Riga 2006: Wer wird Weltmeister? Russland?

World Cup: Russen trainieren in KlotenWorld Cup: Russen trainieren in Kloten
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Russland:

Dass die russischen Superstars mit keinem Trainer der Welt wirklich zurechtkommen ist in der „Sbornaja“, seit dem Rücktritt des legendären Viktor Tichonov, schon fast zur Tradition geworden. Der aktuelle Headcoach Vladimir Krikunov versuchte zwar bei den Olympischen Spielen in Turin ein Team von hochtalentierten Akteuren zu einer Einheit zusammen zu schweißen, doch seine Bemühungen gingen leider den Bach hinunter und die Superstars gingen, nach dem doch enttäuschenden vierten Rang, im Streit auseinander.

Somit wird anscheinend kein etablierter NHL-Profi am WM-Turnier in Riga teilnehmen. Einzige Ausnahme: Alexander Ovechkin. Der designierte Calder Trophy Gewinner (bester Neuling des Jahres) von den Washington Capitals gilt auf dem Eis sowieso als die große Ausnahme im internationalen Eishockeysport. Mit enormer Geschwindigkeit, ausgefeilter Technik und seinen unvergleichlichen Moves steht er für eine neue Generation von Hockeyspielern, welche in Punkto Spielweise den spektakulären Aktionen in einem Computerspiel um Nichts nachstehen. Natürlich ist Ovechkin ein glänzender Solist, doch mit seinem kongenialer Partner Evgeni Malkin (noch in Magnitogorsk) könnte er zu einer ernsthaften Bedrohung für alle gegnerischen Verteidigungsreihen werden.

Auch ohne die Topstars aus der NHL können die Russen in der Offensive mit einigen hochkarätigen Spielern aufwarten. Das Dynamo Moskau Sturmduo Maxim Sushinsky und Alexander Kharitinov war schon bei Olympia mit dabei und sorgt in der russischen Superliga für Tore am Fließband. Dazu kommt noch Alexander Semin (Khimik Moskau), der vielleicht schon in der nächsten Saison zu den Washington Capitals zurückkehren könnte.

Sergei Mozyakin (CSKA) und Danis Zaripov (AK Bars Kasan) finden sich in der Punkteliste der russischen Superliga unter den Top 5 und auch Igor Emeleev (SKA St. Petersburg) taucht vor dem gegnerischen Kasten immer brandgefährlich auf.

Die Jungstars Igor Grigorenko (Severstal Cherepovets) und Alexander Nikulin (CSKA) sind zwar schon von NHL-Klubs gedraftet, aber werden sich trotzdem bei der WM besonders ins Zeug legen um ihren Marktwert noch weiter in die Höhe zu treiben. Ähnliches gilt für den 19järigen Nikolai Kulemin. Der Teamkollege von Evgeni Malkin bei Magnitogorsk wurde erst heuer für die NHL-Scouts interessant und hat im Entry Draft 2006 gute Chancen sehr früh gepickt zu werden.

Was die Russen im Angriff im Überfluss besitzen, geht allerdings auf der Torhüterpostion schwerstens ab. Nach der Verletzung von Maxim Sokolov werden sich nun Alexander Formichev (CSKA) und Sergei Zvyagin (Dynamo) die Bürde im Kasten der Sbornaja teilen. Außer es passiert natürlich noch ein Wunder und ein NHL-erprobter Keeper stößt kurzfristig zum Team.

Zudem könnte auch die Verteidigung gröbere Probleme bekommen. Trainer Krikunov vertraut vorwiegend auf junge Spieler die international noch relativ wenig Erfahrung besitzen. Ilya Nikulin (Ak Bars Kasan), Georgi Misharin (CSKA), Denis Kulyash (Dynamo Moskau), Alexei Emelin (Lada Togliatti) und Kirill Koltsov (Avangard Omsk) sind teilweise vom 25. Geburtstag noch weit entfernt und müssen erst beweisen, dass sie in entscheidenden Phasen auch die nötige Ruhe bewahren können. Geführt werden die Jungstars von den Routiniers Dmitri Bykov (Dynamo Moskau), Andrei Kruchinin (Lada Togliatti) und Vitali Atyushov. Besonders in der Defensive würden der russischen Mannschaft ein oder zwei NHL-Cracks sehr gut tun.

Wenn die russische Angriffsmaschinerie aber erst einmal ins Rollen kommt, befinden sich sowieso immer fünf Stürmer, wenn auch nicht nominell, auf dem Feld.

Unser Tipp: Mit Ovechkin, Malkin und der Armada an Filigrantechnikern ist das Semifinale sicher in Reichweite.



(von Simon Kazianka)

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