„So nah dran“ – die Presseschau zur deutschen SilbermedailleNationale und internationale Schlagzeilen

Bei der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele 2018 trug Christian Ehrhoff die deutsche Fahne in Pyeongchang. (Foto: dpa)Bei der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele 2018 trug Christian Ehrhoff die deutsche Fahne in Pyeongchang. (Foto: dpa)
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Bereits kurze Zeit später gingen die News über den Ticker und hier ein kleiner Auszug aus den nationalen und internationalen Pressestimmen.

National:

Die Berliner Morgenpost schreibt: Silber für Deutschland im Eishockey gegen Russland und bedauert, dass zum „Wunder von Pyeongchang“ nur 55,5 Sekunden fehlten. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft beendete ihr Olympia-Märchen in Südkorea mit Silber. Das Team von Bundestrainer Marco Sturm unterlag im Finale der Winterspiele dem Rekordweltmeister Russland unglücklich mit 3:4 nach Verlängerung und verpasste die größte Sensation in der Eishockey-Geschichte denkbar knapp. Dennoch fliegt die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes als Gewinner nach Hause. Mit Silber im Gangneung Hockey Centre nach den sensationellen Siegen gegen Weltmeister Schweden und Rekord-Olympiasieger Kanada übertraf die Mannschaft um Kapitän Marcel Goc die bislang besten Olympia-Ergebnisse von 1932 und 1976. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte dem DEB-Team am Vorabend in einem Telefongespräch viel Glück gewünscht. „Ich wünsche weiterhin gute Laune, ein gutes Spiel, das richtige Ergebnis am Ende. Ich gucke zu“, sagte Steinmeier, der Christian Ehrhoff anrief. „Ihr habt ganz Deutschland für Eishockey ganz neu begeistert. Ich drücke natürlich, wahrscheinlich mit ein paar Millionen anderer Deutscher, die am Fernseher sitzen werden, die Daumen.“ Für den langjährigen NHL-Profi Ehrhoff folgte gut vier Stunden nach der Schlusssirene der nächste Höhepunkt seiner Karriere: Der 35-Jährige führte die deutschen Athleten bei der Schlussfeier als Fahnenträger ins Olympiastadion. „Das ist eine riesige Ehre für mich“, sagte der Kölner.

Ganz in ihrem Stil die Bildzeitung mit ihrer Headline: So geil haben wir noch nie verloren. SIE WAREN SO NAH DRAN! 55,5 Sekunden vor Schluss noch mit 3:2 geführt und dennoch verloren. Das ist bitter. Unsere Eishockey-Cracks haben sich trotz der Niederlage in unsere Herzen gespielt. Begeisternd, überragend, wie sie den großen Favoriten Paroli boten. Unsere Eishockey-Cracks haben sich trotz der Niederlage in unsere Herzen gespielt. Begeisternd, überragend, wie sie den großen Favoriten Paroli boten.

Der Kölner Express schreibt: Eishockey-Wunder verpasst. Deutschland verliert Olympia-Krimi gegen Russland und findet: Für uns seid ihr trotzdem Eishockey-Helden. Ihr habt nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen. Denn es ist die erste Medaille für deutsche Kufencracks nach Bronze 1976 in Innsbruck. „Wir müssen dem Gegner mit unserem Willen, Kampfkraft und Einsatz die Lust am Spiel nehmen, dann haben wir eine gute Chance auf Gold“, hatte Gerrit Fauser als Motto angekündigt. So hatte der große Außenseiter bereits Weltmeister Schweden und Titelverteidiger Kanada geknackt.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt: Deutschland verliert dramatisches Finale. Zur ganz großen Sensation hat es für die deutsche Nationalmannschaft beim Olympischen Eishockey-Turnier in Pyeongchang dann doch nicht mehr gereicht. Der Gewinn der Silbermedaille ist dennoch mit Abstand der größte deutsche Erfolg in der schnellsten aller Mannschaftssportarten und stellt den legendären Bronze-Gewinn von 1976 in den Schatten. „Wenn wir mal auf das gesamte Turnier zurückblicken, dann können wir unglaublich stolz sein, was wir hier mit der Mannschaft erreicht haben“, wird Verteidiger Christian Ehrhoff zitiert.

