SC Bern vor der Deutschland-Cup-Pause deutlich vorn Schweiz: NL kompakt

Harold Kreis sitzt - noch? - fest im Sattel als Trainer des EV Zug. (KEYSTONE / picture-alliance)Harold Kreis sitzt - noch? - fest im Sattel als Trainer des EV Zug. (KEYSTONE / picture-alliance)
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Der Titelverteidiger holt einen Wochenendsieg nach dem anderen, kommt nach 19 Spielrunden auf 46 Punkte und hat mittlerweile fünf Punkte Vorsprung auf Verfolger Lugano und sogar elf auf den Tabellendritten aus Zürich angehäuft. Während die ersten drei Mannschaften zuletzt alle vier Spiele gewannen, hat das Mittelfeld seine erste Meisterschaftspause bereits vor der Pause genommen, von acht Spielen im Schnitt nur drei gewonnen. Die Teams muss aufpassen, dass die hinteren Ränge nun nicht zur Aufholjagd blasen. Besonders Zug hat die letzten sieben Spiele vergeigt, ist vom Geheimfavoriten zum Play-Down-Kandidaten abgefallen. Ganz hinten hat sich Kloten trotz der Heimniederlage gegen den Stadtrivalen ZSC nach dem Trainerwechsel gefangen, konnte zuvor drei Spiele in Folge gewinnen, hat aber immer noch sechs Punkte Rückstand zum Tabellenelften Lausanne. 

Wochenendsieger SC Bern: sechs Punkte, 8:2 Tore
Schon wieder sind sie vorne und das zu Recht. Eine echte Meisterleistung erbrachten sie beim 6:1 in Davos. Davor waren sich die Schweizer Gazetten noch nicht sicher, wer die besseren Siegchancen hat, denn der HCD ist zu Hause durchaus eine Macht. Aber im Spiel zeigte der SCB, wer im Augenblick in der NL das Sagen hat. Ruefenacht im Nachschuss, Bodenmann und Untersander ließen das Herz von Berns Headcoach Jalonen freudig schlagen. Und zum Schrecken der Davoser ging es gleich munter weiter: Coach del Curto wechselte seinen augenblicklichen Stammkeeper van Pottelberghe, der bei zwei Gegentoren keine glückliche Figur gemacht hatte, gegen Back-up Gilles Senn, aber auch dieser musste bereits 39 Sekunden nach seiner Einwechslung das 0:4 erneut durch Bodenmann hinnehmen. Dann beim kam 0:5 auch noch Pech dazu, denn Senn hielt den Schuss von Arcobello, aber die Scheibe flog über die Schulter ins Netz. In der 49. Minute durfte Wieser wenigstens das Ehrentor der Gastgeber schießen, bevor Moser kurz darauf mit seinem Treffer für das Endergebnis sorgte. Einen Tag später kam Zug, das im Augenblick eine Negativserie hinlegt. Vielleicht waren sich die Berner zu gewiss, denn nach dem 2:0 im ersten Drittel (Arcobello und Bodenmann) versagte die Tormaschine und nach dem Anschluss von Viktor Stalberg wurde es richtig spannend. Nur mit viel Glück kamen die Hauptstädter auch in diesem Spiel zu den erwarteten drei Punkten. 

Wochenendzweiter HC Fribourg Gotteron: 9:5 Tore, sechs Punkte
Beim Auswärtsspiel in Zug merkte man deutlich das Selbstbewusstsein der Gotterons, die eiskalt jede Abwehrschwäche der Zuger bestraften. Nach 25 Minuten führte Fribourg mit 4:1 und damit war das Spiel eigentlich entschieden. Aber ein überraschender Shorthander von Fabian Schnyder brachte wieder Leben in die Zuger, die durch zwei weitere Powerplaytore (Stalberg, Martschini) ausgleichen konnten. Als Cervenka zwei Minuten später über die Fanghand von Stephan schoss und damit sein drittes Tor des Tages erzielte, brachte das einen Knacks in das Zuger Spiel und am Ende entschied ein Empty-Netter von Rossi für Fribourg die Partie. Im zweiten Spiel traf man auf die von Bern demoralisierten Davoser. Zwar hielt Davos gut mit, aber am Ende stand ein 3:1 für Fribourg (Tore: Birner(2) und Bykov / Little).

Wochenenddritter HC Lugano: 7:3 Tore, sechs Punkte


Die Bianconeri hatten eigentlich das einfachste Programm im Vergleich zu den Wochenendsiegern Bern und Fribourg. Allerdings zeigten die beiden Gegner (Ambri und Langnau) zuletzt ihren Gegnern die Zähne und dementsprechend hatten die Tessiner auch zu arbeiten, um die sechs Punkte zu behalten. Gegen Ambri musste schon ein Empty-Netter von Klasen herhalten, nachdem zuvor Fazzini und Reuille zweimal für den HCL und Zwerger für Ambri getroffen hatten. In Langnau führte Lugano schon 3:0 (Lapierre und Fazzini (2)), ehe es Gagnon und Albrecht mit zwei Toren innerhalb von 14 Sekunden spannend machten. Erst Walker, ebenfalls wie Klasen ein Tag zuvor, konnte mit einem Empty-Netter alles klar machen.

Das Wochenendmittelfeld im Überblick
Biel (4.) holte sich fünf Punkte, musste in Ambri beim 4:3 in die Verlängerung, zuvor gab es ein 2:1 gegen Langnau. Mit drei Punkten auf den Plätzen Fünf und Sechs kamen Genf und der ZSC aus dem Wochenende, Ambri auf Platz Acht. Punktlos blieben Kloten, Zug und Langnau.



Die Verlierer des Wochenendes 


Die orangene Laterne ging an Lausanne, das in seinem einzigen Wochenendspiel gleich mit 1:6 beim Rivalen Genf einging. Schlusslicht ist Davos, das nach dem desaströsen 1:6 gegen Bern auch noch mit 1:3 in Fribourg unterlag.  

Achtung, Ironie: Harold Kreis, Mann der Woche
Sieben Niederlagen in Folge und in jedem anderen Verein Europas würde der Trainerstuhl nicht nur wackeln, sondern umfallen - wie aktuell etwa beim ERC Ingolstadt aus der DEL. Nicht so im beschaulichen Zug. Natürlich wird auch dort vieles diskutiert und überlegt, aber einer steht nicht zur Debatte: Coach Harold Kreis.

Die Gründe der Niederlagenserie sind schwer zu ermitteln, aber sie könnten auch darin liegen, dass Kreis auch in Zeiten, wo es beim EVZ läuft, wenig rotiert, an seinen Leistungsträgern festhält. Vielleicht wäre ein bisschen mehr Durchwechseln angebracht. Ein weiterer Grund könnte sein, dass es kaum einen echten Leitwolf im Team gibt. Kapitän Raphael Diaz - 214 NHL-Spiele und 538 Partien in der NL - ausschließlich in Zug, gilt als Musterprofi, aber ohne Ecken und Kanten und keineswegs als Kapitän, der vorangeht. Da gab es in der Vergangenheit schon andere Beispiele wie Josh Holden. Vielleicht sollte Kreis lieber einem anderen, verdienten Akteur, das Amt übertragen. Nicht um Diaz zu demütigen, sondern um ihn zu befreien von Lasten, die er nicht stemmen kann.

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