Vier Tore – Spielstand 0:0Schweizer Nationalliga A

Vier Tore – Spielstand 0:0Vier Tore – Spielstand 0:0
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Wer den Gotthard durchfahren hat und dreimal tief eingeatmet hat nach 20 Kilometern Bergdurchfahrt, hat das Dorf bereits hinter sich und wird sich vermutlich auch nicht umdrehen. Bis auf die Eishockeyfans, die dann die nächste Ausfahrt in Biasca nehmen müssen um zwanzig Kilometer zurückzufahren. Die Rede ist natürlich vom HC Ambri-Piotta, dem Tessiner Dorf, das so sehr dem berühmten „Gallischen“ ähnelt, auch wenn es einen Hauch größer ist.

Der HC Ambri mischt weiterhin die Schweizer Nationalliga A auf und hält die Experten in Atem. Mittlerweile steht man mit 38 Punkten gemeinsam mit Kloten weiterhin auf Rang 2 und strebt eigentlich sogar Platz 1 an. Das Zeug dazu hat man und der Jürgen Klopp des schweizerischen Eishockeys, Serge Pelletier, arbeitet weiterhin daran, seinen HCA an die Spitze zu bringen. Filippo Lombardi, Präsident des HC Ambri-Piotta, ist vermutlich der entspannteste Präsident der gesamten Liga und wenn der Siegeszug so weiter geht, dann könnte dieser in einem Rentenvertrag für Pelletier enden.

Doch zurück zur Überschrift. 6500 Fans bevölkerten die Anlage des HC Ambri. Kein Wunder, denn Platz zwei und der Tessiner Lokalgegner, der vielfache frühere Meister HC Lugano, waren die Komponenten für einen genialen Abend und diesen gab es dann auch, gepaart mit dem bereits am Anfang beschriebenen Unglaublichen.

Elf Minuten waren gespielt, als die beiden gebürtigen Fribourger Alan Mievielle (Ambri) und Luganos Keeper Daniel Manzato zusammenstießen. Dabei schnellte der Stock von Mievielle hoch, die Scheibe war im Tor, aber das Tor zählte nicht. Paolo Duca umspielte wenige Minuten später Manzato, aber dieser, bereits auf dem Eis liegend, verschob mit dem linken Bein das Tor und auch dieses 1:0 zählte nicht. Zwar kochten daraufhin die Emotionen im Stadion Valasca und Luganos Keeper erhielt zwei Strafminuten, aber es blieb halt beim 0:0. Und so ging es weiter. Im zweiten Drittel das gleiche Spielchen. Diesmal versuchte sich Park, aber im Zweikampf vor dem Tor war auch sein Schläger zu hoch. Beim vierten Versuch, diesmal endlich vor dem Kasten von Ambris Keeper Nolan Schäfer, traf zwar Luganos Verteidiger Dominik Schlumpf (40.), aber diesmal wurde Nolan Schäfer zu hart angegangen und der Schiedsrichter gab das Tor nicht. Lugano war und ist anderer Meinung und bringt diesen Fall vor das Spielgericht. Auf alle Fälle stand es weiterhin 0:0 und erst in der 54. Minute traf, zum Jubel der Bianconeri, der Korea-Amerikaner Richard Park zum verdienten 1:0.

Egal, wie die Streitsache um das Tor von Schlumpf ausgeht. Am 1. November treffen in der Valasca der HC Ambri und der aktuelle Meister aus Bern aufeinander. Nach dem 1:0 gegen Lugano und dem 5:2 gegen Davos dürfte der erste Gewinner bereits feststehen: Ambris Schatzmeister. Das Stadion dürfte aus allen Nähten platzen und wenn dann noch Ambris Vereinslied „La Montanara“ erklingt, spätestens dann sollte dem SC Bern klar werden, dass ihm ein heißer Tanz bevorsteht.