Växjö Lakers stehen im Halbfinale – Dominik Bokk spielt in den U-20-Play-offsEuropa im Play-off-Fieber

Dominik Bokk (rechts) läuft derzeit in den Play-offs für das U-20-Team der Växjö Lakers auf. (Foto: Olivier Brajon/Deutscher Eishockey-Bund)Dominik Bokk (rechts) läuft derzeit in den Play-offs für das U-20-Team der Växjö Lakers auf. (Foto: Olivier Brajon/Deutscher Eishockey-Bund)
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Finnland:

Der Titelverteidiger kommt ins Schlingern. Rekordmeister Tappara Tampere, im letzten Jahr noch auf 127 Punkte gekommen, erreichte in der Hauptrunde diesmal 110 Zähler, überschritt als Dritter die Ziellinie. Auf Platz eins kam Kärpät Oulu an. 123 Punkte reichten für einen überlegenen Hauptrundensieg. Dahinter musste sich TPS Turku mächtig anstrengen, um eben den Vorjahresmeister hinter sich zu lassen. Europapokalsieger JYP Jyväskylä musste sich mit 108 Punkten begnügen, dahinter folgten IFK Helsinki und Kalpa Kuopio. Auf den Plätzen sieben bis zehn beendeten Saipa Lapeenranta, Ässät Pori, Lukko Rauma und Pelicans Lahti die Saison. Diese vier bestritten auch die Pre-Play-Offs, wobei sich die favorisierten Teams aus Lapeenranta und Pori durchsetzten.

Im Viertelfinale hatte Vorrundensieger Kärpät Oulu keine Probleme, sich mit 4:1 Erfolgen (4:1, 2:3, 3:1, 3:1, 5:1) gegen Ässät Pori durchzusetzen. Etwas kurioser die Serie von TPS Turku gegen Saipa Lapeenranta. Saipa, im letzten Jahr noch Tabellenletzter, lag nach drei Partien aussichtslos mit 0:3 zurück, kam dann aber mit zwei Siegen noch einmal zurück, um in der sechsten Partie nach dem 1:2 auf eigenem Eis dann doch die Segel zu streichen. Ebenfalls mit 4:2 erfolgreich war Tappara Tampere gegen Kalpa Kuopio und auch mit 4:2 Siegen kam IFK Helsinki gegen Europapokalsieger JYP Jyväskylä weiter. Bei dieser Serie kam es zu einem verrückten Spiel und kaum ein Fachmann konnte sich ein ähnliches Ergebnis in „seiner“ Liga erinnern. Beide Mannschaften waren zunächst mit 2:1-Auswärtssiegen gestartet. Dann gewann JYP mit 4:3 nach Verlängerung, unterlag in Spiel in Helsinki mit 1:4 um schließlich in Partie fünf mit 6:7 zu unterliegen.

Nun wäre ein 6:7 auf Grund der vielen Tore erwähnenswert, aber was in dem Spiel ablief, war Emotion pur. 5200 Zuschauer sahen nach elf Minuten eine 5:0-Führung von JYP (Tore: Immonen, Puustinen, Maenpaa, Newton und Hytonen). Noch vor der ersten Pause verkürzten Carlsson und Jaaska auf 2:5 aus Sicht von IFK. In der 31. Minute traf Nättinen zum 6:2 für JYP aber Helsinki gab nicht auf, verkürzte abermals. Acht Minuten nach dem 2:6 stand es nur noch 5:6. Tore für IFK: Carlsson (2) und Rask. In der 53. Minute glich Tyrvainen aus und in der 80. Minute erzielte Patrick Carlsson schließlich das 7:6 für den Gast aus Helsinki. Das sechste Spiel ging mit 2:1 wiederum an IFK, das damit das Halbfinale erreicht hat. In dieser Runde spielen Kärpät Oulu gegen IFK Helsinki und TPS Turku gegen Tappara Tampere, beginnend am 3. April.

