Ocelari Trinec zum vierten Mal tschechischer Meister4:2-Serienerfolg gegen Sparta Prag

Ocelari Trinec ist zum vierten Mal tschechischer Meister. (Foto: dpa/picture alliance/CTK)Ocelari Trinec ist zum vierten Mal tschechischer Meister. (Foto: dpa/picture alliance/CTK)
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Im Viertelfinale traf Ocelari Trinec dabei auf Altmeister HC Vitkovice Ostrava, der seinerseits in den Pre-Play-offs über den HC Olomouc 3:2 triumphiert hatte. Ocelari setzte sich dabei mit einem 4:0-Sweep (3:0, 2:1, 2:1, 2:1) durch und erreichte überraschend locker das Halbfinale.

Dort wartete BK Mlada Boleslav auf Trinec und wieder zeigte sich die extreme Abwehrstärke von Ocelari, so dass auch diese Runde mit einem 4:0-Sweep (3:0, 1:0, 4:3, 2:1) absolviert werden konnte. Damit hatte Trinec in der maximal kürzesten Zeit das Finale erreicht.

Auf der anderen Seite wartete Sparta Prag. Die Hauptstädter, die in den Farben blau-gelb-burgund spielen, konnten in ihrer Geschichte acht Titel holen, den letzten jedoch 2007. Seit 15 Jahren warten also die Fans auf die Trophäe, und diesmal sollte es soweit sein.

Allerdings war die Vorrunde nicht so verlaufen wie gewünscht. Wie bereits erwähnt, kam Sparta zwar auf Rang drei über die Vorrundenziellinie, aber der Rückstand auf Ocelari Trinec betrug volle 13 Punkte, auf den Sieger Mountfield HK sogar 17. Daher war sich das Team der Schwere der Aufgabe bewusst.

Erster Gegner im Viertelfinale waren die weißen Löwen aus Liberec. Liberec hatte die Hauptrunde mit 89 Punkten und Rang sieben beendet und wollten den Pragern das Leben so schwer wie möglich machen, was aber zunächst misslang. Sparta gewann die Auftaktpartie mit 7:0 und ließ ein 3:2 in der Best-of-Seven-Serie folgen. Es folgte ein 2:1 in Liberec, ehe die Löwen mit 4:2 endlich auch ein Spiel siegreich gestalteten. Partie fünf wurde noch einmal ein Krimi, weil es vor ausverkauftem Haus (12.000 Zuschauer) bis in die Verlängerung ging. Zuvor hatten für Prag David Tomasek (7.), Verteidiger Adam Polasek (14., 30.) und Jan Buchtele (25.) die Tore geschossen, für Liberec Jan Ordos (4.), Adam Dlouhy (7.), Tomas Filippi (29.) und Jan Sir (29.). Beide Teams schafften es nicht, in den ersten beiden Overtimes für eine Entscheidung zu sorgen. Die fiel erst in der 104. Minute durch Sparta-Abwehrspieler Tomas Pavelka.

Damit stand Prag im Halbfinale, wo Motor Ceske Budejovice (Budweis) sich schon auf die Herausforderung freute. Budejovice hatte in der ersten Runde gegen Dynamo Pardubice mit 4:1 Siegen (3:1, 3:2, 2:1, 2:3, 4:3) triumphiert, wobei auch hier die fünfte Begegnung für Hochspannung gesorgt hatte, aber schon in der 57. Minute durch Michal Vondrka entschieden wurde.

Im Halbfinale setzte sich Sparta Prag dann auch gegen Budejovice klar mit 4:1 durch, und, witziges Detail, auch hier konnte die unterlegene Mannschaft erst die fünfte Partie für sich entscheiden. Bis dahin hatte Prag 2:1, 5:1 und 3:2 gewonnen, ehe es ein 1:3 gab. In Partie fünf gewann Sparta Prag mit 3:2, und das Siegestor erzielte Roman Horak in der 54. Minute.

