Wer gewinnt den Deutschland-Cup?

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Vor dem letzten Spieltag beim Deutschland-Cup 2003 sind die Karten zwar gemischt, aber noch längst nicht alle Trümpfe ausgespielt. Drei der vier Teams haben sogar noch mehr als theoretische Chancen auf den Turniersieg:

Nach zwei Spieltagen führt das Team USA, angeführt vom jungen dynamischen Trainer-Duo Peter Laviolette und Greg Poss, die Tabelle mit zwei Siegen (2:1 n.P. gegen Deutschland und 4:1 gegen Kanada) und daraus resultierenden fünf Punkten an. Gestützt auf ein bisher hervorragendes Torhüter-Duo Alex Westlund und Chris Rogles (wurden in beiden Partien zu den Spielern des Abends gewählt) überzeugten die US-Boys bisher mit ihrem schnellen Tempospiel. Aber auch die routinierte Verteidigung um Brett Hauer, Barry Richter und den wie in der DEL stark aufspielenden Peter Ratchuk wusste zu überzeugen. Im Sturm setzten Finnland-Legionär Brett Harkins und David Roberts (Eisbären) die Akzente, aber auch der agile und umsichtige ehemalige Stanley-Cup Sieger Blake Sloan bewies seine Qualitäten. Sloan, der zuletzt bei den Calgary Flames keinen Vertrag mehr erhielt, ist derzeit auf Vereinssuche. Es spricht vieles dafür, dass der Allrounder demnächst auf europäischen Eisflächen auftaucht. Ein Sieg im abschließenden Spiel gegen die Schweiz, auch wenn er "nur" nach Penaltyschießen zustande käme, würde den Amerikanern zum ersten Gewinn des Deutschland-Cups reichen.

Hinter der USA rangiert nach dem zweiten Spieltag das DEB-Team. Nach zwei starken Auftritten (Penaltyniederlage gegen die USA und 4:1 Sieg gegen die Schweiz) war Bundestrainer Hans Zach "rundherum zufrieden" und betonte, dass "bei uns derzeit alles passt". Allerdings wird die letzte Aufgabe gegen "Team Canada" sicherlich nicht leichter durch die Tatsache, dass die Ahornblätter bisher enttäuschend auftraten und zwei Niederlagen einstecken mussten. Besonders die mannschaftliche Geschlossenheit der Truppe sticht heraus, aber auch einzelne Akteure wussten zu überzeugen. So etwa die Unbekümmertheit des Debütanten Sebastian Furchner oder die auch vom Bundestrainer mit einem Sonderlob ausgestattete mentale und konditionelle Verbesserung des Nürnbergers Thomas Greilinger. Wie schon in der Vergangenheit konnten auch die deutschen Torhüter bisher voll überzeugen. Sowohl Robert Müller als auch Oliver Jonas zeigten gute Leistungen. Im letzten Turnierspiel wird aller Voraussicht nach Marc Seliger zum Einsatz kommen. Darüberhinaus hatte das deutsche Team eine weitere Seltenheit zu bieten, agierte doch mit Peter und Tobias Abstreiter erstmals seit Gerd und Bernd Truntschka wieder ein Brüderpaar in einer Sturmreihe der Nationalmannschaft. Für das DEB-Team ist am letzten Spieltag noch fast alles möglich: Ein Sieg gegen Kanada wäre allerdings die Voraussetzung, um noch Chancen auf den Turniersieg, den ersten seit 1996 in Stuttgart, zu haben.

Nicht unzufrieden sind bisher auch die Schweizer, die das jüngste und unerfahrenste Team des Turniers auf das glatte Parkett schicken. Einem vor allem in der Chancenauswertung überzeugenden Auftritt gegen Kanada folgte eine 1:4-Niederlage gegen Deutschland, wobei die Partie allerdings lange auf des Messers Schneide stand. Vor allem die läuferische Stärke der Eidgenossen konnte beeindrucken, aber auch die physische Präsenz hat sich verbessert. Trotzdem gelang es dem Krueger-Team nicht, den "Zach-Komplex" abzulegen und mal wieder einen Sieg gegen Deutschland einzufahren. Dennoch haben bei günstiger Konstellation auch die Schweizer noch Chancen auf den Turniersieg: Sollte Kanada Deutschland schlagen, wären die Eidgenossen bei einem eigenen Erfolg gegen die USA nach 2001 zum zweitenmal Gewinner des Deutschland-Cups.

Die größte Enttäuschung des bisherigen Turnierverlaufs sind zweifelsohne die Kanadier. Gespickt mit einer ganzen Reihe DEL-Stars wussten die Ahornblätter abgesehen von einigen Minuten in jedem Spiel nicht zu überzeugen. Von Spielern wie beispielsweise DuPont, Greig, King, Walker oder Sutton musste man angesichts ihrer Leistungen in der DEL einfach mehr erwarten. Aber auch die beiden Keeper Gordon und Chabot hatten sicherlich schon bessere Auftritte. Für Kanada geht es im letzten Spiel gegen Deutschland letztendlich nur noch um die Ehre, das Turnier nicht völlig ohne Erfolgserlebnis zu beenden.


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