Olympia-Quali: Alles noch offen - Österreich vs Frankreich 1:1

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Österreich und Cristobal Huet trennen sich 1:1 - so kann man den zweiten Auftritt des Team Austria beim Olympia Qualifikationsturnier in Klagenfurt zusammenfassen. Die Österreicher dominierten Frankreich über 60 Minuten und scheiterten dennoch an ihrer Chancenauswertung, lagen lange mit 0:1 zurück. Am Ende musste man sogar mit dem Punkt des 1:1 zufrieden sein!

"Die Franzosen haben mit Huet einen sehr guten Goalie! Wenn der einen guten Tag erwischt, dann hält er alles." - das meinte Markus Peintner am vergangenen Dienstag gegenüber Hockeyfans.at. Wie recht der Stürmer der Vienna Capitals haben sollte.

Am zweiten Turniertag der Olympia Quali in Klagenfurt hatte Österreich die große Chance, mit einem Sieg gegen Frankreich das Ticket nach Turin zu lösen, da am Nachmittag mit dem Sieg der Kasachen gegen die Ukraine alles für das Team Austria gelaufen war.

Die Österreicher starteten entsprechend motiviert in die Partie gegen die Franzosen, die in den ersten 5 Minuten kaum Zeit zum Luftholen hatten. Der Druck auf das von Cristobal Huet gehütete Tor wuchs von Minute zu Minute, doch der Goalie der LA Kings, der auf Grund des Lockouts bei Mannheim in der DEL sein Geld verdient, blieb souverän und hielt seinen Kasten sauber.

Das Team von Trainer Herbert Pöck schien ob der Angriffslust völlig auf die Defensive zu vergessen und verzettelt sich vor dem eigenen Tor oftmals in gefährliche Aktionen. So auch in der 9. Minute, als sich bei 4 gegen 4 Kalt und Pöck gegenseitig behinderten und am Ende der Schweiz Legionär Bordeleau bedankte und zum völlig überraschenden 1:0 für die Franzosen einstocherte.

Damit waren die Österreicher noch mehr zur Offensive gezwungen und beherrschten die Franzosen auch mit 12:5 Torschüssen im ersten Abschnitt - Treffer wollte aber keine gelingen. So auch im zweiten Drittel, das nach langsamem Beginn wieder intensiv geführt wurde und abermals eine Übermacht der Österreicher brachte. Vor dem Tor war man aber zu wenig effizient, scheiterte zudem immer wieder am sensationellen Huet.

Ganz anders die Franzosen, die bei ihren Kontern ständig gefährlich waren und nach zwei Abschnitten mit etwas Glück sogar deutlicher führen hätten können - und das bei nur 10 Torschüssen!

Der letzte Abschnitt musste dann zum Sturmlauf der Österreicher werden, doch am Gesamtbild änderte sich nichts: die rot-weiß-roten Spieler scheiterten an ihren Nerven, der Ungenauigkeit oder an Huet, während Frankreich auch mit 6 Torschüssen immer wieder für brenzlige Situationen vor Dalpiaz im Kasten der Österreicher sorgten.

Erst in der 46. Minute gab es für die 3.300 Zuschauer in der Klagenfurter Messehalle Grund zum Jubeln: Thomas Vanek hatte eine Legionärskombination erfolgreich abgeschlossen! Der AHL All Star wurde von DEL Oldie Martin Ulrich und AHL Kollege Thomas Pöck im Power Play mustergültig bedient und traf aus spitzem Winkel ins leere Tor.

In weiterer Folge wollten die Österreicher zu viel, liefen in starke Konter der Gäste aus Frankreich und konnten sich am Ende über ein 1:1 freuen, das noch alles offen lässt für den letzten Spieltag am Sonntag.

So sahen das auch die Spieler und Trainer Pöck nach der Partie. HC Innsbruck Verteidiger Gerhard Unterluggauer sprach von einer tollen Moral des Team Austria, das nie aufgegeben hat und sich zurückgekämpft hatte. "Wenn man keine Tore schießt, kann man auch nicht gewinnen", so die klare und ernüchternde Erkenntnis des Verteidigers.

"Der Tormann der Franzosen war einfach unglaublich", zeigte sich auch Oliver Setzinger beeindruckt vom Spieler des Abends Cristobal Huet. "Wir haben einen Punkt gewonnen und können am Sonntag den Sack zu machen. Ich will auf keinen Fall weitere 5 Jahre warten, bis ich wieder die Chance auf Olympia habe."

Auch der Spieler des Abends auf Seiten der Österreicher war von Huet begeistert: "Die Franzosen waren heute sehr gut und ihr Torhüter super. Sie waren kämpferisch stark und man muss mit dem 1:1 zufrieden sein. Jetzt müssen wir am Sonntag noch einmal 100% geben und möglichst hoch gewinnen, dann ist Turin möglich", meinte Thomas Vanek.

"Wir haben wieder Nerven und Geduld bewiesen und viel Kampfgeist gezeigt", war auch Trainer Herbert Pöck nicht unzufrieden mit seiner Mannschaft. "Wir haben wieder zu lange gebraucht, um ein Tor zu machen, obwohl wir klar dominiert haben. Jetzt haben wir es durch den einen Punkt aber selbst in der Hand, das Turnier zu gewinnen und nach Turin zu fahren. Ehrlich gesagt hatten wir bei einigen Kontern großes Glück und können uns über den Punkt freuen. Am Sonntag ist ein Sieg Pflicht und dann müssen die Franzosen nachlegen."

Am Sonntag treffen die Österreicher nun auf die Ukraine und müssen gewinnen! Eine Niederlage und alle Hoffnungen auf Olmpia 2006 sind dahin und selbst ein Sieg gegen die Ukraine bedeutet noch nicht gleichzeitig den sicheren Aufstieg. Erst nach dem Spiel Frankreich gegen Kasachstan ist alles entschieden.

Negativer Höhepunkt des Tages war die Leistung von Schiedsrichter Rudolf Lauff, der nie Herr der Partie wurde. Zu viele Vergehen wurden nicht geahndet und in vielen Szenen war man nicht auf der Höhe. "Der Schiri war ein eigenes Kapitel. So einen Schiri hatte ich glaube ich zuletzt bei den Super-Minis", war Finnland Export Setzinger nach der Partie noch unglücklich über die Leistung der Offiziellen. (hockeyfans.at)