Österreich: Sweep gegen Villach - Wien erstmals im Finale

Chabot und Chyzowski zu Boni nach WienChabot und Chyzowski zu Boni nach Wien
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Die Vienna Capitals haben es geschafft! Erstmals seit ihrer

Bundesligazugehörigkeit erreichten die Hauptstädter ein Finale. Im

dritten Semifinalduell gegen den VSV sorgte man zwischenzeitlich für

einiges Zittern, ließ die Adler einen 0:3 Rückstand aufholen und siegte

am Ende doch noch mit 5:3.


Eishockey - Wien steht Kopf! Die Vienna Capitals sind ihrer

Favoritenrolle im Halbfinale gegen den VSV gerecht geworden und haben

den Vizemeister der vergangenen Saison mit einem 3:0 - Sweep aus dem

Bewerb geworfen!


Der Weg zur Entscheidung gestaltete sich aber schwieriger, als man nach

einem starken Beginn der Wiener erwarten hätte können. Die Partie

begann hochemotional und zwei kleine Rangeleien in den ersten 120

Sekunden zeigten, dass sich die Villcher noch nicht geschlagen geben

wollten.


Doch die Wiener starteten perfekt in die Partie und gingen durch einen

Blue Liner von Darcy Werenka in der 4. Minute in Führung - ein Power

Play Treffer, der den Wienern die Verkrampftheit nahm. Die Capitals

übernahmen das Kommando und schienen die Entscheidung herbeizwingen zu

wollen. Als die Villacher selbst in Überzahl die Chance hatten, den

Ausgleich zu erzielen, gelang den Hausherren das 2:0. Ein sehenswerter

Shorthander von Kapitän Dieter Kalt sorgte für die beruhigende

Pausenführung der Hauptstädter.


Auch im Mittelabschnitt änderte sich vorerst nichts am Bild der Partie.

Die Wiener hatten das Heft fest in der Hand und schienen einem klaren

Sieg entgegenzusteuern. Bis zur 25. Minute, denn dann nahmen die Gäste

aus Kärnten die Fäuste zu Hilfe und fanden so ins Spiel zurück.


Die Jungspunde Ulrich und Steinwender nahmen sich die Caps Spieler

Suorsa und Wieselthaler zur Brust und siegten in den direkten

Faustkämpfen. Letzten Endes mussten die beiden VSV Spieler und

Wieselthaler mit Spieldauerstrafen vom Eis und Suorsa für 2 Minuten auf

die Bank. Dennoch waren die Wiener die heimlichen Sieger der Rauferei,

denn nach Ablauf der Suorsa - Strafe hieß es 3 Minuten Power Play für

die Hauptstädter und als dann auch noch Doyle raus musste, nützten die

Wiener die Chance und stellten auf 3:0. Craig traf mit einem One Timer

aus spitzem Winkel.


Doch die Adler gaben nicht auf, waren nach der Rauferei so richtig heiß

und ein Scharfschuss von Gauthier sorgte für den ersten Erfolg. Nachdem

der Videobeweis erstmals in dieser Saison eingesetzt worden war hieß es

nur noch noch 1:3 und die Villacher waren wieder da.


Als dann Lanzinger im Power Play auch noch das 2:3 ins Netz brachte,

waren die Villacher endgültig in der Partie und die Wiener retteten

sich mit dem knappen Vorsprung in die zweite Pause.


Auch im letzten Abschnitt drückten die Villacher auf das nächste Tor

und in der 43. Minute war es dann so weit: das Unmögliche war

geschafft, als Doyle bei angezeigter Strafe für die Wiener das 3:3

gelang und die Aufholjagd der Adler erfolgreich beendete.


Es sollte das letzte Tor der Kärntner in dieser Saison bleiben, denn

die Wiener antworteten perfekt auf den Ausgleichsschock und kamen 113

Sekunden nach dem Ausgleich durch den nächsten Craig Kracher zur 4:3

Führung - die Entscheidung!


