Österreich: Playoff-Rennen - Zwischenfazit vor dem Endspurt

Chabot und Chyzowski zu Boni nach WienChabot und Chyzowski zu Boni nach Wien
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Österreich: Playoff-Rennen - Zwischenfazit vor dem Endspurt


Die Erste Bank Eishockey Liga macht bis zum 23. Januar Pause - zwei Wochen, in denen es gilt, Blessuren auszukurieren, Kräfte zu sammeln und sich neu zu konzentrieren. Die Liga geht in ihren Endspurt und noch ist nichts entschieden im Rennen um die Playoff Plätze - oder noch fast

nichts. Zwei Wochen Pause in der höchsten Spielklasse Österreichs und in den letzten Runden der Erste Bank Eishockey Liga hat sich einiges getan. Erste Tendenzen scheinen sich abzuzeichnen, Trends könnten für manche Teams sprechen und die Play Off Plätze sind für einige Mannschaften in greifbarer Nähe. Die letzten Runden der regulären Saison in der Erste Bank Eishockey Liga stehen bevor - Zeit, ein kurzes Zwischenfazit zu ziehen und einen kleinen Ausblick zu wagen.


Vienna Capitals

Was soll man zu den Hauptstädtern noch sagen, was noch nicht gesagt wurde? Am Beginn der Saison heftigst kritisiert, ist bei den Capitals derzeit alles eitel Sonnenschein. Die Liga wird nach Belieben dominiert, die Gegner in Grund und Boden geschossen. Im Schnitt treffen die Caps 4,2 Mal pro Spiel - so oft wie keine andere Mannschaft in dieser Liga!


Die Tabellenführung wurde durch die Boni Truppe in den letzten Partien deutlich ausgebaut, beträgt bereits komfortable 8 Punkte. Wenn die Hauptstädter ihre Form über die Pause nur halbwegs konservieren können, ist ihnen dieser erste Rang nicht mehr zu nehmen. Da nützt es auch nichts, wenn Trainer Jim Boni immer wieder versucht bei aller Euphorie den Boden unter den Füßen nicht zu verlieren. Die Capitals sind wohl das einzige Team, das sich schon in den Play Offs wähnen darf. Da passiert kaum noch was!

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HC Innsbruck

Die Mannschaft mit dem vermutlich unauffälligsten Spiel der Liga hält sich seit Monaten konstant in den oberen Tabellenregionen. Nur zwei Runden war man nicht in den Play Off Plätzen, nie schlechter als Fünfter!


Vor der Saison hatten die Haie als großer Meisterkandidat gegolten und mit der bisher gezeigten konstanten Leistung kann man ihnen eine gewisse Anwärterschaft nicht absprechen. Vor allem in der Defensive wussten die Haie bislang zu überzeugen, sind die Mannschaft mit den wenigsten Gegentoren der Liga. Offensiv passt noch nicht alles so, wie man sich das in Innsbruck wünschen würde. Die Chancenauswertung wurde zuletzt sehr häufig kritisiert.


Ausrasten können sich die Haie auf dem bisher Erreichten noch nicht. In der Tabelle ist nur das bessere direkten Duell gegen den KAC entscheidend, dass man auf Rang 2 liegt und auch auf den Viertplatzierten Linz ist nur ein Minimalabstand von einem Zähler nicht wirklich viel. Selbst die 6 Punkte Rückstand des VSV sind noch nicht genug Sicherheit.


Für die Haie wird es daher heißen, sich in den nächsten Spielen weiterhin ähnlich konstant zu geben und die bisher gezeigten Stärken weiterhin einzusetzen. Dann wird es sehr schwer werden, die Tiroler noch aus den Play Off Rängen zu verdrängen. Die nächsten Runden könnten hier schon vorentscheidend sein: zwei Mal geht es gegen den direkten Verfolger aus Klagenfurt und ebenso oft gegen die 99ers, einen jener Kandidaten, der noch von hinten nach vorne stoßen will. Kann man hier gut punkten, könnten die Innsbrucker schnell die Play Off Termine anstreichen.

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KAC

Der Titelverteidiger aus Klagenfurt mischt erwartungsgemäß weiterhin ganz vorne in der Tabelle mit. Man hat praktisch die fast idente Statistik wie der HCI vorzuweisen, ist nur auf Grund des schlechteren direkten Duells auf Rang 3 in der Tabelle.


Zu Beginn der Saison haben die Rotjacken das gemacht, was die Caps derzeit tun: die Liga dominiert. Erst eine Verletzungsserie konnte die Klagenfurter stoppen und dennoch ist der KAC jenes Team, welches die beste Gesamtbilanz der Liga hat, wenn es um die Platzierungen unter den Top 4 geht. Nur eine einzige Runde war man nicht in den Play Off Rängen - und das war in der 5. Runde!


Und dennoch ist man bei den Rotjacken beunruhigt. Mit Andrew Verner hat sich zuletzt jener Garant verletzt, der viele Siege ermöglich hat. Nicht zuletzt wegen dem "magischen" Goalie verfügen die Rotjacken über die zweitbeste Defensive der Liga, haben nur um vier Tore mehr kassiert als der HCI. In der Offensive ist man nach Wien jenes Team mit den meisten Toren.


