Spengler Cup: Zweimal Penaltyschießen am zweiten Spieltag

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Sowohl die Nachmittagspartie zwischen Sparta Prag und Metallurg Magnitogorsk als auch die Abendpartie zwischen Team Canada und Gastgeber Davos fand erst im Penaltyschießen einen Sieger.

Sparta Prag mit dem glücklicheren Ende

Zehn Tore in der regulären Spielzeit plus sieben weitere im Penaltyschießen: Metallurg Magnitogorsk und Sparta Prag setzten im dritten Turnierspiel die Idee des Spengler Cups in die Tat um und boten am Nachmittag den 7323 Zuschauern ein Offensivspektakel erster Güte. Spart Prag, für das Stürmer Ondrej Kratena vier Tore (eines per Penalty) erzielte, setzte sich am Ende mit 6:5 durch.



Dabei hätte es aus Sicht der Tschechen gar nicht erst zur Verlängerung kommen müssen. Bei den Russen war die Luft im letzten Drittel lange Zeit draußen. Dann setzten sie jedoch zu einem fulminanten Endspurt an und wurden 24 Sekunden vor dem Ende mit dem Ausgleich belohnt. Dass Penaltyschießen war nach der torlosen fünfminütigen Verlängerung das logische Ende einer Partie, in welcher die beiden osteuropäischen Teams ihre technischen Fähigkeiten voll ausschöpften. Auf Körperspiel wurde weitgehend verzichtet, nicht selten auch auf kompromisslose Verteidigung. Dies sehr zur Freude der Zuschauer, dafür umso mehr zum Ärger der beiden Trainer und der Torhüter. Bei Sparta machte die Spengler-Cup-Verpflichtung David Aebischer (Lugano/ Colorado Avalanche) nach 44 Minuten gar dem jungen Thomas Pöpperle Platz, nachdem er bei drei der vier Gegentreffer eine unglückliche Figur abgegeben hatte. Metallurgs NHL-Goalie Evgeny Nabokov sah sich das Spiel von der Bank aus an. Für das Penaltyschießen ging er jedoch an Stelle von Andrey Malkov ins Tor. Die Taktik von Coach Marek Sykora ging jedoch nicht auf: Nabokov wurde bei vier von fünf Penalties bezwungen.

Die Spartaner zeigten bei ihrem ersten Einsatz beim diesjährigen Spengler Cup, dass sie für das Turnier eine Bereicherung sind. Erst um 20 Uhr trafen sie am 26. Dezember in Davos ein, kurz bevor Magnitogorsk für seine erste Partie gegen das Team Canada aufs Eis ging. Die Russen suchten gegen Sparta den direkteren Weg aufs Tor, als noch gegen die Kanadier. Diese Spielweise machte sich bezahlt. Weil sich Metallurg in die Verlängerung rettete, gewann es einen Punkt (Sparta zwei). Trotz der zweiten Niederlage im zweiten Spiel besitzt Metallurg nach wie vor die Chance, am 31. Dezember in das Finale einzuziehen. Dafür müssen die beiden restlichen Spiele gegen Davos (morgen) und Helsinki (am Mittwoch) aber wohl gewonnen werden. Prag hingegen kann nach dem Sieg dem weiteren Turnierverlauf vorerst gelassen entgegen blicken.

Magnitogorsk – Prag 5:6 (2:2, 1.2, 2:1, 0:0) n.P.

Tore:

9. Pilar (Kratena; Ausschluss Cech) 0:1. 12. Dobryshkin (Sykora) 1:1. 15. Tertysnhy (Konstantin Makarov) 2:1. 16. Marek (Majesky) 2:2. 23. Kratena (Reznicek) 2:3. 24. Dobryshkin (Kaygodorov, Gonchar) 3:3. 26. Kratena (Pilar; Ausschluss Sokolov) 3:4. 42. Arakaev (Gusmanov, Razin) 4:4. 44. Kratena (Hlavac) 4:5. 60. (59:36) Gusmanov (Sykora) 5:5

Penalties: Für Magnitogorsk trafen Razin, Gonchar und Arakaev; für Prag trafen Kratena, Ton, Pilar und Marek.


Strafen: 7 mal 2 Minuten gegen Magnitogorsk, 8 mal 2 Minuten gegen Prag.




Team Canada gewinnt Penalty-Krimi


Auch das Abendspiel des zweiten Turniertages ging in das Penaltyschießen. In diesem setzte sich das Team Canada gegen den HC Davos mit 3:2 durch. Randy Robitaille verwandelte den entscheidenden Penalty. Die Kanadier sind nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel auf bestem Wege, das Finale am Freitag zu erreichen.



Die vierte Partie beim 78. Spengler Cup war die erste, welcher starke Goalies auf beiden Seiten den Stempel aufdrückten. Mit Jonas Hiller (Davos) und Alex Auld (Canada) sind die beiden jüngsten Torhüter des Turniers bisher die besten auf ihrer Position. In der Direktbegegnung trieben sie die gegnerischen Stürmer reihenweise zur Verzweiflung. Bezeichnend dafür war das Penaltyschießen, in welchem die beiden Torhüter noch einmal herausragten. So mussten 16 (!) Penalties über Sieg und Niederlage entscheiden. Die drei Davoser NHL-Topstars Rick Nash, Martin St. Louis und Joe Thornton konnten dabei ihre Versuche allesamt nicht verwerten.



Der HC Davos machte zu Beginn des Spiels da weiter, wo er beim 6:1-Sieg tags zuvor gegen Helsinki IFK aufgehört hatte, mit offensivem Powerhockey nämlich. Die Belohnung war eine 2:0-Führung nach dem ersten Drittel. Die Kanadier steckten den Rückstand jedoch ohne Probleme wett und warteten weiter geduldig auf ihre Möglichkeiten. Kurz vor Ende des Mitteldrittels erzielte Robitaille im Powerplay den Anschluss. Der Ausgleich gelang Jame Pollock in der 47. Spielminute. Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit hatte Hnat Domenichelli sogar das Siegestor auf dem Stock. Viel Pech hatte in der 56. Minute allerdings auch der HC Davos, als Fabian Sutter nur den Pfosten traf.



Einen überzeugenden Eindruck hinterließ bei seinem ersten Spengler-Cup-Einsatz Bill McCreary. Der Lockout-Schiedsrichter bewies bei seiner stets souveränen Spielleitung, warum er in der NHL der Star seines Metiers ist. Allerdings machten ihm die Akteure beider Mannschaften die Aufgabe auch nicht allzu schwer. Insgesamt musste McCreary nur 10 kleine Strafen aussprechen.


Davos – Team Canada 2:3 (2:0, 0:1, 0:1) n.P.


Tore:

8. Rizzi (Hauer; Ausschluss Gianola!) 1:0. 14. Nash (Riesen) 2:0. 40. (39:54) Robitaille (Pollock, Trudel; Ausschluss Hagman) 2:1. 47. Pollock 2:2 (Trudel)

Penalties: Für Davos traf Reto von Arx, für das Team Canada trafen Roest und Robitaille.

Strafen: Je 5 mal 2 Minuten.


(Quelle: www.spenglercup.ch)

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