Der nächste Schock nicht nur für den VSV, sondern für ganz Eishockey -

Österreich folgte in der 51. Minute: Adler Goalie Reinhard Divis musste

abermals an seiner Schulter verletzt vom Eis und wurde von Backup

Prohaska ersetzt. Der Ersatzmann sollte eine fehlerlose Schlussphase

abliefern, die Niederlage konnte aber auch er nicht mehr verhindern.


Die tragische Figur der Schlussphase sollte NHL Import Jason Krog

werden. Der VSV Stürmer musste gleich zwei Mal in Folge auf die

Strafbank und schwächte seine Mannschaft damit in der wichtigsten Phase

der Partie. Die Wiener konnten Power Play 1 nicht nützen und drohten im

zweiten Power Play abermals den Ausgleich zu kassieren. In der 59.

Minute fuhr Gauthier im Break alleine auf Chabot zu, doch der Wiener

Schlussmann, der ansonsten oft unsicher wirkte, sorgte für den Game

Winning Save und hielt damit das 4:3 für seine Mannschaft.


Praktisch als Dankeschön traf im Gegenzug Baumgartner im Power Play zum

5:3 und ließ die Albert Schultz Halle endgültig zum Tollhaus werden.

Selbst einige Mätzchen der Villacher in den Schlussminuten wurden ob

der Feierlichkeiten auf den Rängen gelassen hingenommen und nach der

Schlußsirene feierten dann alle Wiener Fans den ersten Finaleinzug in

der Geschichte der Vienna Capitals.


Fazit:

Ein verdienter Sieg der Wiener, die mit dem Sweep gegen Villach einmal

mehr ihre Favoritenrolle auf den Meistertitel untermauerten. Die

bessere Mannschaft setzte sich am Ende gegen einen VSV durch, der nie

homogen wirkte und seinen Zenith überschritten zu haben scheint. Die

Adler überzeugten ca. 15 Minuten lang, als sie ihre Aufholjagd bis zum

3:3 aufs Eis legten, um dann abermals durch Undiszipliniertheiten alles

wieder zu verlieren.


Bei den Wienern war es an diesem Abend Mike Craig, der alle

überstrahlte und seine ständige Torgefährlichkeit mit zwei Treffern

krönte. Ebenfalls positiv zu erwähnen war Kapitän Dieter Kalt, der wohl

seine beste Saisonleistung zeigte.


Beim VSV wirkte einzig Gauthier in der Lage, das Gehäuse der Wiener in

Gefahr zu bringen, in der Defensive zeigten Weinrich und Stewart eine

abgeklärte Leistung. Verlierer des Spiels war Jason Krog, der nicht zur

Geltung kam und seiner Mannschaft zudem durch Strafen die letzten

Chancen raubte.


Erwähnenswert auch die gute Leistung von Schiedsrichter Wohlgenannt,

der konsequent seinen Stil durchpfiff und die Partie fast immer unter

Kontrolle hatte. In der Schlussphase hielt der dem allgemeinen Druck

stand, wenngleich einige knappe Entscheidungen im Nachhinein durchaus

auch in die andere Richtung gehen hätten können. Damit haderte auch der

VSV, doch der Schiedsrichter war es in dieser Serie nicht, dass die

Adler am Ende ohne Play Off Sieg in den Urlaub fahren müssen.


Für die Caps bedeutet der Sweep eine Woche Pause vor dem ersten Finale,

das am 29. März in der Albert Schultz Halle stattfinden wird. Ob eine

so lange Pause in den Play Offs gut ist, oder doch ein durchgehender

Spielrhythmus von Vorteil sein wird, kann man spätestens dann sehen.

Egal wer der Gegner sein wird: die Capitals gehen als Favorit in dieses

Finale. Das erste Saisonziel ist erreicht, jetzt geht es für die

Hauptstädter noch um die Krönung einer (fast) perfekten Saison. (hockeyfans.at)


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