Tschechien und Russland stehen im FinaleWorld Legends Hockey League

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Vorab: Wer glaubte, hier langweiliges Rentnereishockey zu sehen, wurde eines Besseren belehrt. Zugegeben – die Regeln sind altersgemäß etwas angepasst. So wird dreimal 15 Minuten gespielt und anstelle einer Zwei-Minuten-Strafe gibt es sofort einen Penalty. Die Schweden sind nicht mehr die Schnellsten, aber die Herren mit Erfahrung wissen immer noch, wo die Mitspieler stehen. Pässe in die Nahtstelle zwischen den Verteidigern verlernt man offenbar nicht. Vor allem aber das russische Team legte eine Geschwindigkeit an den Tag, dass man sich nur die Augen reiben kann. Es ist, als hätten sie nie aufgehört zu spielen, und alle nehmen die Sache durchaus ernst. Nein, es gibt keine krachenden Checks – im Gegenteil, da hilft man schon mal dem Gegenspieler wieder auf die Beine und entschuldigt sich. Alles sehr fair und sehr gut anzusehen. Und wenn Larionov, Bure und Gordiyuk einen Konter fahren, dann bleibt einem oft nur, mit offenem Mund ungläubig Beifall zu klatschen.

Schweden – Tschechien 2:7 (0:2, 1:3, 1:2)

Es war wohl der längste Einlauf in der Geschichte des Straubinger Eisstadions, denn Stadionsprecher Peter Schnettler ließ es sich nicht nehmen, alle Titel der Spieler zu verlesen. Was man in den ersten 15 Minuten zu sehen bekam, war aller Ehren wert. Technisch auf sehr hohem Niveau hatten die Tschechen von Beginn an Oberwasser. Passsicher und mit starkem Kombinationseishockey zeigten die Teams ein unterhaltsames Eröffnungsdrittel, das an die Tschechen ging und somit der Grundstein für den späteren Sieg gelegt wurde.

Im Mitteldrittel bauten die Tschechen ihren Vorsprung weiter aus. In einer nach wie vor munteren Partie konnten auch die Schweden einige Akzente setzten, allerdings vergaben sie auch die größte Chance, denn es gelang nicht, per Penalty zu verkürzen. Insgesamt waren die Tschechen agiler und spritziger, sodass sie ein ums andere Mal die schwedische Abwehr überlaufen haben.

Auch im Schlussdrittel spielten die Tschechen ihre Schnelligkeit aus und erneut vergaben die Schweden einen Penalty. Am Ende war es ein klarer Sieg, der Tschechien ins Finale brachte. Die Tre Kronor spielen am Sonntag um Platz 3.

Tore:  0:1 (6.) Filip Turek, 0:2 (13.) Martin Maskarinec (Viktor Ujčík), 0:3 (23.) Filip Turek (Petr Kořínek, František Kučera), 1:3 (23.) Jan Viktorsson (Robert Burakowsky), 1:4 (27.) David Pospíšil (Josef Řezníček, Viktor Ujčík), 1:5 (28.) Filip Turek (Petr Kořínek), 2:5 (34.) Bjorn Nord (Jan Viktorsson), 2:6 (40.) Filip Turek (Petr Kořínek), 2:7 (43.) Petr Kořínek

Schiedsrichter:  Willi Schimm, Patrick Altmann

Russland – Slowakei 5:1 (0:1, 2:0, 3:0)

Das zweite Halbfinale war fest in russischer Zuschauerhand. Zahlreiche UdSSR-, GUS- und Russland-Trikots fanden sich im Straubinger Rund ein. „Scheibu“ und „Russia“-Rufe wechselten sich ab. Dabei war das Spiel überraschend schnell. Die Slowaken suchten zunächst ihr Heil in der Flucht nach vorne, doch nach und nach kamen die Russen besser ins Spiel. Trotzdem ging der Außenseiter in Führung und konnte diese bis in die Pause retten. Denn Igor Larinov vergab einen Penalty und Pavel Bure scheiterte kurz vor der Sirene mit einer Riesenchance. An seinem Gesichtsausdruck konnte man erkennen, dass dies keine Spaßveranstaltung ist.

