Slowakei und Dänemark küren ihre TitelträgerBanska Bystrica und Aalborg holen Meisterschaft

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Slowakei

In der Slowakei holte sich der HC Banska Bystrica die Meisterschaft und das als Hauptrunden-Vierter. Eindeutiger Favorit war der Hauptrundengewinner HK Nitra, der mit 112 Punkten die Ziellinie überquert hatte. Es folgten,  sehr knapp dahinter, HKM Zvolen (110), Dukla Trencin (109) und der spätere Meister. Der HC Kosice, der nach Banska auf Platz fünf landete, hatte schon zehn Punkte Rückstand.

Also traf Banska Bystrica im Viertelfinale auf den HC Kosice und ließ diesem beim 4:1 (3:2, 2:1, 2:3, 3:0, 1:0) keine echte Chance, wobei die Resultate schon relativ knapp waren. Im Halbfinale trafen die Südslowaken auf den Hauptrundensieger aus Nitra. Das die Serie mit einem Sweep ausgehen würde, war für die Experten schon möglich, aber wenn, dann für Nitra. Genau das Gegenteil passierte.  Banska Bystrica gewann nacheinander 2:1, 4:2, 6:3 und 5:2 und kegelte Nitra aus den Play-Offs. Im Finale sollte Dukla Trencin warten.

Dukla Trencin wiederum träumte von den alten Zeiten. In den neunziger Jahren war die Mannschaft eine Macht, holte 1992 (damals noch gemeinsam in der damaligen Tschechoslowakei), 1994 und 1997 den Titel und zuletzt 2004. Trencin traf auf den Hauptrundensechsten aus Poprad und hatte erfahrungsgemäß keine Probleme. Mit einem Sweep (1:0, 3:1, 5:3, 3:2) swingte Dukla ins Halbfinale, wo der HKM Zvolen, immerhin Hauptrundenvizemeister wartete. Trencin startete mit einem 2:5 in Zvolen, gewann aber die zweite Partie auswärts mit 4:3. Es folgte zuhause ein 3:1 und 3:4, ehe zwei 3:2-Siege den Ausschlag für Dukla ergaben. Jetzt sollte auch noch der HC Banska Bystrica daran glauben.

Das Finale hatte dann eine ganze besondere Dramatik zu bieten. Los ging es, den Regeln gemäß, mit zwei Spielen in Trencin. Beide standen nach jeweils sechzig Minuten 3:3 und beide gingen in der Overtime bzw. nach dem Penaltyschiessen an Banska Bystrica. In Spiel drei schoss Banska Dukla Trencin mit einem 6:1 förmlich aus der Halle und damit war wohl die Entscheidung gefallen. Glaubten alle, nur nicht die Spieler von Trencin, die sich nicht einfach wegschießen lassen wollten. Die Trenciner kamen mit Macht zurück, gewannen in Banska mit 4:2, zuhause hochüberlegen mit 6:0 und noch einmal in Banska mit 3:2. Damit war die Serie ausgeglichen und Dukla Trencin hatte jetzt, heute Abend, sogar noch ein Heimspiel. Und wieder kam es anders als man denkt. In der 23. Minute konnten die anwesenden 6.200 Zuschauer noch jubeln, denn da brachte die Leihgabe des KHL-Ligisten Slovan Bratislava, Juraj Bezuch, Trencin mit 1:0 in Führung. Der Jubel dauerte genau 38 Sekunden, dann hieß es 1:1. Der Kanadier Eric Faille erzielte für Banska den Ausgleich, dem Pavol Skalicky gleich noch das 2:1 aus der Sicht von Banska folgen ließ. Dieser Doppelschlag zeigte Wirkung, denn Trencin konnte das Bollwerk des Gegners mit Keeper Jan Lukas nicht überwinden. Und es kam noch schlimmer. Als die Kräfte bei Trencin nachließen, schlugen die Mannen den HCBB zu. Die Tore zum 3:1 und 4:1 erzielten die Kanadier Guillaume Asselin (52.) und noch einmal Eric Faille (55.) und zum Schluss durfte sich auch noch einmal Pavol Skalicky beim 5:1 in die Torschützenliste eintragen.

Der Titelverteidiger aus Banska Bystrica hatte somit auch 2018 zugeschlagen und den zweiten Titel überhaupt gesichert.

Dänemark

Auch in Dänemark kam es am Ende zu einem Showdown, wie er im Buche steht. Den Titel holten sich die Aalborg Pirates aus dem Nordwesten des Landes, die sich im Finale gegen die Herning Blue Foxes durchsetzten. Doch der Reihe nach.