Handlungsbedarf ist angesagt bei den Klagenfurtern. Derzeit sehen sich die Rotjacken am internationalen Markt nach einem neuen Goalie um und wollen hier eventuell vom NHL Lockout profitieren. Eine Entscheidung wird noch im Jänner fallen, man will vor allem noch diese Woche abwarten, hat aber schon einige Kandidaten an der Angel.


Für den KAC wird es wichtig sein, nach der Pause seine volle Leistungsstärke erreichen zu können. In der Tabelle hat man nach oben wie unten alle Möglichkeiten und muss um seinen Platz kämpfen. Der Kader von Trainer Waltin ist aber derart ausgeglichen und vor allem breit besetzt, dass man den Klagenfurtern praktisch immer Punkte zutrauen kann. Wenn dann im Tor ein ähnliches Kaliber wie Verner steht, können die Play Offs kommen.

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Black Wings Linz

Wer braucht schon Stürmer, wenn man Verteidiger hat, die treffen? Das Motto der Linzer in dieser Saison scheint eine Meisterschaft im Chancenvernebeln sein. Die Oberösterreicher, in den letzten Jahren oft der Offensivmotor der Liga, haben in der laufenden Spielzeit Ladehemmungen und sind offensiv jenes Team mit der schlechtesten Ausbeute - und trotzdem ist Rang 4 derzeit gut abgesichert!


Den Black Wings hat vor allem der Trainerwechsel kurz vor Weihnachten sehr gut getan. Auch wenn Neo-Coach Harand am System bislang nichts geändert hat, alleine der Wechsel hat frischen Wind in die Mannschaft gebracht und sie zuletzt zu vier Siegen in Serie getrieben.


Beständig sind die Oberösterreicher bislang um den Play Off Strich gependelt, haben sich in den letzten Wochen aber auf Rang 4 festgesetzt. Vor allem die Siege gegen die direkten Konkurrenten hinter ihnen haben zuletzt dazu geführt, dass der vierte Platz derzeit mit einem Polster von 5 Punkten relativ dick ist. Doch die Oberösterreicher haben es selbst gesehen: eine Serie reicht und man ist wieder dabei - und wenn man dann selbst nicht punktet, geht es genau so schnell wieder raus aus den Play Off Rängen.


Trainer Harand wird in den kommenden beiden Wochen versuchen, weiter mit der Mannschaft zu arbeiten und vor allem die Toreffizienz zu erhöhen. Der große Vorteil der Oberösterreicher ist die gute Defensive um Goalie Nestak und die starken Legionäre in der Verteidigung. Wenn dann die Stürmer neben Salfi und Szücs auch zu treffen beginnen, sieht es gut aus mit der vierten Play Off Teilnahme in Folge.

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VSV

Der Vizemeister startet in dieser Saison einfach nicht durch! Man ist es bereits gewöhnt, dass die Adler aus Villach einen fast schon verschlafenen Start im Spätsommer hinlegen, dann aber immer nach vorne kommen. In der Spielzeit 2004/05 war das bislang anders und man rätselt bei den Villachern derzeit, woran es liegen könnte. Die Adler verloren zuletzt vor allem die wichtigen Spiele gegen die direkten Konkurrenten, was sie in der Tabelle etwas abrutschen und den Rückstand auf den "Strich" größer werden ließ.


Zuerst glaubte man den Schwachpunkt im Tor zu haben und holte NHL Goalie Reinhard Divis. Dieser steigerte sich von Spiel zu Spiel und ist einer der besten Goalies der Liga, derzeit aber verletzt. Er wird jedoch nach der Universiade Pause sein Comeback feiern.


Dann wieder hieß es, die Offensive sei zu schwach und man holte mit Moreau und Gauthier gleich zwei zusäztliche Hochkaräter für den Angriff, der mit Jason Krog ohnehin bereits einen der besten Stürmer der Liga beinhaltete. Sie alle haben ihre Punkte bislang gemacht und trotzdem geht es für den VSV nicht richtig aufwärts. Vor allem in der Defensive ist man nicht stark genug, spielte zuletzt mit im besten Fall zwei Verteidigungslinien. Kein Wunder, dass man da die zweitmeisten Tore der Liga kassiert hat.


Immer wieder wird zuletzt auch Trainer MacDonald kritisiert und man spekuliert unter den Fans schon über eine Ablöse des VSV Coachs. Der zeigt sich aber kämpferisch und will auch nach der Pause wieder voll angreifen.


Es wäre kein Wunder, wenn der VSV im letzten Abdruck doch noch den Sprung unter die Top 4 schaffen würde, denn in den letzten Jahren waren die Adler immer dabei und auch immer im Finale. Kaum vorstellbar, dass es ein Finale in Österreich geben könnte, an dem die Villacher nicht teilnehmen. Und trotzdem: der VSV war in dieser Saison nur eine einzige Runde unter den Top 4 und hat damit die zweitschlechteste Bilanz aller Teams. Verloren ist noch nichts für die Adler - 5 Punkte sind aufholbar, doch man wird sich steigern müssen.

