sieben.

Zürcher SC Lions

Der Zürcher SC kennt als Top-Team der Schweiz und erster europäischer Weltpokalsieger nur ein Ziel: Die Meisterschaft. Die letztjährige Pleite gegen Davos wurmt doch sehr und nun soll Trainer Marc Crawford endlich wieder den Titel an den Zürichsee bringen.

Tor: Der jüngere ist die Nummer 1. Lukas Flüeler, seit fünf Jahren auf diesem Posten wird auch in der kommenden Saison die eindeutige Nummer 1 sein. Sein Backup Urban Leimbacher wird sich vermutlich seine Spielpraxis beim Verleih mit dem Zweitligapartner Grasshoppers Küsnacht Lions holen. Hier könnte es zu einem Problem kommen, denn wenn sich Flüeler verletzt, sieht es mau aus auf der wichtigsten Position.

Verteidigung: Der Kanadier Marc-Andre Bergeron ist und bleibt weiterhin der Leitwolf und der verlängerte Arm seines Trainers. Ihm zur Seite stehen mit Patrick Geering (388 NLA-Spiele), Severin Blindenbacher (666 NLA-Spiele) und natürlich Team-Captain Mathias Seeger (1016 NLA-Spiele!). Auch zwei Brüder sind nun nach langer Zeit erstmals beim ZSC wieder aktiv. Der jüngere Bruder von Sturmtank Chris Baltisberger, Phil, hat nach zwei Jahren bei Guelph (OHL) nun in Zürich unterschrieben.

Sturm: Hier kann Coach Crawford auf eingespielte Linien zurückgreifen. Ein Vorteil, den er sicherlich zu schätzen weiß. Wichtigster Stürmer ist Robert Nilsson. Der Schwede hat die Welt schon kennengelernt (NHL, KHL, AHL, VHL) und ist der Denker und Lenker des ZSC-Spieles. Ein weiterer wichtiger Akteur ist Dan Fritsche. Der exzellente Zwei-Wege-Spieler bestritt in der letzten Saison seine beiden ersten Länderspiele für sein neues Heimatland. Auch nicht zu übersehen ist Ryan Shannon. Der US-Boy scorte in den letzten drei Jahren regelmäßig über 30 Mal und zeigte seine Wichtigkeit im ZSC-System deutlich. Aber auch die Schweizer Fraktion ist nicht zu verachten: Chris Baltisberger, Patrick Bärtschi, Luca Conti, Denis Malgin, Reto Schäppi, Roman Wick und Morris Trachsler haben internationale Klasse und sind immer für Scorerpunkte gut. Wie üblich geben die Zürcher auch dem Nachwuchs eine Chance. Etwas exotisch ist dabei Austin Matthews. Der junge Mann wurde in Arizona geboren, überzeugte im US-U18-Nationalteam und versucht sich nun in Zürich. Er ist Amerikaner und besitzt zudem einen mexikanischen Pass.

EV Zug

Auch die Innerschweizer würden sich gerne mal wieder mit einem Titel schmücken. Der letzte stammt aus dem Jahr 1998 und seitdem war meistens im Halbfinale Schluss. Nun soll es unser Alt-Internationaler Harold Kreis richten.

Tor: Die Nummer 1 wird Tobias Stephan sein. Im letzten Jahr war er 50x für Zug in der Vorrunde im Einsatz, danach waren die Kräfte und die Konzentration verschwunden und in den Play-offs lag der Gegentorschnitt bei mittelmäßigen 3,24. Daher gut möglich, dass sein Back-up Noel Bader, ein 19-jähriges Talent aus der eigenen Jugend, durchaus mehr Spielpraxis erhalten wird als man jetzt glauben kann.

Verteidigung: Die Defensive präsentiert sich, im Gegensatz zu einigen Konkurrenten, durchaus international. Führungsspieler ist vermutlich der Schwede Daniel Sondell, der aber auch kreativer Aufbauer und Assistgeber fungiert. Ganz im Gegensatz zum Finnen Santeri Alatalo. Dieser liebt das physische Spiel und räumt gerne vor seinen Keepern auf. Scorerpunkte sind daher nicht so sein Ding. Weitere wichtige Akteure sind Yannick Blaser, Robin Grossmann, Tim Ranholt und Dominik Schlumpf.

Sturm: Auch Zug setzt auf die skandinavische Karte. Neuer absoluter Leader soll der Finne Jarkko Immonen sein. Er kam aus Nizhny Novgorod (KHL), war zuvor in Kazan (KHL) sowie bei den New York Rangers (NHL) und den Hartford Wolf Pack (AHL) tätig. Mit der Verpflichtung Immonens bekommt der bisherige Topmann Pierre-Marc Bouchard wichtige Unterstützung. Bouchard, vor wenigen Jahren noch in Minnesota (NHL) aktiv, schlug gleich groß in Zug ein und sollte in diesem Jahr für noch mehr Torgefahr sorgen. Ein weiterer Franko-Kanadier ist der Neuzugang aus Rapperswil, Nicolas Thibaudeau. Der 24-Jährige kam beim letztjährigen Absteiger nie so richtig zum Zuge und sollte in diesem Jahr bei einem deutlich stärkeren Team aufblühen. Nicht mehr aufblühen müssen dagegen die routinierten einheimischen Spieler, die seit vielen Jahren in Zug tätig sind. In erster Linie kann man hier auf den Kapitän Fabian Schnyder blicken. Seit vier Jahren ist das frühere Eigengewächs nun schon Kapitän, kann, noch nicht 30jährig, auf 632 Spiele zurückblicken. Wie Schnyder besitzt auch Dario Bürgler einen Vertrag bis 2018. Absoluter Leistungsträger ist immer noch der 37jährige Josh Holden. 524 Spiele und 537 Punkte sprechen eine deutliche Sprache. Den noch am längsten laufenden Vertrag besitzt Reto Suri. Bis 2019 ist er an Zug gebunden. Mit 210 Punkten aus 398 Spielen gilt er als gesetzt für die erste oder zweite Reihe.

Tipp: Zug besitzt immer noch genug Power, um oben mitzuspielen. Möglich wäre eine Platzierung zwischen drei und sieben.

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