Österreich: Es wird Zeit für die Drei-Punkte-Regel

Chabot und Chyzowski zu Boni nach WienChabot und Chyzowski zu Boni nach Wien
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Der Sommer kommt und es wird Zeit, sich wieder einmal Gedanken über die Erste Bank Eishockey Liga zu machen. In den letzten Wochen wurde viel diskutiert, was Modus und Zusammenstellung betrifft, ein Thema dabei aber immer wieder ausgespart: die Drei-Punkte-Regel.

Seit einigen Jahren gibt es immer wieder Diskussionen darüber, wie man die Erste Bank Eishockey Liga attraktiver machen könnte. Zwar boomt die Bundesliga beständigt, vermeldet Jahr für Jahr neue Zuschauerrekorde, doch noch gibt es sehr viel Verbesserungspotential.

Dreipunkteregel

Seit Jahren gefordert, seit Jahren erfolgreich abgewehrt - so könnte man zusammenfassen, was Österreichs Bundesliga scheinbar von diesem System hält. Aber nun wird die Diskussion neue Nahrung erhalten, denn der IIHF hat auch für die Weltmeisterschaften beschlossen, dass ab dem nächsten Jahr das Dreipunktesystem und zwar auf allen WM Levels eingeführt wird.

Was heißt, dass der Sieger eines Spiels nach regulärer Spielzeit 3 Punkte auf sein Konto gutgeschrieben bekommt. Bei einem Remis bekommt jedes Team automatisch einen Punkt zugesprochen und der Sieger nach Verlängerung oder Penalty Schießen erhält einen Extrapunkt.

Seit Jahren wird dieses System in den großen Europäischen Ligen mit sehr viel Erfolg eingesetzt, nur das kleine Eishockeyland Österreich hat sich bislang immer "geweigert".

Punkteteilung

Warum werden eigentlich in Österreich nach der Hälfte der regulären Saison die Punkte geteilt? Solche Fragen darf man sich als Fan oder Vertreter des Österreichischen Eishockeys schon mal gefallen lassen, wenn man im Ausland unterwegs ist.

Keine Frage, zu Beginn der Ära "Bundesliga neu" hatte diese Regel durchaus Sinn. Damit gewährleistete man, dass auch die aus der Nationalliga aufgestiegenen Teams selbst gegen Ende der Saison noch keinen allzugroßen Rückstand auf die obersten Plätze hatten. Das hatte durchaus seine Berechtigung, wie ein Blick auf die ersten Spielzeiten zeigt.

Doch in den letzten Jahren ist die Liga immer enger geworden, Punkteabstände gab es bis zur allerletzten Runde kaum - das beste Beispiel war die vergangene Saison, als man praktisch erst in der allerletzten Runde die Play Off Plätze wusste. Und das dürfte sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern, denn die Dichte in der Liga wird immer größer.

Somit wäre es eigentlich an der Zeit, das angestaubte Punktesystem der EBEL zu überdenken. Gegen die Dreipunkteregel spricht eigentlich gar nichts, es wird sogar damit dafür gesorgt, dass man vielleicht etwas offensiver spielt, wenn es drei Punkte nach 60 Minuten zu vergeben gibt.

Die Punkteteilung ist mittlerweile ohne Sinn, denn blickt man auf die Meisterschaften der letzten Jahre so hat diese Teilung absolut keine Konsequenzen auf die Reihung am Ende einer Meisterschaft gehabt. Ohne Punkteteilung hätte die Tabelle auch für Eishockeylaien und vielleicht neue Interessierte wieder mehr Transparenz, denn welcher Nicht-Eishockey-Freak weiß schon, warum 7 Siege nicht 14 Punkte sondern nur 7 bringen, wenn man die Tabelle während der Saison liest.

Alles in allem sieht sich die EBEL als aufstrebende und immer professioneller werdende Liga. Baustellen gibt es noch genug und um dem selbst gewählten Anspruch gerecht zu werden, sollte man sich zumindest den Trends, die mittlerweile selbst von sonst so steifen und wenig änderungswilligen IIHF übernommen werden, nicht verschließen. (hockeyfans.at)

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