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Graz 99ers

Die Arbeitertruppe aus der Steiermark war lange Zeit drauf und dran die Erste Bank Eishockey Liga aufzumischen. Die 99ers starteten überragend in die Saison, waren eine Runde lang sogar Tabellenführer. In den letzten Wochen waren die Steirer aber von Verletzungs- und Krankheitspech verfolgt, spielten praktisch nie in Bestbesetzung und als ob das nicht genug wäre, verlor man manche Partien auch noch mit viel Pech und einem Tor Unterschied.


Die Grazer wurden demnach bis auf Rang 6 durchgereicht, krochen zuletzt sprichwörtlich am Zahnfleisch und sind wohl jenes Team, das die derzeitige Ligapause am meisten benötigt. Trainer Zettel hat seinem Team daher auch eine wirklich lange Pause verordnet und will erst in den letzten Tagen wieder mit dem Training beginnen. Erholung ist angesagt.


Dass die Steirer ganz oben mitspielen können, haben sie vor ihrer Misere unter Beweis gestellt. Können sie komplett antreten, ist es für jede Mannschaft der Liga schwierig, sie zu schlagen. Nun hat man aber einen enormen Nachteil: auf die Play Off Ränge fehlen schon 7 Punkte!


Doch ist das wirklich ein Nachteil? Die Grazer waren immer dann am besten, wenn keiner mit ihnen gerechnet hat. In der Underdog - Position wuchsen ihnen wahre Flügel und warum sollte das nicht auch in den letzten Runden der Erste Bank Eishockey Liga gelingen?


Nur 10 Runden waren die Steirer in dieser Saison nicht in den Play Off Rängen, alleine 5 davon hintereinander in den letzten Wochen! Das Potential ist da und noch ist nichts verloren. Wenn die Grazer nach der Pause ihren gesamten Kader in voller Leistungsfähigkeit einsetzen können, dann ist ein Top 4 Rang noch möglich, wenngleich es nicht einfach werden wird.

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Red Bulls Salzburg

Die erste Saison in der Erste Bank Eishockey Liga kann Aufsteiger Salzburg bereits abhaken. Die Bullen liegen mit 13 Punkten Rückstand auf die Play Offs auf dem letzten Tabellenrang und haben objektiv gesehen keine Chance mehr auf die Top 4. Sie waren bislang auch jenes Team, das als einziges noch nie über dem Strich war! Übrigens waren die Mozartstädter auch nie besser als auf Rang 6 klassiert.


Dennoch sorgten die Salzburger für eine Belebung der Liga, machten einige Schlagzeilen mit ihren vielen Transfers und Tauschvorgängen. Es wurde viel experimentiert und vielleicht auch zu viel erwartet. Auch wenn man von Beginn an "nur" mitspielen wollte, hatte man sich das Thema "Bundesliga" in der Mozartstadt wohl etwas einfacher vorgestellt.


Trotzdem sind die Red Bulls in der letzten Phase der regulären Saison nicht zu unterschätzen. Sie könnten das Zünglein an der Waage sein, wenn es um die Play Offs geht. Gegen das Schlusslicht muss praktisch jeder punkten, wenn man unter die Top 4 will, doch die Red Bulls haben Ambitionen und werden noch einmal alles versuchen, um ihren Fans etwas zu bieten. Punkte kann man gegen die immer gefährlichen Bullen immer lassen - wer weiß, vielleicht sind es am Ende jene, die fehlen.


Es war bislang ein Lernjahr für die Bullen, aber noch ist es nicht vorbei. Theoretisch besteht die Chance auf eine Play Off Teilnahme zwar noch, realistisch ist sie aber nicht mehr. Und trotzdem arbeiten die Salzburger bereits an der Zukunft und werden alles versuchen, um ihren Fans gutes Hockey zu zeigen. Man muss nun eine Basis schaffen, auf der man für die kommende Saison aufbauen kann. Den anderen Teams kann man dabei nur ein Bein stellen. Und das tut der Liga sicherlich gut.

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Das Rennen ist noch nicht entschieden

Zwei Teams scheinen also bereits für die Zeit nach der regulären Saison planen zu können: die Caps für die Play Offs und die Red Bulls ihren Urlaub! Alle anderen Mannschaften kämpfen noch um die drei verbleibenden Play Off Tickets und man darf davon ausgehen, dass es sehr, sehr lange dauern wird, bis der vierte und letzte Platz vergeben ist.


Der Liga tut diese Ausgeglichenheit nur gut und auch in den Medien wird Eishockey im Frühjahr vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werden. Wenn dann das Sportliche auch noch passt, dann können sich Vereine, Spieler und Fans nur freuen und darauf hoffen, dass die letzten Runden der regulären Saison fair, attraktiv und spannend verlaufen. Ein Durchatmen gibt es auch dann noch nicht: mit den Play Offs geht die Meisterschaft immerhin erst so richtig los!

(Von unserem österreichischen Partner www.hockeyfans.at)

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