In den zweiten 15 Minuten blieb das Tempo hoch und jede halbwegs gute Aktion der Russen wurde fast schon frenetisch gefeiert. Riesig waren die Jubelschreie bei den Toren der Sbornaja, denn diese drehte das Spiel mit einem Doppelschlag und ging nun ihrerseits mit einer Führung in die zweite Pause.

Im Schlussdrittel machten die Russen ernst. Drei auf eins, zwei auf ein, Blitzangriffe in Serie rollten auf das slowakische Gehäuse. So fielen noch drei weitere sehenswerte Tore, wobei der bei jeder Puckberührung angefeuerte Pavel Bure den Schlusspunkt setzten. Starke Slowaken vergaben einen Penalty und spielen nun um den dritten Platz. Die Russen, die kaum etwas verlernt haben, ziehen ins Finale ein.

Tore:  0:1 (8.) Slavomir Vorobel, 1:1 (25.) Andrei Kovalenko (Darius Kasparaitis, Vyacheslav Butsayev), 2:1 (25.) Viktor Gordiyuk (Pavel Bure, Igor Larionov), 3:1 (36.) Viktor Gordiyuk, 4:1 (37.) Andrei Kovalenko, 5:1 (40.) Pavel Bure (Viktor Gordiyuk, Slava Fetisov)

Schiedsrichter: Alexander Cherenkov, Erich Singaitis

Straubing All Stars – Straubing Oldies 7:9 (0:2, 5:5, 2:2)

Zwischen den beiden Halbfinalen musste man sich die Zeit vertreiben. Also warum nicht mit einem Eishockeyspiel. So fanden sich gleich zwei Straubinger Altherrenmannschaften ein. Dabei waren die Oldies mit zwei aktuellen Trainern, einem Oberliga-Spieler und zwei DEL-Profis klarer Favorit. Auch wenn sich die Profis zurückhielten und als Verteidiger spielten, war es nicht verwunderlich, dass am Ende des ersten Abschnittes die jüngere Mannschaft führte.

Das Mitteldrittel war ein wahres Scheibenschießen. Ganze zehn Tore bekamen die Fans geboten. Erst zogen die All Stars davon, doch die Oldies ließen nicht locker und konnten es am Drittelende bei einem Zwei-Tore-Rückstand halten. Spektakulär war die letzte Spielminute, in der in 29 Sekunden drei Tore fielen.

Im Schlussdrittel gab es weitere vier Treffer, die sich einheitlich auf die Mannschaften verteilten. Unter dem Strich war es genau das Richtige, um sich die Zeit zwischen den Spielen zu vertreiben und wer doch lieber im Biergarten vor dem Stadion sitzen wollte, hatte bei herrlichem Frühlingswetter auch nichts falsch gemacht.

Tore: 0:1 (5.) Stefan Loibl (Peter Flache), 0:2 (12.) Josef Menauer (Dustin Whitecotton), 0:3 (17.) Thomas Kulzer (John Sicinski, Andreas Dimbat), 0:4 (18.) Andi Lupzig (Josef Menauer), 1:4 (20.) Oli Vöst (Helmut Kößl), 1:5 (20.) Thomas Wilhelm (Peter Flache, Stefan Loibl), 2:5 (25.) Oli Vöst (Markus Edenhofer), 3:5 (25.) Andi Doll (Christian Penzkofer, Ralph Bergbauer), 3:6 (27.) Andi Lupzig (Stefan Mann, Josef Menauer), 4:6 (30.) Markus Edenhofer (Christian Penzkofer Ralf Bergbauer), 4:7 (30.) Sandro Schönberger (Stefan Mann, Andi Lupzig), 5:7 (30.) Robert Kiesl (Christian Penzkofer), 5:8 (31.) Andreas Dimbat (John Sicinski, Josef Menauer), 6:8 (33.) Oli Vöst (Markus Edenkofer), 6:9 (34.) Thomas Kulzer (John Sicinski, Andreas Dimbat), 7:9 (44.) Oli Vöst (Christan Knott)

Schiedsrichter: Willi Schimm, Patrick Altmann

Die Sonntagsspiele:

14.00 Uhr: Spiel um Platz 3: Schweden – Slowakei
17.30 Uhr: Finale: Russland – Tschechien

Tageskarte (beide Spiele) für Erwachsene 10 Euro.

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