Salzburg verteidigt Meistertitel

Thomas Koch präsentiert den Cup. (Foto: GEPA Pictures / Wolfgang Jannach)Thomas Koch präsentiert den Cup. (Foto: GEPA Pictures / Wolfgang Jannach)
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Emotionen, Wahnsinn, Dramatik – so könnte man den Showdown der Finalrunde zwischen dem EC KAC und den Red Bulls Salzburg beschreiben. Und wieder einmal sorgte eine Schiedsrichterentscheidung kurz vor der Schlusssirene für Diskussionsstoff, die jedoch schnell wieder vergessen war. Denn kein anderer als Thomas Koch, dessen Tor zum 2:3 nicht gegeben wurde, schoss sein Team in der Overtime schließlich doch noch zur Meisterschaft.

„Die Gerechtigkeit hat gesiegt – glaub' ich“, freut sich der gebürtige Klagenfurter Thomas Koch, Torschütze des Siegtreffers. „Es hat sich die ganze Zeit angefühlt, als ob alle gegen uns wären“, gibt der Stürmer nun sichtlich erleichtert zu. Die Frage, regulärer Treffer oder Torraumabseits kurz vor Ende der regulären Spielzeit, war somit auch schnell wieder vom Tisch. Es war zunächst eine Entscheidung, die für Wut und Unverständnis sorgte – nicht nur beim verletzten Torhüter Reinhard Divis: „Das ist ein Skandal ohnegleichen. Es tut mir im Herzen weh“, konnte der Salzburger Goalie, der nächste Woche an der Schulter operiert wird, kaum glauben. Es war bereits das dritte Tor in dieser Finalserie, das nicht gegeben und heiß diskutiert wurde. Leidtragender der ersten beiden Entscheidungen war der KAC, dann traf es die Bulls. Der Klagenfurter Stürmer Dieter Kalt gibt zu Verstehen: „Ich kenn mich mit den Regeln nicht mehr aus.“

Doch neben all den fraglichen und heiß diskutierten Schiedsrichterauslegungen hatte das letzte Saisonspiel der EBEL einiges zu bieten. Und wie Experte und Ex-Profi Sascha Tomanek bereits am Dienstag prophezeite, sollte die Partie in Klagenfurt an „Geilheit“ nicht zu übertreffen sein. Es war zwar nicht die beste Partie der Finalserie, doch bis zuletzt war nicht einzuschätzen, wer nun am Ende die beiden Trophäen (EBEL- und Staatsmeister-Pokal) in den Händen halten sollte. Vor ausverkaufter Halle ging im ersten Drittel zunächst Salzburg durch Matthias Trattnigs Powerplay-Treffer in Führung, die Kärntner glichen aber sechs Minuten später ebenfalls in Überzahl zum 1:1 aus – Torschütze: Michael Craig. Das Mitteldrittel blieb trotz Chancen auf beiden Seiten torlos, zwei weitere Treffer folgten im dritten Drittel: Steven Regier traf für die Red Bulls, Tyler Scofield für Klagenfurt. Dann das nichtgegebene „Tor“ von Tommy Koch vier Minuten vor Schluss, welches von selbigem aber in der Verlängerung nachgeholt wurde.

Es war ein knappes und ausgeglichenes siebtes Spiel, das die komplette Serie widerspiegelte. Nach dem ersten Heimsieg des KAC wirkten die Klagenfurter etwas müde, so dass Salzburg als stärkere Mannschaft die Partien Zwei und Drei für sich entscheiden konnte. Doch die Kärntner kamen zurück und gingen somit zwischenzeitlich mit 3:2 erneut in Führung. Im sechsten Spiel siegten wieder die Bulls: „Es war eine unglaubliche Serie von beiden Mannschaften, beide Teams haben die Meisterschaft verdient“, weiß auch Dieter Kalt, dessen Team heute verletzungsbedingt auf Kapitän Christoph Brandner verzichten musste.

Zuletzt entschieden die Salzburger – wie bereits im vergangenen Jahr gegen Linz – das Finale für sich und holten sich damit ihren vierten Meisterschaftstitel. Bleibt nun abzuwarten, ob der „Held des Tages“, Thomas Koch, nach seinem entscheidenden Tor in seiner Heimat Klagenfurt weiterhin willkommen ist. Gerüchte einer Rückkehr zum KAC halten sich hartnäckig.

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