Österreich und Südkorea schaffen Aufstieg in die A-WMSensation perfekt

Südkorea (weiße Trikots) und Österreich spielen 2018 in der Top-Division der Eishockey-Weltmeisterschaft. (Foto: dpa/picture alliance/APA/picturedesk.com)Südkorea (weiße Trikots) und Österreich spielen 2018 in der Top-Division der Eishockey-Weltmeisterschaft. (Foto: dpa/picture alliance/APA/picturedesk.com)
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Die Spannung in der WM-Division 1A war am Ende fast nicht mehr auszuhalten. Am Anfang schien Südkorea allen davon zu eilen, musste nach einer 0:5-Niederlage  gegen Österreich mächtig zittern und holte im letzten Spiel der WM beim 2:1 nach Penaltyschießen gegen Gastgeber Ukraine die entscheidenden zwei Punkte, um noch an Kasachstan vorbeizuziehen.

Sieger Österreich dagegen musste am Anfang erst wachgerüttelt werden. Der Auftakt gegen Kasachstan ging mit einem 2:3 mächtig schief und auch beim 3:1 gegen Ungarn klappte noch längst nicht alles. Gegen die Ukraine war man zwar überlegen, aber die gute Defensive der Gastgeber vermieste unseren Nachbarn das Toreschießen. Als dann Woger in der 36. Minute im Powerplay endlich das 1:0 erzielte, war man heilfroh, auch diese drei Punkte im Sack zu haben. Erst die Sicherheit, sich jetzt endgültig der Spitze zu nähern, schien die Nerven zu lockern. Es folgte ein grandioses 5:0 gegen Südkorea und somit ein „Finale“ gegen Polen, da diese ebenfalls noch – wenigstens theoretische – Chancen für den Aufstieg hatten. Das Spiel selbst war dann eine Farce, zumindest für unsere östlichen Nachbarn, denn Österreich spielte Polen förmlich an die Wand. 3:0 stand es nach zwanzig Minuten, 7:0 nach vierzig und dann sogar 11:0 nach der vollen Spielzeit. Ulmer, Lebler (3), Hofer, Raffl, Haudum (2), Komarek (2) und Strong schossen die Polen  aus dem Stadion und diese konnten nur froh sein, dass sie die Punkte für den Klassenerhalt schon längst eingeholt hatten. Von einer Aufstiegsform waren sie am Ende meilenweit entfernt.

Südkorea, die Überraschungsmannschaft schlechthin, war mit zwei Sensationen gestartet, die am Ende entscheidend waren.  Zunächst gewannen sie mit 4:2 gegen Polen. Obwohl Polen überlegen war, 36 Schüsse auf das südkoreanische Tor abfeuerte, gewannen die Asiaten, da sie über den besseren Keeper verfügten. Der 30-jährige Matt Dalton, in der kanadischen Provinz Ontario geboren und KHL-getestet mit Einsätzen in Tschechow und Nischnekamsk, hielt, was zu halten war, und da seiner Vorderleute Kim (2), Sin und Lee trafen, kam es zu nicht erwarteten drei Punkten beim Auftakt. Südkoreas Headcoach Jim Paek ließ Dalton im Kasten und er sollte recht behalten. Auch Kasachstan biss sich an der kanadisch-südkoreanischen Defensive die Zähne aus und am Ende stand gar ein 5:2 für Südkorea auf der Anzeigetafel. In Seoul hatte man mit null Punkten nach den ersten beiden Begegnungen gerechnet und jetzt führte man die Turniertabelle an. Das stärkte natürlich das Selbstbewusstsein und da kam Ungarn als nächster Gegner gerade recht. Auch die Magyaren mussten die spielerische Stärke der Koreaner anerkennen und nach dem 3:1 war der Aufstieg des kommenden Olympia-Gastgebers zum Greifen nah. Allerdings hieß der nächste Gegner Österreich und der hatte zu diesem Zeitpunkt an Stärke gewonnen und wusste, wie die Südkoreaner zu packen sind. Die Taktik Südkoreas war es, jetzt offensiver zu beginnen und das ging in die Hose. Die Österreicher, die mit dem Salzburger Starkbaum ebenfalls über einen exzellenten Torwart verfügten, benötigten im ersten Drittel ganze fünf Minuten, um mit 3:0 in Führung zu gehen. Verantwortlich waren Haudum, Lebler und Heinrich. Danach ließ man es ruhiger angehen, verwaltete den Vorsprung und schoss noch zwei Tore (Komarek und Strong) zum 5:0. Diese Peitsche und die Angst, den fast schon sicheren Aufstieg zu verfehlen, ließ Trainer Paek die Taktik wieder ändern. Er setzte auf verstärkte Defensive und Konter. Gastgeber Ukraine musste ebenfalls gewinnen, wollte man den Klassenerhalt noch schaffen und so war es ein Spiele mit Nervenkitzel. Jin Hui Ahn, 2013/14 mal in der zweiten finnischen Liga bei Kiekko-Vantaa aktiv, traf in der 25. Minute zum 1:0. Babinets vom ukrainischen Meister Donbass Donezk glich acht Minuten später aus und weil in der regulären Spielzeit plus Verlängerung kein Tor fiel, musste das Penaltyschießen über den Aufstieg entscheiden. Der Abstieg war zu diesem Zeitpunkt entschieden, denn die Ukraine hätte in den ersten 60 Minuten siegen müssen.  Im Penaltyschießen trafen Shin und Swift für Südkorea, während die ukrainischen Schützen Lyalka und Butsenko versagten. Die Folge war ein ohrenbetäubender Jubel der Spieler und Fans während Headcoach Park einfach nur Tränen vor Freude kamen.

Kasachstan dagegen als Dritter hatte sich den verspielten Wiederaufstieg selbst zuzuschreiben. Dem 3:2 gegen Österreich  folgte das 2:5 gegen Südkorea. Nun hätte man alle Spiele nur noch gewinnen müssen, aber beim 1:0 gegen Polen fiel der Siegtreffer genau 100 Sekunden zu spät, nämlich erst in der 62. Minute, also in der Verlängerung. Dieser fehlende Punkt kostete den Kasachen im Endeffekt den Aufstieg.

Die Ungarn starteten gut mit einem 5:3 gegen die Ukraine, um danach in Harmlosigkeit zu versinken. Es folgten vier Niederlagen in Folge und somit hatte der Sieg im ersten Spiel bereits für den Klassenerhalt gesorgt.

Die Ukraine holte ihren einzigen Punkt im bereits ausführlich wiedergegebenen Spiel gegen Aufsteiger Südkorea. Damit finden sich die Ukrainer 2018 in der Division 1B wieder, wo sie sicherlich den sofortigen Wiederaufstieg anstreben werden.

Scorerkönig wurde der Kasache Nigel Dawes, 2003 im NHL-Draft von den New York Rangers gezogen und jetzt für Barys Astana in der KHL aktiv, mit neun Punkten vor dem Österreicher Konstantin Komarek (Karlskrona/Schweden) ebenfalls mit neun Punkten. Rang drei holte der Kasache Brandon Bochenski (früher NHL-Spiele in Boston, Chicago und Anaheim; heute in Astana/KHL) mit sechs Punkten. Das beste Torwarttrio des Turnieres hatte Österreich mit einer Fangquote von 97,8 Prozent vor der Ukraine (94,2 Prozent) und Kasachstan (93 Prozent).

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