Die Hamburger  Morgenpost findet: Schade Jungs, für uns seid ihr trotzdem Eishockey-Helden und die Illustrierte Stern informiert über einen Liveticker: 7.57 Uhr: Drama auf dem Eis - Deutsches Eishockey-Team verpasst Gold im „Sudden Death“. Dieses Silber fühlt sich wie Gold an. Auch wenn das deutsche Eishockey-Sensationsteam das Wunder im Olympia-Finale dann doch knapp verpasste, verneigt sich Deutschland vor dieser Auswahl von Bundestrainer Marco Sturm.

Und die Wilhelmshavener Zeitung titelt: Deutsches Eishockey-Team verpasst das Olympia-Wunder. Die Silbermedaille ist der größte Erfolg der DEB-Auswahl. Dieses Silber fühlt sich wie Gold an. Auch wenn das deutsche Eishockey-Sensationsteam das Wunder im Olympia-Finale dann doch knapp verpasste, verneigt sich Deutschland vor dieser Auswahl von Bundestrainer Marco Sturm.

International:

Der Schweizer Informationsdienst 20 Minuten Schweiz war einer der ersten online: Kaprissow schießt die Russen zu Gold und bewundert das deutsche Team: Das deutsche Märchen an den Olympischen Spielen nimmt kein Happy End. Die Russen vom Team OAR gewinnen den spektakulären Eishockey-Final mit 4:3 nach Verlängerung, allerdings erst nach einem Kraftakt.

Das schwedische Blatt Dagbladet schreibt es etwas krasser: Die Olympischen Athleten aus Russland holten bei den Olympischen Winterspielen ihr zweites Gold, als sie am Sonntag beim Eishockey-Finale gegen Deutschland siegten. Nicht unter offizieller Flagge kümmerte sich das russische Team nicht um die offizielle Bezeichnung, hatte aber im Endeffekt sogar Glück, dass Deutschland mit dem Ausgleich kurz vor Schluss die Goldmedaille vermasselte. Ähnlicher Meinung war die schwedische Zeitung Dagens Nyheter: Das letzte Spiel in dem Turnier war der dramatische Höhepunkt. Deutschland drückte die OAR zurück und kratzte an Gold.

Das große finnische Blatt Helsingin Sanomat litt mit Deutschland. Deutschlands fabelhaftes Märchen endete in der Fortsetzung von Kirill Kaprizovs überwältigendem Schuss und dem glücklichen  russischen 4:3-Sieg.

Die Los Angeles Times schreibt, dass die russische Mannschaft, obwohl Favorit, gegen Deutschland Überstunden schieben musste. Kirill Kaprizovs schneller Schuss aus dem richtigen Kreis während eines Powerspiels bescherte den Olympiateilnehmern Russlands einen 4:3-Overtime-Sieg gegen Überraschungsfinalist Deutschland und die Goldmedaille beim Olympischen Eishockey-Turnier der Männer. Außerdem erinnert die Zeitung, dass beim letzten Sieg der Russen 1992 in Albertville das Land als Unified Team der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten antrat.

Die New York Post bemerkt süffisant, dass ein Team ohne Land Gold im Eishockey gewonnen hat. Kirill Kaprizov erzielte den Siegtreffer, als das „Team Olympic Athlete from Russia“ in Überstunden am Sonntag gegen den Außenseiter Deutschland mit 4:3 gewann. Das war ein „Instant-Klassiker“, der nicht nur in Südkorea, sondern auch in Nordamerika ein spannendes Männerturnier rettete.

Der Toronto Star schreibt: Russen gewinnen Männer Hockey Gold mit spannenden Überstunden-Sieg über Deutschland.

Die Züricher Nachrichten befinden, dass sich das Team OAR in Gangneung auf einer Mission befand. Aufgrund des Fehlens der NHL-Stars als klarer Favorit angetreten, wäre für die Equipe von Trainer Oleg Znarok alles andere als Gold eine Enttäuschung gewesen, umso mehr, als zuletzt 1992 in Albertville ein russisches Eishockey-Team Olympiasieger geworden war. Allerdings mussten sich die Russen den Erfolg im Final mehr als hart erkämpfen. Glücklich Pawel Datsyuk, der  nun dem so genannten „Triple Gold Club“ angehört. Das heißt, dass er Olympiasieger, Weltmeister und Stanley-Cup-Gewinner ist.

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