Schweden

Überraschungen gab es auch in Schweden zuhauf. Titelverteidiger HV 71 Jönköping musste bereits in den Pre-Play-offs seine Hoffnungen aufgeben, unterlag mit 0:2 (1:3, 2:3) Linköpings HC und auch der letztjährige Finalteilnehmer Brynäs Gävle musste über den Umweg Pre-Play-Offs, ehe eine Teilnahme am Viertelfinale feststand. Als Tabellenzehnter hatte sich Gävle knapp für die Pre-Play-offs qualifiziert, kam gegen Lulea HF auf Grund zweier Auswärtserfolge weiter. Dann war allerdings Feierabend, denn mit Växjö HF Lakers wartete der Hauptrundensieger der letzten beiden Jahre auf Brynäs. Nachdem Växjö die Saison 2016/17 mit 99 Punkten abschließen konnte, waren es diesmal sage und schreibe 116 und gleich 21 Punkte Vorsprung auf Djugardens IF Stockholm. Nachdem Växjö im Februar das Europapokalfinale auf eigenem Eis mit 0:3 gegen Jyväskylä verloren hatte, muss jetzt die Meisterschaft her und wie bereits beschrieben hatte der erste Gegner, Brynäs Gävle im Viertelfinale beim 4:1 (4:1, 3:4, 4:0, 5:3, 3:0) keine Chance. Für die Lakers spielt bekanntlich auch der Deutsche Dominik Bokk – und wie der DEB erklärte auf eigenen Wunsch auch in den Play-offs. Daher spielt Bokk nicht für Deutschland bei der U-18-WM. Bislang kam der 18-Jährige aber „nur“ in den Play-offs der U-20-Superelit-Liga Schwedens für Växjo zum Einsatz. Dort erzielte er in sechs Spielen vier Tore und kam auf fünf Vorlagen.

Der Tabellenzweite aus Stockholm traf auf den Championbezwinger aus Linköping und blieb ebenfalls mit 4:1 Seriensieger. Allerdings taten sich die Hauptstädter schwer, gewannen ihre Spiele 6:1, 2:3, 4:3, 4:2 und 5:4. Der letztjährige Europapokalgewinner Frölunda Indians Göteborg überquerte die Hauptrundenziellinie als Dritter, wie im Vorjahr, scheiterte aber im Viertelfinale an den Malmö Redhawks. Malmö, im schwedischen Eishockey eine schillernde Figur, gewann 1992 die Meisterschaft, 1993 gar den Europapokal, um zwischenzeitlich bis in die Niederungen der zweiten Liga abzusteigen. Erst seit der Saison 2015/16 spiel Malmö wieder in der höchsten schwedischen Liga und nach Platz acht im Vorjahr wurde es diesmal sogar Platz sechs. Im Viertelfinale gewann schließlich Malmö gegen das favorisierte Göteborg mit 4:2 (2:1, 4:5, 1:2, 3:1, 4:0 und 4:2). Eine weitere Überraschung lieferte Skelleftea AIK ab. Die nach Lulea zweitnördlichste Mannschaft bezwang den sechsfachen Champion seit 1997, Färjestads BK, mit 4:2 (3:1, 5:0, 4:1, 1:3, 2:3 und 5:2) und zog ebenfalls ins Halbfinale ein.

Dort treffen am 2. April Växjö und Malmö aufeinander und ab dem 3. April Djugardens IF Stockholm und Skelleftea.

Norwegen:

Den größten Sprung nach vorne hat in dieser Saison Storhamar gemacht. Die Storhamar Dragons kamen mit 108 Punkten über die Ziellinie, hatten 32 mehr geholt als im Vorjahr und gelten in dieser Saison als klarer Favorit auf den Titel. Im Viertelfinale traf man auf den Achten Lorenskog. Der Trend bei Lorenskog, im Großraum Oslo, ist dagegen negativ. Vor zwei Jahren noch im Finale, im letzten Jahr Hauptrundenzweiter und nun auf Platz acht abgerutscht. Das kann nur noch besser werden. Im Viertelfinale hatte Lorenskog beim 0:4 gegen Storhamar dann auch keine Chance.

Platz zwei ging an Sparta Sarpsborg. Die Spartaner, die an der schwedischen Grenze spielen, starteten ähnlich wie Stavanger durch, verbesserten sich um 31 Punkte und gelten als Geheimfavoriten. Zwar erreichte auch Sarpsborg das Halbfinale, musste aber beim 4:2 (2:3, 3:2, 4:5, 6:1, 4:0 und 5:2) gegen Manglerud Star Oslo einige Nerven aufwenden ehe die nächste Runde erreicht war.