Damit stand fest, dass HC Ocelari Trinec auf Sparta Prag treffen würde. Als Zweiter gegen den Dritten hatte Trinec zunächst Heimrecht, wobei in Tschechien nicht abwechselnd gespielt wird, sondern, wie in Nordamerika erst zwei Heimspiele hat, um danach zweimal auswärts anzutreten. Der Start gelang, aber nur optisch. Nach 40 Minuten führte Sparta Prag durch ein Tor von Maksim Matushkin (10.) 1:0. Zwar war Ocelari danach optisch überlegen, konnte jedoch diese Stärke erst im letzten Drittel umsetzen. Vladimir Svacina (45.), Andrej Nestrasil (49.), Aron Chmielewski (51.) und Tomas Marcinko (58.) machten aus dem 0:1 ein 4:1.

Sparta Prag aber hatte scheinbar aus dem ersten Spiel gelernt. Wieder gingen sie in Führung, aber deutlich später. Michal Repik (33.) traf und im dritten Drittel erhöhte Tomas Pavelka (54.) auf 2:0, ehe Erik Hrna (59.) wenigstens das Ehrentor für den Favoriten gelang. Serienstand: 1:1.

Aber Trinec zeigte Selbstbewusstsein, und gewann gleich sein erstes Auswärtsspiel in der Hauptstadt mit 3:2. Zwar gelang Sparta Prag zum dritten Mal in dieser Finalserie die Führung (Michal Repik in der 10. Minute), aber Trinec wehrte sich erfolgreich, traf im Mitteldrittel durch Tomas Marcinko (29.) und Andrej Nestrasil (38.). In der 48. Minute erhöhte Vladimir Dravecky (48.) sogar auf 3:1, ehe David Kase in der Schlussminute mit einem Empty-Netter noch für einen Schuss Hochspannung sorgte. Allerdings kam das Tor zu spät, Trinec führte in der Gesamtwertung mit 2:1.

Außergewöhnliches passierte in Spiel vier der Serie. Diesmal ging Trinec in Front. Andrej Nestrasil (10.) brachte Ocelari in Führung, und diesen Spielstand hielt der Favorit bis ins Mitteldrittel. Dann kam Sparta mit Macht und hatte Erfolg. David Nemecek (21.), Tomas Smerha (23.) und Vladimir Sobotka (33.) machten aus dem 0:1 ein 3:1, und als Jan Buchtela in der 47. Minute auf 4:1 erhöht hatte, war die Begegnung entschieden. Mikulas Zboril (50.) verkürzte noch auf 2:4, aber 70 Sekunden vor Ende machte Miroslav Forman dem Spuk ein Ende. Serienstand: 2:2.

Spiel fünf brachte dann die psychologische Vorentscheidung. Vor ausverkauftem Haus traf zunächst Marko Dano (7.) zum 1:0 für Ocelari. Prag kam sofort zurück. David Nemecek (8.) und David Dvoracek (10.) drehten das Ergebnis und Prag führte 2:1, aber nur für zwei Minuten, dann hatte Marko Dano ausgeglichen. Ein Doppelschlag in der 23. Minute von Trinec durch Ondrej Kovarcik und Martin Marincin schien Trinec auf die Siegesspur zu führen, aber Tomas Smerha (26.) hatte was dagegen, ließ Prag weiter hoffen. Ocelari Trinec erhöhte postwendend durch Erik Hrna (27.) auf 5:3 und ließ vor der nächsten Sirene noch das 6:3 durch Martin Ruzicka folgen. Jetzt brauchte Prag ein Wunder, aber dafür war Trinec zu stark. In den letzten zwanzig Minuten fiel nur noch ein Tor, und zwar zum 7:3 durch Ondrej Kovarcik. Serienstand: 3:2 für Trinec und Matchpuck für Ocelari.

Ein Doppelschlag der Ost-Tschechen, Trinec liegt direkt an der tschechisch-polnischen Grenze, initiiert von Vladimir Dravecky und Vladimir Svacina kurz vor der ersten Drittelsirene brachte Sparta Prag völlig aus dem Konzept. Danach verwaltete Trinec die Führung, musste sich nur noch einmal geschlagen geben, als Repik Roman Horak bediente und der unter dem Jubel der 12.000 in der 53. Minute auf 1:2 verkürzte. Danach spielten sich noch einige turbulente Szenen vor dem Tor von Trinec ab, aber es sollte für Sparta Prag nicht reichen. 


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