Finnland gegen Überraschungsteam Slowakei, Spitzenduell zwischen Schweden und RusslandSlowakei greift nach Coup gegen die USA nach erster Medaille bei Olympia

Das slowakische Toptalent Juraj Slafkovsky (18, rechts) weiß zu überzeugen.  (Foto: dpa/picture alliance/ZUMAPRESS.com)Das slowakische Toptalent Juraj Slafkovsky (18, rechts) weiß zu überzeugen. (Foto: dpa/picture alliance/ZUMAPRESS.com)
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Finnland gilt als Favorit gegen gefährliche Slowaken

Finnland trifft am Freitag (5:10 Uhr MEZ) im ersten Halbfinale auf das Überraschungsteam aus der Slowakei. Finnland ist als einziges Team im Wettbewerb noch ungeschlagen und gilt nach den bislang überzeugenden Auftritten und vor allem dem starken 5:1-Erfolg gegen die Schweiz als Favorit. Es wird nicht einfach, sagte der finnische Stürmer Marko Anttila. "Es ist eine große Chance für uns und ein harter Kampf", sagte er. "Sie haben sich während des Turniers verbessert und wir müssen unser bisher bestes Spiel abliefern, aber ich denke, dafür sind wir bereit." Finnland greift nach der ersten Medaille seit dem Gewinn der Bronzemedaille 2014 in Sotschi. 

Die Slowakei hat nach zwei klaren Niederlagen gegen Finnland und Schweden mit einem Sieg gegen Lettland die Vorrunde abgeschlossen. Danach folgte in der Viertelfinal-Qualifikation ein klarer 4:0-Erfolg gegen Deutschland. Im Viertelfinale standen die Slowaken gegen die USA kurz vor dem Ausscheiden, retteten sich jedoch, nachdem Coach Craig Ramsay bereits den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm, mit dem Ausgleich in der Schlussminute in die Verlängerung. Im Penaltyschießen verwandelte dann Peter Cehlarik als einziger Schütze seinen Penalty und machte die Überraschung perfekt. "Es ist aufregend. Selbst als Peter Cehlarik traf, habe ich immer noch gefragt: 'Haben wir gewonnen? Haben wir dieses Ding gewonnen?', weil man nach fünf Durchgängen im Penaltyschießen den Überblick verliert", sagte Cheftrainer Craig Ramsay, der 2004 als Co-Trainer mit den Tampa Bay Lightning den Stanley Cup gewann. Das erst 17-jährige Toptalent Juraj Slafkovsky ist mit fünf Toren erfolgreichster Torschütze der Slowaken und liegt damit in geteilter Führung des gesamten Turniers. Er ist die große slowakische Hoffnung auf den ersten Medaillengewinn bei Olympischen Spielen und gilt als Top-10-Draftpick beim diesjährigen NHL-Draft. 

Fazit: Finnland gilt zwar als Favorit, muss sich aber vor beflügelten Slowaken in Acht nehmen.

Titelverteidiger Russland trifft auf unberechenbare Schweden

Im zweiten Halbfinale stehen sich am Freitag (14:10 Uhr MEZ) Russland, das als Team des Russischen Olympischen Komitees (ROC) antritt, und Schweden gegenüber. Russland verbuchte in der Vorrunde zwei knappe Siege gegen die Schweiz und Dänemark und verlor zum Abschluss gegen Tschechien nach Verlängerung. Im Viertelfinale wurde dann Dänemark mit 3:1 eliminiert. Angeführt von Ex-NHL-Spieler Nikita Gusev (fünf Vorlagen) sind die Russen in der Offensive gewohnt stark und unberechenbar. Allerdings hat das Team auch seine Qualitäten in der Defensive gezeigt. Zweimal ließen die Olympiasieger von 2018 kein Gegentor zu und im Viertelfinale schaffte Dänemark nur einen Treffer. "Es wird hart. Jede Mannschaft ist gut, es werden enge Spiele", sagte Nikita Nesterov nach dem Viertelfinalsieg. "Jetzt müssen wir uns ausruhen, aber wir werden erneut versuchen, hier zu gewinnen."

Die "Tre Kronors" wussten in der Vorrunde mit zwei Siegen und einer knappen Niederlagen gegen Finnland zu überzeugen. Im Viertelfinale bewies das Team Nervenstärke und besiegte Favorit Kanada dank zwei später Treffer mit 2:0. Lucas Wallmark erzielte das Siegtor für Schweden und gehört mit fünf Toren zu den besten Torschützen des Turniers. Ebenfalls stark mit vier Scorerpunkten (drei Tore, eine Vorlage) und Torschütze des zweiten Treffers gegen Kanada ist Abwehrspieler und Kapitän Anton Lander. Im Tor teilten sich bislang die beiden überzeugenden Goalies Lars Johansson und Magnus Hellberg den Job. „Die Spiele können für sich selbst sprechen. Die Jungs in der Gruppe, das gesamte Management und die Spieler, alle glauben an uns und ich denke, das macht uns stärker“, sagte Lander. 

Fazit: Ein klarer Favorit ist in dieser Begegnung nicht auszumachen. Olympiasieger Russland hat viel Selbstvertrauen und kann zu jederzeit einen Nadelstich setzen. Schweden baut mit seiner eingeschworenen Truppe auf die wiedergewonnene skandinavische Coolness.

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