Schweiz: Informationen und Neuerungen zum Saisonstart

Schweiz: Die 14 Award-GewinnerSchweiz: Die 14 Award-Gewinner
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In zwei Wochen geht die Saison im Schweizer Eishockey los. Erstmals werden dabei die NLA und die NLB die Zielgröße von zwölf Mannschaften umfassen. Die größte Neuerung ist dabei, dass in der NLA neu vier statt drei Ausländer (davon jedoch mindestens ein EU-Bürger) eingesetzt werden kann und die Anzahl ausländischer Spieler im Kader sowohl in der NLA wie auch in der NLB nicht mehr begrenzt wird. Bei der Nationalliga ist man damit überzeugt, die durch das Freizügigskeitsabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union veränderte Gesetzgebung bezüglich Nicht-Diskriminierung von EU-Bürgern gegenüber Schweizern am Arbeitsplatz erfüllt zu haben – im Widerspruch zu den Handlungen anderer Sportsverbände.

„Die Rechtsgrundlagen sind gewährt und das Gentlemen’s Agreement wurde von allen Clubs unterzeichnet“, äusserte sich der Jurist und Nationalliga-Präsident Franz A. Zölch zur umstrittenen Angelegenheit. Nächste Saison ist die Aufstockung auf fünf Ausländer (darunter mindestens zwei EU-Ausländer) von den Clubs beschlossen worden, doch werden dem Anschein nach patriotische Kreise innerhalb der NLA wohl nochmals auf die Abstimmung zurückkommen im Laufe dieser Saison.

Bezüglich Live-Übertragungen während der regulären Saison konnten neben den Tessiner- (TSI2) und Romand-Derbies (TSR2) die zwei Qualifikationspartien ZSC Lions – HC Lugano und ZSC Lions – HC Ambrì-Piotta von TSI2 gesichert werden, die vier Spiele finden deshalb um 20:00 Uhr statt. Ob aus TSR2 oder Privatsender von der vergünstigten Bereitstellung der Live-Signale aus dem Zürcher Übergangsstadion Kunsteisbahn Oerlikon profitieren werden, ist weiterhin ungewiss. In der Nationalliga B soll sich laut Zölch der Privatsender U1 für Live-Spiele der Heimpartien des SC Langenthal entschieden haben, nachdem man zuvor noch von zeitversetzter Übertragung ausging. Nach den schlechten Erfahrungen in Zuchwil mit einigen ZSC-Rowdies, welche einen Spielabbruch provozierten, hat die Nationalliga nun die während der Saison üblichen Sicherheitsauflagen neu auch für sämtliche Testspiele gefordert. Ausserdem möchte man vermehrt das Rauchverbot in Hallen durchsetzen, was aber weiterhin ein Traum bleiben dürfte, solange selbst der Zigaretten-Verkauf in Eishallen geduldet wird. In nächster Zeit stehen innerhalb der Nationalliga wichtige Entscheidungen an, so über die Organisationsform der bisherigen Nationalliga GmbH sowie über die neuen Clubwechselentschädigungen. Nicht unbedeutend, hat die Anzahl Clubwechsel seit 1999 konstant zugenommen von damals 80 auf 151 Clubwechsel während der vergangenen Saison.

Auch aus der Amateurliga gibt es Neues, so möchte man einerseits die Basis durch Einbezug von Plauschmannschaften fördern. Andererseits strebt man weiterhin eine Angleichung des Modus innerhalb der verschiedenen Regionen an. Nach dem Motto „gut Ding will Weile haben“, wird jedoch auch diese Saison beginnend mit der 1. Liga jede Region ihren eigenen Modus spielen.

Neues gibt es auf dem Nachwuchsbereich: Auf Ebene der Juniorenmannschaften wird die Gönnervereinigung „Top 8“ gegründet. Wie der Name schon sagt, möchte man dabei finanzielle Unterstützung einholen, um die Rückkehr und Etablierung der Juniorennationalmannschaften unter den „Top-8-Nationen“ zu erreichen. Talente sollen so besser gefördert und wo nötig auch finanziell unterstützt werden. In Richtung Nachwuchs leistet dabei auch die PostFinance Hilfe: Neben den Beträgen für die Scorerpunkte der NLA- und NLB-Topscorer sieht das Topscorer-Konzept für 2004/05 vor, dass der an die Clubs überwiesene Betrag in gleicher Höhe auch an den SEHV überwiesen wird, wobei auch dort die finanziellen Mittel an den Nachwuchs zu binden sind. Letztes Jahr konnten so 197'000 Franken „erscort“ werden innerhalb der NLA- und NLB-Clubs. „Davon konnten 5000 Jugendliche profitieren“, wie Jürg Bucher, der Leiter der PostFinance, erklärt.

Das Allstar Weekend wird wie gewohnt in Bern ausgetragen, dieses Jahr vor der Olympia-Qualifikation am 4. und 5. Februar 2005. Noch nicht ganz klar ist das Konzept im Detail: Sicher ist nur die Allstar Night im Berner Kursaal am Freitag, sowie dass die Skills am Samstag in der BernArena ausgeweitet werden, während das Spiel der Allstars abgeschafft oder in einer anderen Form stattfinden wird.

Am Anlaufen ist auch das Schiedsrichter-Austauschprogramm zwischen den höchsten Ligen der Schweiz, von Deutschland, Schweden, Finnland, Russland, Tschechien und der Slowakei, über welches wir mehrfach berichtet hatten. In der NLA kommen Gastschiedsrichter zwischen dem Oktober 2004 und Mitte Januar 2005 zum Einsatz, wobei noch nicht alles reibungslos läuft. Einige Schiedsrichter haben Mühe den Aufgeboten zu folgen, da Profi-Schiedsrichter, wie in der Schweiz vorhanden, in anderen europäischen Ländern keine Selbstverständlichkeit darstellen. Die Schweiz wird durch die Head-Schiedsrichter Danny Kurmann und Brent Reiber sowie als Supervisor Freddy Reichen in ausländischen Ligen vertreten. Als „Pilotprojekt“ diente letzte Saison ein Austausch zwischen der NLA/NLB und der DEL/2. Bundesliga aus Deutschland.

