SKA St. Petersburg stoppt Metallurg MagnitogorskEntscheidung in der KHL

Der SKA St. Petersburg feiert den Gewinn des Gagarin-Cups. (Foto: dpa/picture alliance/ZUMA Press)Der SKA St. Petersburg feiert den Gewinn des Gagarin-Cups. (Foto: dpa/picture alliance/ZUMA Press)
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Die Form von Metallurg war vorhanden. Mit 124 Punkten hatte man die Eastern Conference überlegen mit 15 Punkten Vorsprung gewonnen vor Omsk und Kasan. Auch in den Play-offs sah es ganz gut aus. Im Achtelfinale wartete eine der ersten echten Saisonüberraschungen, nämlich das chinesische Team von Kunlun Red Stars aus Peking. Diese Runde ging eindeutig mit 4:1 an Magnitogorsk. Im Viertelfinale musste man sich mit Barys Astana auseinandersetzen. Astana war chancenlos, musste sich nach einem Sweep in die Sommerpause verabschieden.

Das Gleiche passierte im Halbfinale Kasan, immerhin in der Vorrunde noch Tabellendritter im Osten. Damit hatte Metallurg eindeutig festgestellt, dass man mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen in das Finale gehen kann.

Auf der anderen Seite wartete SKA St. Petersburg. Die Männer von der Neva waren in ihrer Gruppe mit 137 Punkten ins Ziel gekommen, hatten somit 13 mehr als Magnitogorsk geholt und waren trotzdem nicht Vorrundenmeister geworden. Diesen Titel hatte sich ZSKA Moskau geholt durch das bessere Torverhältnis. Damit waren die Hauptstädter als knapper Favorit in die Play-offs gegangen, hatten in der ersten Runde mit Jokerit Helsinki (4:0) keinerlei Probleme um dann völlig überraschend mit 2:4 an Yaroslavl zu scheitern.

St. Petersburg war ebenfalls mit einem Sweep über Nischni Nowgorod gestartet, hatte dann den Geheimfavoriten aus Moskau, das Team der Polizei, Dynamo, mit 4:1 ausgeschaltet und schließlich auch, peinlich für ZSKA, Jaroslawl mit einem Sweep aus dem Rennen geworfen.

Beide Mannschaften, das hatten die Vorrunde deutlich gezeigt, hatten das Potenzial, um das Finale siegreich zu gestalten. Bereits die erste Begegnung war richtungsweisend. Zunächst brachte Ketov im Powerplay St. Petersburg in Führung. Im zweiten Drittel drehten Timkin und Mozyakin die Partie zunächst zu Gunsten von Magnitogorsk. Ein Doppelschlag von Dadonov und Prokhorkin in der 33. und 34. Spielminute sah Petersburg wieder in Führung aber Antipin schaffte 53 Sekunden vor Drittelende noch den 3:3 Ausgleich. Die Entscheidung fiel nach fünf Minuten vor Ende. Lee (Magnitogorsk) musste auf die Strafbank und Hersley (Petersburg) sowie kurz danach Dadonov (Petersburg) brachten den Gast mit 3:5 in Führung. Zwar warf danach Magnitogorsk alles nach vorne aber mehr als den Anschluss von Filippi reichte es nicht.

Spiel Zwei war ebenfalls hart umkämpft. Der Tscheche Jan Kovar brachte Magnitogorsk in Führung, Shipachyov glich aus. In der 38. Minute gelang Kaletnik dann die Führung für die Gastgeber mit einem Shorthander, als Timkin auf der Strafbank saß. Danach versuchte Petersburg alles aber im strafzeitenlosen letzten Drittel fiel erst in der 59. Minute durch einen Empty-Netter von Santala (Magnitogorsk) die Entscheidung.

Dann standen zwei Heimspiele für St. Petersburg auf dem Programm. 12348 Zuschauer wollten die Partie im Eispalast sehen und sie mussten länger auf die heimische Führung warten. Erst in der 25. Minute gelang sie durch Zubarev. Den Ausgleich für Magnitogorsk besorgte Kazionov ganze sechs Sekunden vor der zweiten Drittelsirene. Nach einem torlosen dritten Drittel musste die Verlängerung entscheiden und die dauerte genau 26:50 Minuten. Dann ließ Ketov mit seine 2:1 die Grundmauern des Palastes beben.

Auch Spiel vier war von absoluter Dramatik gekennzeichnet. Magnitogorsk wollte sich unbedingt das verlorene erste Heimspiel zurückholen, griff mit aller Macht an und ging auch durch Antipin bereits nach 27 Sekunden in Führung. Die Aufholjagd von Petersburg dauerte 22 Minuten, nach schoss Khafizullin den Ausgleich. Doch die Gäste hatten ihre Munition noch nicht verschossen. In der 35. Minute schoss Osala Magnitogorsk wieder in Führung. Der erneute Ausgleich fiel bereits  88 Sekunden nach Wiederanpfiff durch Zubarev und schließlich war es dem besten Spieler der Hausherren, Khafizullin, vorbehalten, für die Entscheidung zu sorgen, als er eine Strafzeit von Zaripov (Magnitogorsk) bestrafte und mit dem 3:2 St. Petersburg in der Serie mit 3:1 in Führung brachte.

Sollte die Entscheidung bereits in Spiel Fünf, diesmal wieder in Magnitogorsk fallen? Ja, sie fiel und sie fiel fulminant aus. Metallurg griff von Anfang an mit aller Wucht an und zunächst schien sich die Taktik auch zu bestätigen. Der in dieser Serie extrem stark auftretende Finne Santala brachte Metallurg in Führung, Antipin und Zaripov erhöhten auf 3:0. Die Hausherren schienen auf dem richtigen Weg, als St. Petersburg urplötzlich zurückschlug und Magnitogorsk auf dem falschen Fuß erwischte. Nacheinander, innerhalb von fünf Minuten, machten Gusev, Barabanov und Dadonov aus dem 3:0 ein 3:3. Die Hausherren waren geschockt und sie mussten gar das 3:4 hinnehmen, als Petersburg Superstar Kovalchuk nach Wiederbeginn zum dritten Drittel zusammen mit dem Kanadier Hersley förmlich explodierte und neun (!) Sekunden später die Petersburger Führung erzielte. Mitten in den Gästejubel schlägt Kosov zurück und es steht 4:4. In der 46. Minute fällt schließlich die Entscheidung zugunsten von SKA St. Petersburg. Kablukov kann bei 6-5, eine Strafe wegen Behinderung war von Hauptschiedsrichter Olenin angezeigt worden, dass 4:5 markieren.

Damit heißt der Meister der KHL in der Saison 2016/17 SKA St. Petersburg.

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