Winterolympia ohne Männer-Eishockey? Das Internationale Olympische Komitee (IOC) soll das Format für Peking 2022 überprüfen

Rene Fasel und Gary Bettman. (picture alliance/AP Photo)Rene Fasel und Gary Bettman. (picture alliance/AP Photo)
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Kommen die NHL-Stars zu Olympia? Diese Frage dominierte monatelang die Diskussionen vor dem Eishockeyturnier in Pyeongchang. In Südkorea waren sie erstmals seit 1998 nicht mehr dabei. Trotz erheblicher finanzieller Zusagen des Weltverbandes IIHF und des IOC hatte sich die nordamerikanische Profiliga nicht durchringen können, die Saison erneut für die Winterspiele zu unterbrechen. Der Markt in Südkorea galt als unattraktiv für die Liga, zudem fürchten die Teambesitzer finanzielle Einbußen durch eine mehrwöchige Pause. IIHF-Chef René Fasel hat dem IOC nun vier Möglichkeiten unterbreitet, dass Eishockey der Männer bei den Winterspielen 2022 in Peking dabei ist. Dies schreibt TSN- und NBC-Kommentator Gord Miller via Twitter nach einer Podiumsdiskussion mit Fasel beim Hlinka Gretzky Cup in Edmonton.

Gord Miller on Twitter

Hosted a panel discussion in Edmonton today with @IIHFHockey president Dr. Rene Fasel. He told the IOC there are 4 options for hockey in the next Olympics: 1. Go with NHL players 2. Use the same player pool as 2018 3. Use under 23 players 4.

Folgende Optionen stehen demnach zur Diskussion.

A: Zurück zur NHL-Teilnahme (wie in den Jahren 1998-2014)

B: Das Modell von 2018 (Pausieren aller großen Ligen außer NHL)

C: Spieler unter 23 Jahren (ähnlich dem olympischen Männerfußball)

D: Kein olympisches Hockey. Die wohl dramatischste Variante, die Eishockey-Fans in aller Welt schocken dürfte.  

Fasel stellt klar: „Wir wollen die Besten der Besten haben. Es ist noch zu früh, etwas darüber zu sagen. Aber es sollte unser Ziel sein.“ NHL-Boss Gary Bettman bekräftige auch mehrfach, er werde die Lage im Hinblick auf Peking rechtzeitig sondieren. Die auf allen Feldern wachstumsstarke Volksrepublik ist wohl attraktiver für die NHL als Südkorea. Dies begrüßt Fasel. Aber - sein vor Pyeongchang als Lockmittel wiederholt aufgestocktes Angebot an die NHL, fast alle Kosten für Sonderwünsche bei der Unterkunft und Versicherungsprämien zu übernehmen, gibt er für 2022 nicht mehr ab. Die Hoffnung auf eine Teilnahme der NHL ist daher eher gering: „Ich sage niemals nie, aber ich finde es schwierig, sich ein Szenario vorzustellen, in dem es Sinn macht. Es sei denn, die Winterspiele sind wieder in Nordamerika“, so Bettman. Es bleibt also noch viel Überzeugungsarbeit für Fasel. Auch wenn der Schweizer fast flehendlich erklärt: „Es ist für unseren Sport eine einzigartige Gelegenheit, sich dort zu präsentieren, eine einzigartige Gelegenheit für die NHL, dort zu sein."

1960 wurde übrigens zuletzt eine olympische Wintersportart aus dem olympischen Programm gestrichen. Weil zunächst nur neun Nationen ihre Bereitschaft erklärt hatten, in Squaw Valley teilzunehmen, weigerten sich die Ausrichter eine Bobbahn zu bauen. 

Die deutsche Nationalmannschaft hatte im Winter in Südkorea mit dem Einzug ins Finale gegen Russland und dem Gewinn der Silbermedaille für den größten Erfolg des deutschen Eishockeys gesorgt.    

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