NLA: Fribourg steht ganz am EndeKann Davos seinen Vorsprung ausbauen?

Der Überraschungsletzte aus Fribourg. (Foto: Imago)Der Überraschungsletzte aus Fribourg. (Foto: Imago)
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Zwar gab es für die Graubündner einige schwierige Hindernisse, aber diese überwanden sie mit einer beeindruckenden Nervenstärke. Zuletzt gab es ein 6:5 beim Tabellenletzten Fribourg, dann ein 7:5 gegen Zug und zum Schluss gegen den HC Ambri-Piotta gar ein 6:0. Am heutigen Freitag folgt ein Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten aus Rapperswil und am Samstag muss man in Lausanne antreten. Der erste Platz sollte also dem HC erhalten bleiben.

Auf Rang zwei folgt Titelverteidiger Zürcher SC. Allerdings tut sich der ZSC schwer mit der Verfolgung. Das beste Beispiel war das 4:1 am 20. Oktober gegen den Lokalrivalen aus Kloten. Die 9300 Fans mussten nach dem schnellen 0:1 von Peter Mueller sage und schreibe 47 Minuten warten, bis die  Gastgeber endlich den Hebel umlegten und mit vier Treffern innerhalb von elf Minuten (Ryan Shannon, Roman Wick, Mark Bastl und Chris Baltisberger) für den wichtigen Umschwung sorgten. Am Freitag folgt nun das Auswärtsspiel bei der augenblicklichen Sphinx der Liga, dem SC Bern, und am Samstag geht es gegen Servette Genf, einem weiteren Team, gegen das alles passieren kann.

Rang drei hält ein Überraschungsteam. Der HC Lugano wollte endlich mal wieder sicher in die Play-offs kommen. Nach 15 Spieltagen hat man dreißig Punkte im Sack und kann beruhigt nach vorne schauen. Zuletzt gab es ein 4:3 gegen Genf, ein 2:3 in Bern und am Freitag spielt man gegen Fribourg. Zwei sichere Punkte, eigentlich, aber man weiß ja nicht, wann die Fribourger die große Aufholjagd starten werden.

Platz vier hält ein Team, das man immer auf der Rechnung haben soll. Der EV Zug, mit dem die Ingolstädter international so ihre Probleme hatten, hat immer das Zeug zu einem Überraschungsmeister. Zuletzt gab es ein mühevolles 3:2 gegen Rapperswil, als man die Lakers 50 Minuten beherrschte und dann innerhalb von nur sechs Minuten durch zwei Gegentreffer böse ins Schlingern kam. Umso stärker zeigte sich der EVZ in Lausanne, als man mit einer tollen Konterleistung 3:1 gewann. Und die nächsten Gegner, Ambri am 25. Oktober und einen Tag später Fribourg auswärts, sind beide schlagbar.

Mit nur einem Punkt Rückstand auf Zug im gehobenen Mittelfeld befindet sich der SC Bern. Dass die Nerven halten, bewiesen die Hauptstädter im Match gegen Lugano, als sie nach 25 Minuten bereits 3:1 führten und diese Führung bis zum Schlusspfiff erfolgreich verteidigten. Diese Stärke wird auch am 24. Oktober von Nöten sein, wenn der Titelverteidiger aus Zürich seine Visitenkarte vor vermutlich wieder 16.000 Zuschauern abgeben wird. Am Samstag folgt dann der Auftritt in Rapperswil. Hier ist der SCB wieder Favorit, aber den Lakers ist vor eigenem Publikum immer eine Überraschung zuzutrauen.

Bereits mit einem satten Rückstand von vier Punkten auf Bern befindet sich Servette Genf. Die Westschweizer sind bisher nicht in Tritt gekommen und da tröstet auch das 4:1 gegen Fribourg nicht. Am nächsten Spieltag kommt Lausanne nach Genf und da sind drei Punkte Pflicht, wenn man sich nicht den unteren Tabellenrängen nähern möchte.

Das gleiche Problem wie Genf beschäftigt den Tabellensiebten aus Lausanne. Man hat die gleiche Motivation, muss nur eben in Genf antreten und möglichst dort drei Punkte einsacken. Es wird nicht leicht, aber den Defensivspezialisten vom HCL ist einiges zuzutrauen. Auch muss genug Power vorhanden sein, denn am Samstag kommt der Tabellenführer aus Davos und da sollte ein Sprung auf Rang sechs natürlich verteidigt werden können.

Mit Platz acht nach 15 Runden steht der EHC Biel voll im Soll. Allerdings beträgt der Rückstand zu Lausanne schon vier Punkte und darf nicht größer werden. Das Team ist gut in Form, gewann zuletzt 6:2 in Rapperswil, trifft am Wochenende auf Kloten und Lugano. Beide Vertretungen sind schlagbar und da sich Genf und Lausanne gegenseitig bekriegen ist ein Herankommen an die beiden Westschweizer Vereine durchaus im Bereich des Möglichen.

Weitere drei Punkte zurück liegt der HC Ambri. Das Überraschungsteam der letzten Saison kommt wie seine Konkurrenten nicht in Tritt, obwohl es einige ansprechende Resultate gab. Die letzten Ergebnisse waren jedoch niederschmetternd: 1:5 zu Hause gegen Zürich, 0:6 in Bern. Um die schwächelnde Defensive zu stärken, wurde mit dem 39-jährigen Kanadier Francis Bouillon ein Top-Verteidiger aus Montreal mit der Erfahrung von 830 NHL-Spielen verpflichtet. An diesem Wochenende muss die Wende geschafft werden, da mit Zug und Kloten zwei Bezwingbare warten.

Platz zehn hat zurzeit der EHC Kloten inne. Der Vizemeister braucht dringend Erfolgserlebnisse nach dem 3:4 gegen Lausanne und dem 1:4 im Derby gegen den ZSC. Mit Biel und Ambri messen sich zwei direkte Gegner mit den Flyers und der Ausgang wird darüber entscheiden, ob mit einem Höhenflug begonnen wird oder der endgültige Absturz ansteht.

Zehn Punkte und Platz elf. Etwas Ähnliches hat der Experte zum 15. Spieltag den Rapperswil Lakers vorhergesagt. Trotzdem ist man mutig. Rapperswil Geschäftsführer Rigg: „Es spricht vieles dafür, dass der Hebel umgelegt werden kann und Spiele auch mal gewonnen werden, wie zum Beispiel beim 2:5 in Bern, als man bis kurz vor Schluss ein 2:2 hielt.“

Platz zwölf schließlich hat der HC Fribourg-Gotteron inne. Wer bis auf den Zwischenwert bei englischen Buchmachern gewettet hätte, wäre vermutlich reich geworden. Das Problem liegt beim HCF in der Defensive. Das beste Beispiel war das Match gegen den HC Davos. Die 6.250 Fans trauten ihren Augen nicht. Nach einem schnellen 0:1 kassierten die Fribourger vom HCD in 49 Sekunden drei Gegentore und nach dem 1:4 sogar noch das 1:5 und es waren gerade 18 Minuten gespielt. Der Rest war ein Dauer-Powerplay, aber es reichte nicht. Am Ende stand es 5:6 und das letzte Resultat, ein 1:4 in Genf ist auch nicht dazu da Optimismus auszustrahlen. Am Wochenende messen sich Zug und Lugano mit Fribourg. Wenn mehr als drei Punkte herausspringen, sind die Gotterons auf dem richtigen Weg, wenn es weniger als zwei werden, sieht die Zukunft wirklich düster aus.


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