In der Hauptrunde beherrschte Herning, neben Kopenhagen der zweite Gastgeber der im Mai stattfinden Eishockey-Weltmeisterschaft, das Geschehen, kam auf 110 Punkte und hatte am Ende volle 15 Punkte Vorsprung. Kurz zur Geschichte von Herning: Im Jahre 1956 griff Herning aktiv in die Meisterschaft ein, holte 1977 den ersten Meistertitel, dem bis 2012 14 weitere Meisterschaften folgen sollten. 2014 und 2016 gab es Finalniederlagen und so musste nach dem Verständnis der Herninger Verantwortlichen und der Fans unbedingt wieder ein Titel her.

Die Blue Foxes, die alleine zwölf Verteidiger und 17 Stürmer neben zwei Keepern unter Vertrag haben, darunter sechs Finnen, einen Kanadier und zwei Tschechen trafen im Viertelfinale auf Herlev. Das Team aus dem Großraum Kopenhagen sah nur bedingt Land, kämpfte mit aller Verzweiflung und unterlag trotzdem mit 4:1 (1:2, 3:1, 8:3, 6:3, 7:3).  Als nächstes warteten die Rungstedt Seier Capitals. Auch diese Mannschaft residiert im Großraum Kopenhagen, liegt von Herlev nur 30 Kilometer entfernt. Herning kannte also den Weg, ließ sich nur ienmal überraschen, dass aber richtig und nach dem Durchschütteln wurde Rungstedt locker an die Seite geräumt. Das Durchschüttelerlebnis war ein garstiges 2:7 in eigener Halle, nachdem Herning die beiden ersten Spiele mit 5:1 und 4:3 gewonnen hatte. Es folgten noch ein 4:3 und 3:1 und dann war das Finale erreicht.

Gegner Aalborg, immerhin nach der Hauptrunde Zweiter mit 95 Punkten, hatte es mit Fredrikshavn zu tun. Die White Hawks, im Jahr 2000 immerhin dänischer Meister, verloren 2011 und 2013 ihre Finalspiele und gewannen von 2014 bis 2017 immerhin viermal hintereinander die Bronzemedaille. Das fochte Aalborg aber nicht an. Mit einem überraschenden Sweep, allerdings mit drei äußerst knappen Ergebnissen garniert (2:1, 3:2, 5:1, 4:3), qualifizierten sich die Piraten aus Aalborg für das Halbfinale. Hier kam es zum Duell mit Titelverteidiger Esbjerg Energy. Die Esbjerger, die in dieser Saison in der Champions Hockey League immerhin die Mannheimer Adler herausforderten, boten den Aalborgern einen heißen Tanz und ließen sich erst in sieben hart umkämpften Spielen bezwingen. Das finale siebte Spiel ging mit 4:2 an Aalborg, das somit sich mit Herning um den Titel streiten sollte.

Eine Ähnlichkeit mit dem bereits beschriebenen Ablauf der Finalrunde in der Slowakei war unübersehbar. Auch in dieser Finalrunde ging ein Team mit 3:0 in Führung. Die Aalborger beherrschten in dieser Phase das Geschehen, konnten gleich zwei Spiele in Herning mit 4:1 und 3:1 für sich entscheiden bei einem 3:0 Heimsieg. Am 20. April war die Meisterfeier in Aalborg nach diesem vorentscheidenden Triumph fest eingeplant, zumal Partie vier in Aalborg stattfinden sollte. Doch mal wieder hatte das Schicksal einen anderen Verlauf im Sinn. Lassen, Poulsen und Madsen brachten den vom Favoriten  zum Außenseiter degradierten Hauptrundenmeister uneinholbar mit 3:0 in Führung. Da halfen auch die Anschlusstore von Kabanov und Hinse nichts. Aalborg führte nur noch 3:1. In Spiel fünf das gleiche Spiel. Nach einem torlosen ersten Drittel brachten Molgaard, Poulsen und Silver Herning mit 3:0 in Führung. Zwar konnten Quenneville und Anderson den Anschluss herstellen aber am Ende zeigte sich Herning routinierter, traf durch Dalecky und Gracel zum Endstand 5:2. Nur noch 3:2 für Aalborg. Würden die Nerven der Pirates halten? Die Antwortete lautete am Ende Nein, denn neben mangelnder Kraft beendeten vor allem zwei Spieler neben dem Aalborger Kollektiv die Herninger Aufholjagd. Zum einen Peter Quenneville und zum anderen Julian Jakobsen. Beide erzielten je zwei Tore plsu weiterer Treffer von Clay Anderson und Martin Lefebvre, so dass das Herninger Ehrentor des Tschechen Jan Delecky fast in der Feier der Aalborger unterging.

Damit hat das Aalborger Eishockeymärchen den verdienten Höhepunkt erreicht. Erstmals hat eine Mannschaft aus der norddänischen Stadt die dänische Eishockeymeisterschaft gewonnen.

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