Nordamerikanische Spielerinnen fordern einheitliche Frauen-ProfiligaOlympia-Vorbereitung außerhalb von NWHL und CWHL

Die führenden Nationen im Frauen-Eishockey sind Kanada und die USA. (Foto: dpa/picture alliance/AP Photo)Die führenden Nationen im Frauen-Eishockey sind Kanada und die USA. (Foto: dpa/picture alliance/AP Photo)
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Zwei Topligen existieren in Nordamerika. Da wäre einerseits die Canadian Women’s Hockey League, die schon seit 2007 existiert. Und die 2015 ins Leben gerufene National Women’s Hockey League, die in den USA agiert. Die Namensähnlichkeit der NWHL zur großen National Hockey League der Männer ist freilich nicht ungewollt. Doch die NHL dürfte wohl eher keine der beiden Ligen bevorzugen. Kooperationen zwischen NHL-Teams und Frauen-Franchises gibt es sowohl in der CWHL als auch in der NWHL. Die Montreal Stars, 2007 in der CWHL gegründet, arbeiten beispielsweise seit 2015 mit den Montreal Canadiens zusammen, heißen seither Les Canadiennes de Montreal. Die New York Riveters aus der NWHL haben zu dieser Saison eine offizielle Kooperation mit den New Jersey Devils abschlossen und sich in Metropolitan Riveters umgenannt.  Sogar ein Ligaspiel wurde im Prudential Center in Newark, der Heimspielstätte der Devils, ausgetragen. Die Zuschauerzahlen in beiden Ligen machen derart große Arenen im Regelfall aber nicht nötig.

Kanadas Frauen spielen in männlicher U-18-Liga

Spielen die Frauen-Nationalmannschaften Kanadas und der USA aber in Nordamerika gegeneinander, kann es durchaus voll werden. Und wo spielen nun die meisten Olympia-Teilnehmerinnen aus den diesen beiden Ländern? In der CWHL? Oder in der NWHL? Die Antwort lautet: in keiner der beiden Topligen. Beide Auswahlteams sind zentral für die Olympia-Vorbereitung zusammengezogen worden. Das US-Team bestreitet Freundschaftsspiele – unter anderem auch am 13. und 15. Januar in Tampa gegen eine Auswahl der NWHL. Die Kanadierinnen sind in dieser Saison in den Spielbetrieb der Alberta Midget Hockey League, einer regionalen, männlichen U-18-Liga, integriert. Auch hier kommen freilich noch Länderspiele hinzu.

Diese Art der Vorbereitung beider Teams, die wohl auch in Pyeongchang den Olympia-Sieg unter sich ausmachen dürften, ist keine Abkehr von den beiden Topligen, sondern schlicht und einfach durch den Erfolg bewährt. Daher kehren die Nationalspielerinnen beider Länder frühestens nach den Olympischen Winterspielen in die NWHL und CWHL zurück.

CWHL und NWHL sind sich „nicht grün“

Dennoch ist nicht alles eitel Sonnenschein, wenn es um diese beiden Ligen geht. Alles andere als das, um genau zu sein. Die NWHL war von Beginn als Profiliga konzipiert. Die vier Teams sind die Metropolitan Riveters, Buffalo Beauts, Boston Pride und Connecticut Whale. Damit sorgte die Liga für einen Meilenstein – denn sie war die erste Liga, die ihre Spielerinnen tatsächlich bezahlte, auch wenn das nicht immer leicht war. Die CWHL kann sich seit der laufenden Spielzeit als Profiliga bezeichnen, auch die kanadische Liga zahlt nun ihre Spielerinnen. Sie besteht aus sieben Teams: Calgary Inferno, Les Canadiennes de Montreal, Markham Thunder und Toronto Furies aus Kanada, ebenfalls ein Team aus Boston als US-Franchise, die Boston Blades, sowie – so eigenartig es klingt – Kunlun Red Star und die Vanke Rays, beide aus Shenzhen in China. Das chinesische Frauen-Eishockey will sich im Vorfeld der Spiele von Peking 2022 entsprechend verbessern.

Nach wie vor gilt: Die Macher beider Ligen sind sich alles andere als grün. Gesprächsangebote der einen Seite werden meist von der anderen Seite zurückgewiesen. Doch inzwischen machen sich immer mehr Spielerinnen Luft. Wie die New York Times in einem Artikel vom November schreibt, fordern diejenigen, um die  es geht, endlich einen Zusammenschluss beider Ligen. Die einzige Annäherung gab es bislang beim NHL Winter Classic 2016, als sich im Rahmen der Begegnung zwischen den Boston Bruins und den Montreal Canadiens auch die Boston Pride (NWHL) und die Canadiennes de Montreal (CWHL) gegenüberstanden. Diese Partie wurde allerdings von einem schweren Unfall überschattet wurde. Denna Laing von Boston Pride stürzte dabei so unglücklich in die Bande, dass sie sich eine Rückenmarksverletzung zuzog und seither auf den Rollstuhl angewiesen ist.

Langfristiges Ziel der Spielerinnen: eine „WNHL“

Geht es nach den Spielerinnen, sollen die Ligen zusammenarbeiten. Die dreifache Olympiasiegerin Cassie Campbell aus Kanada sagte gegenüber der New York Times, dass zwei Ligen „uns nicht dahin bringen werden, wohin wir kommen wollen“. Sie kritisierte dabei beide Ligen und formulierte als langfristiges Ziel eine „WNHL“, also eine einheitliche Frauen-Profiliga für Nordamerika.

Ob das in Kürze machbar ist? So ärgerlich es für das Frauen-Eishockey in den beiden Vorzeigenationen auch ist – das wird wohl eher noch etwas dauern. In Pyeongchang werden die Frauen aus Kanada und den USA aber wohl erneut ihre Überlegenheit demonstrieren.

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