Olympia: Schweiz vs Deutschland - die Eidgenossen sind klarer FavoritVor der Viertelfinal-Qualifikation gegen die Schweiz

Das Bronze-Team von Innsbruck sorgte für den letzten Sieg eines DEB-Teams gegen die Schweiz bei Olympia. (picture alliance/Pressefoto Rudel)Das Bronze-Team von Innsbruck sorgte für den letzten Sieg eines DEB-Teams gegen die Schweiz bei Olympia. (picture alliance/Pressefoto Rudel)
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Beim ersten olympischen Aufeinandertreffen einer deutschen und einer schweizer Eishockey-Nationalmannschaft siegten die Schweizer vor heimischem Publikum knapp mit 1:0 - bei den Olympischen Winterspielen in St. Moritz anno 1928, sozusagen als die Bilder laufen lernten. Es war der erste von zwei Siegen bei Olympia. Auch der andere Erfolg liegt schon einige Zeit zurück: 1952 gewannen die Eidgenossen mit 6:3. Ansonsten gab es ein Unentschieden (2006 in Turin) und vier Siege, den Letzten davon errang das Bronze-Team von Innsbruck vor 42 Jahren. Vielleicht ein gutes Omen für das morgige Aufeinandertreffen. Damals gab es ein deutliches 5:1, was uns auf einigermaßen schmerzhafte Weise in die Gegenwart zurückbringt: Denn das Toreschießen ist, wie bei leider vielen vergangenen Turnieren, das Problem der deutschen Mannschaft. Zwei Toren gegen Finnland folgten die extrem unglückliche Nullnummer gegen Schweden und nur ein Tor aus dem Spiel heraus gegen Norwegen. Noch einmal: Insbesondere das Spiel gegen Schweden war eine äußerst gelungene Darbeitung des Teams von Marco Sturm! Kämpferisch überzeugten seine Jungs ohnehin, sie konnten aber auch spielerisch mithalten und waren den Schweden läuferisch absolut ebenbürtig. Lediglich vier Pfostentreffer verhinderten eine besseres Ergebnis gegen die Skandinavier.


Es bleibt aber festzuhalten: Torausbeute Null! Und das ist in einem K.O.-Spiel wie morgen gegen die Schweiz fatal - logisch. Nun könnte man sagen, es fehlen ja die "Nordamerikaner", allen voran Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers, aber auch Tobias Rieder von Arizona Coyotes, Tom Kühnhackl aus Pittsburgh oder Korbinian Holzer aus Anaheim. Einerseits natürlich richtig, aber andererseits sind auch die Schweizer mindestens ebenso betroffen vom zwangsweisen Fernbleiben der NHL-Stars, müssen sie doch ohne Roman Josi, einen der Top-Verteidiger der NHL, sowie ohne Kevin Fiala und Yannick Weber auskommen, die ebenfalls bei den sehr starken Nashville Predators ihr Geld verdienen. Auch Luca Sbisa vom spektakulären Liga-Neuling Vegas Golden Knights und Nino Niederreiter von Minnesota Wild können nicht dabei sein, um nur einige zu nennen. 

Schweizer Kantersieg gegen den Gastgeber, deutliche Niederlagen gegen die Top-Teams

Dennoch stellt die Schweiz mit Pius Suter von den ZSC Lions einen Spieler unter den zehn besten Scorern des Turniers, der mit seinen drei Treffern exakt die gleiche Ausbeute wie das gesamte deutsche Team aufweist, wenn man den Shootout-Treffer von Patrick Hager gegen Norwegen außer Acht lässt. Und gleich noch etwas aus der Statistik-Ecke: Zehn Tore haben die Schweizer in drei Partien erzielt. Das klingt zunächst einmal imposant, wird aber dadurch relativiert, dass die Eidgenossen acht davon gegen die äußerst engegagierten, aber letztlich doch überforderten Koreaner erzielt haben. Gegen die Top-Team aus Tschechien (1:4) und Kanada (1:5) gab es deutliche Niederlagen.

Was das nun für morgige Duell bedeutet? Das wird man sehen, denn in diesen 60 Minuten - die Verlängerung dauert zehn Minuten und wird Vier gegen Vier gespielt mit anschließendem Shootout, falls nötig - werden die vielzitierten Kleinigkeiten den Ausschlag geben. Welcher Torwart hat den besseren Tag erwischt, wie funktionieren die Special Teams, wer erarbeitet sich vielleicht dieses eine schmutzige Tor, das am Ende den Ausschlag gibt? Knapp dürfte es in jedem Fall werden - wie auch beim legendären WM-Viertelfinale 2010, als Deutschland mit 1:0 gewann und es am Ende eine handfeste Rauferei gab, bei der auch der damalige Bundestrainer Uwe Krupp und sein Co Ernst Höfner ein kleines bisschen die Contenance verloren. Gutes Omen auch hier: Zwar ist der Torschütze von damals, Philipp Gogulla, nicht mehr dabei, aber Torwart Dennis Endras, der mit zahlreichen Paraden den Sieg gegen die Eidgenossen bei der Heim-WM festhielt, steht auch in Südkorea wieder im Kader der DEB-Auswahl.

In diesem Sinne: Macht's noch einmal, Jungs! Wir drücken die Daumen.

PS: Das letzte Testspiel vor Olympia gewann Deutschland mit 2:1 nach Verlängerung durch ein Tor von Dominik Kahun 16 Sekunden vor dem Ende der Overtime - gegen die Schweiz.

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