Olympische Spiele 2018 voraussichtlich ohne NHL-StarsIOC will Reise- und Versicherungskosten nicht tragen

In Sotschi noch ein Herz und eine Seele: IIHF-Präsident René Fasel (links) und NHL-Commissioner Gary Bettman. (Foto: Imago)In Sotschi noch ein Herz und eine Seele: IIHF-Präsident René Fasel (links) und NHL-Commissioner Gary Bettman. (Foto: Imago)
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Seit den Olympischen Spielen 1998 in Nagano übernahm das IOC die Kosten. Das Komitee gab nun in der letzten Woche bekannt, dass dies bei den kommenden Spielen in Südkorea nicht der Fall sein wird. Gegenüber Inside the Games, einem Online-Magazin zu den Olympischen Spielen bestätigte IIHF-Präsident René Fasel die Entscheidung des IOC. „Wir hatten in der vergangenen Woche ein Treffen mit der NHL, die Prognose ist nicht wirklich gut. Unser Wunsch ist es, die besten Spieler bei den Spielen zu haben. Die Entscheidung des IOC, die Kosten nicht zu tragen, wie sie es bei den letzten fünf Spielen taten, bringt uns in eine schwierige finanzielle Lage. Es ist nun schwieriger als je zuvor“, wird Fasel auf der Seite zitiert.

Für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi wurde die Hauptrunde der NHL für ein paar Wochen unterbrochen, um die besten Spieler nach Russland schicken zu können. Das entsprechende Abkommen wurde im Sommer vor den Spielen beschlossen. Die Kosten beliefen sich 2014 auf rund 32 Millionen US-Dollar. Das IOC übernahm rund 14 Millionen Dollar, die IIHF zahlte die restlichen 18 Millionen Dollar, die fast ausschließlich in Reise- und Versicherungskosten flossen. Kosten, die laut Fasel in Pyeongchang auf zehn Millionen Dollar reduziert werden könnten.

Fasel vermutet, dass das IOC hier einen Präzedenzfall schaffen will. In der olympischen Sportwelt spricht sich natürlich herum, dass von Seiten des IOC viel Geld an die NHL fließt. Doch Fasel stellt auch klar, dass Eishockey der einzige professionelle Mannschaftsport bei den Olympischen Winterspielen ist. Zudem sei es nicht unerheblich, dass der Ligabetrieb in Nordamerika für rund drei Wochen stillsteht.

Hinzu kommt die Frage, ob die NHL überhaupt ihre Spieler für die Spiele in Südkorea freistellt. Immer wieder ist zu hören, dass die NHL ein höheres Interesse an den Spielen 2022 in Peking hätte, als an den Spielen in Pyeongchang. Allein aus wirtschaftlicher Sicht ist der chinesische Markt für die beste Liga der Welt interessanter. Fasel sagt dazu: „Olympische Spiele sind nichts, wo man wählerisch vorgeht.“ Mit einer Entscheidung der NHL und der Spielergewerkschaft NHLPA wird spätestens zum World Cup of Hockey im September gerechnet.

Fasel gibt sich optimistisch: „Die Spieler wollen kommen; das ist ein gutes Zeichen. Sie wollen ein Teil der Olympischen Spiele sein. Also werden wir eine Lösung finden. Auch wenn es nicht einfach wird.“