NLA eröffnet die Saison 2015/16In der Schweiz geht es bald wieder los

Sandro Zurkirchen (links) wird wohl der Stammkeeper des HC Ambri-Piotta in der Saison 2015/16 sein. (Foto: Imago)Sandro Zurkirchen (links) wird wohl der Stammkeeper des HC Ambri-Piotta in der Saison 2015/16 sein. (Foto: Imago)
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Wieder einmal ist es soweit. Die Nationalliga A der Schweiz eröffnet den Eishockey-Zirkus zur Saison 2015/16 mit dem Eröffnungsspiel am 9. September zwischen den Altmeistern aus Zürich und Bern. Am 11. September treffen dann die Berner noch auf den Aufsteiger aus Langnau, Servette Genf misst sich mit Ambri-Piotta, Kloten spielt gegen Biel, Zürich trifft auf Lausanne, Lugano kreuzt mit Zug die Schläger und schließlich empfängt der Meister aus Davos den HC Fribourg.

Wie in jedem Jahr wollen wir in drei Stepps die Teams beleuchten und natürlich, ohne würde es ja keinen Spaß machen, ein Tipp abgeben, wo das jeweilige Team nach der Vorrunde Ende Februar 2016 stehen wird.

HC Ambri-Piotta

Ein Jahr der Enttäuschungen haben sie hinter sich, die Fans des HC Ambri-Piotta. Nach der unglaublichen Saison 2013/14, als man sensationell erst im Viertelfinale scheiterte,  in der Vorrunde mehrfach an Platz eins schnupperte, sah es in der letzten Saison ziemlich düster aus. 124 erzielte Tore entsprachen den Leistungen der Vorjahre, 167 Gegentore waren ein Rückfall in schwarze Zeiten.

Auf der Torhüterposition ist Ambri durchschnittlich besetzt. Alle drei Keeper besitzen einen Schweizer Pass. Stammkeeper wird wohl Sandro Zurkirchen sein. Mit einem Gegentorschnitt von 2,7 über zwei Jahre und mehr als 60 Einsätzen gehört er zur besseren Garde der Schweizer Keeper. Um den Back-up kämpfen Michael Flückiger, augenblicklich verletzt und der Ersatz für den Amerikaner Nolan Schaefer, Tim Wolf. Obwohl erst 23-jährig, war Wolf im letzten Jahr Stammkeeper beim Absteiger Rapperswil und er besitzt genug Willen, um den Kampf gegen Flückiger zu bestehen.

Neuling und Leitwolf in der Abwehr wird der Finne Mikko Mäenpää sein. Der 32-Jährige, viel gereiste, u.a. in Prag, Moskau und Khabarowsk tätig, wird genug zu tun haben, um seine Abwehr im Griff zu haben. Ihm zur Seite stehen die Haudegen Marc Gautschi (440 NLA-Spiele), Adrian Trunz (340 NLA-Spiele) und Patrick Sidler (380 Spiele). Neben dem Kanada-Schweizer Zgraggen konnte mit Michael Flora sogar ein Schweizer Talent aus der kanadischen WHL zurückgeholt werden. Michael Flora, im tessinischen Guibiasco geboren, bestritt für Kamloops 60 Spiele, kam auf 32 Scorerpunkte.

Die kanadische Lebensversicherung Alexandre Giroux konnte gehalten werden, ebenso wie der Tscheche Lukas Lhotak und Into Pestoni. Die drei sind für 40 Prozent aller Punkte der Tessiner verantwortlich. Aber auch die zweite Garnitur mit Hall, Monnet, Lauper ist für Punkte gut.  Als Top-Verstärkung an Land gezogen wurde Cory Emmerton, der vom Retortenklub HC Sotschi (KHL) ins Tessin kam.  Ein weiterer Topspieler, wenn auch nicht mehr in der Blüte seiner Jahre ist Mark Bastl. Der Ex-ZSC-Star hat 560 NLA-Spiele Erfahrung mit 200 Scorerpunkten und ist sicherlich nicht zu unterschätzen.