Der Tabellendritte Lillehammer, Gastgeber der Olympischen Winterspiele  von 1994, brauchte dagegen nur fünf Spiele auf ein Weiterkommen. Das Hauptstadtteam Valerenga Oslo, zwischen 1991 und 2009 elffacher Meister, kam mit nur 69 Punkten auf Platz sechs über die Hauptrundenziellinie und war beim 1:4 chancenlos. Lillehammer gewann mit 7:2, 2:1, 6:1, 3:5 und 2:1.

Ebenfalls aus dem Großraum Oslo kommt Frisk Asker und sie hatten den schwersten Gegner im Viertelfinale, Titelverteidiger Stavanger Oilers. Die Ölarbeiter aus dem westnorwegischen Stavanger, das in der Nähe der bekannten Hafenstadt Bergen liegt, hatten eine erschreckend schwache Saison hinter sich, wurden in der Hauptrunde nur Tabellensechster. Aber Frisk Asker, das mit einem Amerikaner, drei Schweden und vier Kanadiern antritt, gewann die Serie problemlos mit 4:1 (4:2, 2:3, 4:0, 3:1 und 4:1).

Im Halbfinale war dann Schluss mit den Titelavancen von Frisk Asker. Gegen Storhamar gab es ein 1:4 (1:6, 1:2, 4:3, 1:4 und 2:3) und die Verabschiedung in die Sommerpause. Noch krasser machte es Lillehammer. Obwohl in der Vorrunde fünf Punkte zu Sarpsborg fehlten, gewannen sie das Halbfinale mit 4:0 (3:2, 2:1, 5:3 und 5:1).

Im Finale treffen nun Anfang April Storhamar und Lillehammer aufeinander.

Dänemark:

Achtung vor Esbjerg. Der Titelverteidiger kam 2016/17 als Vierter ins Ziel und holte sich schließlich die Meisterschaft. Vor einem Jahr reichten den West-Dänen 75 Punkte, diesmal holten sie 86. Auf sie sollte man achten, zumal sie im Europapokal wertvolle Erfahrungen sammeln konnten, auch wenn sie am Ende mit null Punkten (u.a. 2:6 und 1:4 gegen die Adler Mannheim) in der Vorrunde sang- und klanglos ausschieden.

Den Hauptrundentitel in dieser Saison holten sich die Herning Blue Foxes. Die Gastgeber der diesjährigen Weltmeisterschaft, neben Kopenhagen, gewannen seit 1991 13 Titel, den letzten allerdings 2012. Danach gab es zwei Finalniederlagen, im letzten Jahr flog Herning sogar im Viertelfinale raus. Das sollte dieses Jahr anders werden und es wurde anders. Am Ende standen 15 Punkte Vorsprung vor Aalborg und 23 vor Rödovre Kopenhagen.

In den Pre-Play-offs trafen zunächst die Herlev Eagles (10.) auf die Odense Bulldogs (7.) und gewannen die Serie mit 3:0 (3:2, 5:3, 3:2). Interessant hier, dass in Dänemark diese Vor-Play-off-Serie im Best-of-Five-Modus ausgespielt wird. In der zweiten Partie traf der Meister der Jahre 2013 bis 2015 SönderjyskE (9.) auf die Gentofte Stars aus dem Großraum Kopenhagen. SönderjyskE setzte sich mit 4:3, 5:1 und 5:4 durch.

Im Viertelfinale gab es lediglich eine, dafür aber richtige Überraschung. Der Tabellensechste aus Rungsted bezwang in sieben Spielen den Tabellendritten und geografischen Nachbarn (31 km) Rödovre mit 4:3 (2:3, 3:2, 2:1, 1:2, 4:2, 1:2, 4:1). Ansonsten setzten sich Herning gegen Herlev mit 4:1 (1:2, 3:1, 8:3, 6:3, 7:3), Aalborg Pirates gegen Frederikshavn mit 4:0 (2:1, 3:2, 5:1 und 4:3) sowie Esbjerg mit 4:1 gegen SönderjyskE mit 4:1 (2:1, 0:4, 5:1, 2:1, 4:0) durch.

Die erste Partie im Halbfinale zwischen Herning und Rungsted ging mit 5:1 an Herning, die zweite zwischen Aalborg und Esbjerg endete 3:1 für Aalborg.

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