Von zwei Phasen in der Saison spricht der Nationaltrainer Ralph Krueger, wenn es um seine Nationalmannschaft geht. Während sechs Monaten steht die Olympia-Qualifikation im Mittelpunkt. Die Testspielzeit beginnt dabei mit dem zum Fünfnationen-Turnier umfunktionierten Deutschland-Cup. Neu ist, dass das vorhergehende Testspiel in der Schweiz gegen Kanada (9.11. in Kreuzlingen) zum Turnier zählt, danach werden in Hannover (11. bis 14.11.) Spiele gegen Deutschland, Kanada, den USA und neu gegen die Slowakei bestritten. Bis auf das Spiel in Kreuzlingen finden sämtliche neun Partien in Hannover statt. Im Dezember wird vom 16. bis 18.12. wie im Vorjahr der Loto-Cup im slowakischen Piestany ausgetragen. Im Februar gilt es dann ernst: Vom 10. bis 13. Februar 2005 findet in Kloten das Olympia-Qualifikationsturnier statt, davor am 8. Februar in Huttwil ein Freundschaftsspiel gegen die Ukraine. In Kloten zählt gegen Dänemark, Japan und ein Qualifikant (wahrscheinlich Norwegen oder Ungarn) nur der Turniersieg, welcher zur Qualifikation zu den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin führt. „In dieser Phase gibt es wenige Experimente. Wir werden mit dem Kern der Nationalmannschaft weitermachen, mit dem Fundament weiterfahren und es verstärken. Neue Spieler müssten sich extrem aufdrängen“, so Krueger, der für Neuentdeckungen in der Playoffzeit mehr Gelegenheiten erhalten wird. In dieser zweiten Phase, der WM-Vorbereitung, beginnt man mit einer Zusammenkunft auf der Lenzerheide und einem Trainingslager mit zwei Testspielen in Dänemark, das sich auf allen Stufen in der A-Klassigkeit etablieren konnte. In der Schweiz folgen Testspiele gegen Finnland (in Sierre und einem noch zu bestimmenden Ort) und Weissrussland (in Biel und Winterthur). Danach wird die Schweiz etwas ausserhalb von Wien sich auf die WM 2005 in Österreich vorbereiten. Erst drei Tage vor WM-Beginn wird man näher nach Wien rücken und in der WM-Arena, der Stadthalle Wien, ein Testspiel gegen den Gastgeber Österreich austragen. Die Zielsetzung lautet wie gewohnt das Erreichen des Viertelfinals, was in den vergangenen zwei Jahren erreicht wurde. Etwas hoch wird dafür die Messlatte bei den Junioren-Weltmeisterschaften gelegt, wo die Schweiz sowohl bei der U20- wie auch bei der U18-WM als Abstiegskandidat gewertet wird. Der SEHV dagegen hat sich nicht nur den Klassenerhalt, sondern auch eine Klassierung unter den besten sechs Mannschaften als sportliches Ziel gesetzt. Die U20-Nationalmannschaft müsste zur Zielerreichung an der U20-WM in den USA damit aus ihrer Gruppe (USA, Tschechien, Russland, Weissrussland) zwei dieser Gegner hinter sich lassen. Die erst grad wiederaufgestiegene U18-Nationalmannschaft müsste in Tschechien von den Gegnern USA, Tschechien, Slowakei und Finnland ebenfalls zwei Mannschaften hinter sich lassen. (Zu?) hohe Ziele, zumal die kommenden Jahrgänge nicht mehr so verheissungsvoll sind wie noch vor einigen Jahren, als die Schweizer um Medaillen kämpften. Wie alle zwei Jahre hat 2004 die U17-Nationalmannschaft einen besonderen Auftritt durch das europäischen Jugend-Olympiafestival, welches im Januar 2005 im walliserischen Monthey stattfinden. Vor zwei Jahren holten die Schweizer an diesem Anlass die Silbermedaille, nun wurde eine weitere Medaille als Ziel vorgegeben.

Bei der Frauennationalmannschaft wurde anlässlich der Heim-WM in Romanshorn der Wiederaufstieg in die Weltklasse als Ziel gesetzt. Schwieriger dürfte es im November in Peking werden, wo die Schweizerinnen gegen China, Frankreich und Norwegen um das Olympia-Ticket kämpfen.

Bei den Schiedsrichtern möchte man die korrekte Interpretation des Regelbuchs 2002/2006 voranschreiten. Körperkontakte gegenüber Torhütern, auch ausserhalb des Torraums, sollen strikter geahndet werden, auch auf destruktive Spielweise durch Behinderungen, Halten und Haken möchte man wie im Vorjahr härter eingehen. Gesundheitsgefährdende Aktionen wie Checks von hinten, gegen den Kopf und Nacken, sowie hohe Stöcken sollen strikt geahndet werden, auf „Schwalben“ sollen die Schiedsrichter strikt mit Strafen antworten. Ausserdem soll wert darauf gelegt werden, dass bei Auseinandersetzungen zweier Spieler sich keine weiteren Spieler – ob schlichtend oder provozierend – einmischen. Der jeweils erste sich einmischende Spieler soll deshalb bestraft werden, bei grösseren Tumulten gar mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe. (hockeyforum.ch)

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