Tipp: Der HC Ambri-Piotta wird es wiederum schwer haben. Die Play-offs sind bei einem runden Start möglich. Platzierung: Zwischen Platz 7 und 11.

SC Bern

Kaum ein NLA-Klub vertraut nur zwei Keepern.  Der SCB traut es sich, denn beide haben das Feuer, um Spiele für ihren Verein zu gewinnen. Die Nr. 1 ist natürlich Mr. Bern persönlich, Marco Bührer. Seit 2001 in der Hauptstadt, hat er nahezu 700 Mal im Tor gestanden und immer mit respektablen Statistiken, im Schnitt etwa 2,50 Gegentore. Back-up ist das 23-jährige Talent Janick Schwendener. Das Davoser Eigengewächs war in der letzten Saison, ebenfalls als Back-up, für Servette Genf und die Kloten Flyers aktiv. 

Die Abwehr der Berner steht für Qualität. Einziges Manko könnte das Alter sein, denn mit einem Schnitt von 28,7 Jahren ist man eventuell etwas zu alt besetzt. Einziges Talent ist der 21-jährige Sämi Kreis. Im mittleren Teil am bekanntesten ist Justin Krüger. Der deutsche Nationalspieler gehört zu den offensiveren Kräfte in der Defensive. Ein weiteres Berner Ur-Gestein ist David Jobin. Der unauffällige Rechtsschütze kann auf 830 Spiele in der NLA zurückblicken, gehört zu den ganz Erfahrenen. Ähnlich auch Beat Gerber mit gleicher NLA-Routine und Timo Helbling. Der 100-Kilogramm-Mann aus Basel gehört zu den Härtesten der Liga. Sein Rekord waren 178 Strafminuten in 50 Spielen 2010 in Lugano.

Wie stark der Berner Sturm ist, zeigen die Abgänge von Gragnani und Holloway. Beide erhielten NHL-Verträge, der eine in New Jersey, der andere in Montreal. Somit ist natürlich auch der SCB für NHL-Cracks attraktiv und so ist es kein Wunder, dass mit dem Kanadier Trevor Smith ein Akteur der Toronto Maple Leafs den Weg in die Schweizer Hauptstadt fand. Ein kaum schlechteres Kaliber stellt Neuzugang Andrew Ebbett dar, der für die Pittsburgh Penguins (NHL) und die Wilkes-Barre Scranton Penguins (AHL) antrat und auch der dritte kanadische Neuzugang, Cory Conacher, hat mit Buffalo, New York Islanders  und Ottawa NHL-Erfahrung.  Dazu gesellen sich Schweizer Topspieler wie die Gebrüder Berger, Kobasew, Moser, Plüss, Rüfenacht und Scherwey.

Tipp: Der SC Bern ist nicht schnell genug für den Meistertitel. Zwischen Platz drei und sieben ist der Vorrundeneinlauf, später sollte das Halbfinale noch drin sein.

EHC Biel

Die Bieler waren in der letzten Saison die eigentliche Sensation. Sein sensationeller Platz acht und auch wenn im Viertelfinale Schluss war, so eine tolle Saison macht Lust auf mehr.

Wie auch der SC Bern vertrauen die Bieler zwei Schweizern, mit Simon Rytz sogar einem echten Eigengewächs. Zweiter Mann, obwohl  absolut gleichstark, ist Lukas Meili. Der 23-Jährige bestritt zuletzt über 60 Spiele für Biel, war in der Saison 2013/14 sogar der Garant für den Klassenerhalt. Wem Biel-Coach Kevin Schläpfer letztendlich das Vertrauen schenkt, ist noch nicht bekannt.

