Mit der Lausitz im HerzenTorhüterin Ivonne Schröder vor der Abreise nach Sotschi

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Und gerade die drei Goalies im DEB-Team sind etwas Besonderes – denn das Trio spielt im Männer-Eishockey. Jennifer Harß hütet das Tor des ERC Sonthofen in der Bayernliga, der vierthöchsten Spielklasse. Vionna Harrer und Ivonne Schröder parieren die Schüsse gegnerischer Spieler gar in der Oberliga. Harrer im Süden für die Tölzer Löwen, Schröder für Tornado Niesky in der Oberliga Ost.

Für Ivonne Schröder ist das längst nichts Besonderes mehr. In der Deutschen Nachwuchsliga (DNL) spielte sie für den ES Weißwasser, für ihren Heimatverein also. Später ging es in den Männerbereich; erst zu den Jonsdorfer Falken, dann zu Tornado Niesky. Beide Teams spielen aktuell in der Oberliga – und beide Orte sind nicht allzu weit von Weißwasser entfernt.

Schlechte Erfahrungen? Dumme Sprüche? Das kennt Ivonne Schröder nicht. „In Jonsdorf und Niesky spielen ja auch viele Jungs aus Weißwasser. Wir kennen uns schon lange“, hat die Torhüterin keine Probleme, akzeptiert zu werden. Und auch die gegnerischen Fans gehen nett mit ihr um. Selbst wenn sie sie aufziehen wollen, ist es an sich nett. „Zum Beispiel singen sie: ‚Ivi, du hast die Haare schön.‘ Wer hört das nicht gerne?“, amüsiert sie sich. Und erst kürzlich wurde sie von den Fans der Icefighters Leipzig mit Glückwünschen Richtung Sotschi verabschiedet.

Sportlich ist sie ohnehin längst etabliert. An ihren ersten Shutout in einem Männerteam erinnert sie sich kaum noch. Schließlich gab es davon schon eine ganze Menge. „Zwei waren es bislang in dieser Saison. Der eine gegen FASS Berlin, der andere – das fällt mit gerade nicht ein.“ Die Torhüterposition ist natürlich für eine Frau bestens geeignet, um im Männerbereich zu spielen. „Das ist für eine Feldspielerin ganz anders. Bis zu den Schülern, vielleicht bis zur Jugend geht es ganz gut. Danach sind die körperlichen Unterschiede einfach zu groß“, sagt Schröder – zumal wenn es um den Oberliga-Level geht. Früher hat sie noch parallel in der Frauen-Bundesliga für den OSC Berlin und mit dem OSC auch international gespielt. „Diese Doppellizenzen gibt es aber nur bis zu einem bestimmten Alter. Das geht nun leider nicht mehr“, sagt die 25-Jährige.

Inzwischen wächst die Vorfreude auf Sotschi. Ob sie mehr sehen wird als nur das Olympische Dorf und die Eissport-Arena? „Ehrlich gesagt weiß ich das noch nicht, aber ich hoffe schon, dass wir noch mehr sehen können.“ Das schließt andere Wettkämpfe ein. „Am liebsten würde ich Biathlon sehen. Ich weiß aber noch nicht, ob das klappen wird, weil das doch ein ganzes Stück entfernt ist. Aber Eisschnelllauf ist ganz in der Nähe.“

Wie oft sie selbst auf dem Eis stehen wird, weiß sie noch nicht. „Nein, das wird uns der Bundestrainer noch sagen“, so Schröder. Peter Kathan hat da die Qual der Wahl. Gegenüber Hockeyweb erklärte er vor kurzem: „Wirklich Weltklasse sind wir auf der Torhüterposition.“

Die Chancen bei Olympia? „Wir müssen ehrlich sein: Eine Medaille ist weit weg. Wenn wir wieder den fünften Platz erreichen würden, wäre das großartig“, sagt Schröder. Da die beiden Gruppen nach Leistungsstärke getrennt sind, müssen die Deutschen in ihrer Gruppe Zweiter werden, um das Viertelfinale zu erreichen. „Das heißt: Von drei Spielen müssen wir zwei gewinnen.“ Eine schwere Aufgabe, aber gegen Schweden und Japan soll es gelingen. „Russland ist sehr stark“, sagt sie über den dritten Gruppengegner.

Zur Einstimmung wird in der Kabine übrigens Musik gehört. „Scooter war da zuletzt dabei. Welche Lieder es diesmal sind, mal schauen.“ Welche Lieder es auch immer sein werden – die Hauptsache ist, dass sie die deutschen Spielerinnen so richtig einstimmen. Für den Weg ins olympischen Viertelfinale.

Das erste Spiel für Deutschland steht am 9. Februar gegen Gastgeber Russland an. Danach folgen die Partien gegen Schweden (11. Februar) und Japan (13. Februar).

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