„Ich entstamme einer Eishockey-Familie“Interview mit Nationalspielerin Anja Weißer

Verteidigerin Anja Weißer spielt für die deutsche Frauen-Eishockey-Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi. (Foto: DEB)Verteidigerin Anja Weißer spielt für die deutsche Frauen-Eishockey-Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi. (Foto: DEB)
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Eishockey im „Mutterland“ Kanada zu spielen, dürfte der Traum vieler Eishockeyspieler sein. War das bei Ihnen auch so – oder war es eher „Zufall“, dass Sie nach P.E.I. kamen? Weil beispielsweise die Uni-Suche im Vordergrund stand?

Ich wollte schon immer mal nach Kanada oder die USA und auf der Suche hat es sich dann so ergeben, dass ich auf University of Prince Edward Island gestoßen bin.

Wie lange spielen Sie bereits in Kanada? Was hat sich dadurch für Sie verändert – sowohl im alltäglichen Leben als auch im Sport?

Ich bin jetzt in meinem vierten Jahr an der kanadischen Universität UPEI und werde dieses Jahr voraussichtlich meinen Bachelor of Business Administration abschließen. Sportlich, würde ich sagen, habe ich mich sehr entwickelt im Vergleich zu meinen Jahren vor der Uni, aber auch im alltäglichen Leben bin ich selbstständiger geworden.

Wie würden Sie den Unterschied zwischen der kanadischen Uni-Liga CIS und der Frauen-Bundesliga in Deutschland beschreiben – ist er so riesig, wie man sich ihn vorstellt?

Es sind zwei verschiedene Arten von Eishockey, die sich hauptsächlich in ihrer Spielweise unterscheiden. Persönlich finde ich das kanadische Level besser, dennoch habe ich schon seit langem kein deutsches Ligaspiel gesehen und wie ich gehört habe und auch bei meinen Mitspielerinnen gesehen habe, hat sich die Liga sehr stark verbessert.

Sie sind die Stiefschwester von Stefan Ustorf. War damit der Weg zum Eishockey vorgezeichnet? Sprich: Entstammen Sie einer Eishockey-Familie?

Ich habe mit vier Jahren angefangen Eishockey zu spielen. Meine beiden Brüder spielten Eishockey mit mir und mein Stiefbruder auch. Demnach würde ich sagen, dass ich einer Eishockey-Familie entstamme, aber würde nicht sagen, dass mir der Weg in irgendeiner Art vorgezeichnet war.

Sie spielten im Nachwuchs – wie die „andere Nordamerikanerin“ im Sotschi-Kader Tanja Eisenschmid – im Kaufbeurer Nachwuchs. Wie würden Sie aus Ihrer Sicht die Akzeptanz beschreiben?

Die Akzeptanz ist unterschiedlich.

Und wie sieht es in diesem Punkt in Kanada aus? Warum sind die Kanadierinnen  so viel besser als auch die europäischen Eishockey-Top-Nationen?

Der Grund, warum dieser Sport in Nordamerika so viel besser ist, ist der, dass es viel mehr weibliche aktive Mitglieder gibt.

Was ist in Sotschi für die deutsche Nationalmannschaft möglich?

Wir werden unser Bestes geben und versuchen, an unsere vorhergegangenen guten Leistungen anzuknüpfen.

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