Die Defensive beeindruckt mit der Erkenntnis, dass man der einzige Verein in der NLA ist, der nur auf Schweizer setzt. Ältester mit erst 29 Jahren ist Mathias Joggi. Ein weiterer, physisch starker Akteur ist Marco Maurer.  Das Topjahr für ihn war die Saison 2010/11, als er für Rapperswil in 53 Spielen auf 140 Strafminuten kam und trotzdem für vier Tore sorgte. Dazu kommen mit Huguenin, Jecker, Jelovac, Rouiller, Steiner und Sutter Spieler mit beachtlichem Entwicklungspotenzial.

Der Sturm der Bieler beeindruckt mit vielen Nationen. Bekanntester deutscher Akteur ist Ahren Spylo. Der 31-jährige Deutsch-Kanadier scort seit seinem Weggang aus Mannheim regelmäßig um die 50 Mal pro Saison und ist aus Biel kaum wegzudenken. Weitere Topspieler sind die  schwedischen Internationalen Niklas Olausson und Pär Arlbrandt sowie der Kanadier Tim Stapleton. Auch der Österreicher Raphael Herburger gehört zu den Leistungsträgern. Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind Ehrensperger, Steiner, Sutter, Tschantre und Wetzel. Die Talente Berthon, Holdener, Horansky und Rossi haben alle bereits international gespielt und sich für eine Überraschung gut.

Tipp: Der EHC Biel hat mit dem Kampf um einen Play-off-Platz bereits das Ziel erreicht. Am Ende wird eine Platzierung zwischen acht und zwölf stehen. Für einen Absteiger ist jedoch die Offensive zu stark besetzt. Somit ist Biel, sofern die Play-off-Plätze verpasst werden, der Nichtabstieg sicher.

HC Davos

Der Titelverteidiger hat bereits vor Saisonbeginn mit einem Manko zu kämpfen. Kein anderer Verein muss auf zehn Verletzte verzichten und daher ist natürlich Headcoach, Manager und HCD-Legende Arno del Curto nicht zu beneiden.

Trotzdem gelten die Davoser als einer der Favoriten, was alleine schon die Zwischenergebnisse aus der Champions League zeigen.  Gleich am Anfang stand ein 4:0 beim Topteam Färjestads BK, dann folgte ein 3:2 in Pardubice und nur ein 0:1 zu Hause gegen Färjestad.

Nr. 1 im Kasten des HCD ist Leonardo Genoni, sei t Jahren ein Topkeeper ohne Starallüren. Der Back-up-Posten ist zunächst für Gilles Senn vorgesehen.  Das Supertalent aus Visp war Stammkeeper in der U20-Auswahl in Davos, wurde vom HCD aber auch schon ausgeliehen.

Starspieler in der Defensive ist ein Neuzugang aus Bratislava. Jan Brejcak.  Der slowakische Nationalspieler gilt als harter Checker mit Aufbauqualitäten.  Weitere Topverteidiger sind du Bois und Forster. Das Headcoach del Curto ein Herz für die Jugend hat, ist alt bekannt. Aber das er mit Guerra, Heldner, Jung, Kindschi, Nater, Paschoud und Rampazzo gleich sieben Spieler um die 20 Jahre ins Rennen wirft, ist neu und zeigt sein Vertrauen in die jungen Akteure.

Noch verrückter ist die Konstellation in der Offensive. Mit den Schweden Marcus Paulsson und Dick Axelsson sowie dem Finnen Perttu Lindgren sind die Leadplayer genannt. Es sind übrigens die gleichen wie im Vorjahr. Der Rest besteht und eingespielten Schweizern und Toptalenten. Zur eingespielten Fraktion gehören Aeschlimann, Ambühl, Jörg, Sciaroni, Walser sowie die beiden, nicht verwandten, Wiesers.

Tipp: Der Titelverteidiger mit seinem verrückten aber äußerst kreativen Trainer ist für jede Überraschung gut. Nach der Vorrunde ist zwischen Platz zwei und sechs alles möglich. Diese Maxime gilt selbstredend dann auch für die Play-offs.

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