NLA beginnt gleich mit ÜberraschungenFribourg-Gottéron steht in der Schweiz oben

Jubel beim HC Fribourg-Gottéron. (Foto: Imago)Jubel beim HC Fribourg-Gottéron. (Foto: Imago)
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In der NLA schert man sich nicht um Favoritenbürden. Eigentlich, vom Aufsteiger abgesehen, kann jedes Team nach den ersten sieben Spieltagen vorne liegen.

1. HC Fribourg-Gottéron

Die Westschweizer starteten gleich mit einem Paukenschlag. Titelverteidiger HC Davos wurde auswärts mit 5:4 nach Verlängerung bezwungen, wobei vor allem die Fribourger Moral beeindruckend war. Nach dem 0:2, als alle mit einer Niederlage den Außenseiters rechneten, antworteten sie mit vier Toren in Folge und trotz des Ausgleiches vierzig Sekunden vor Schluss hatten sie die Kraft, durch einen entscheidenden Penalty zwei Punkte mit nach Hause zu nehmen. Nach drei Heimsiegen in Folge gab es noch ein 4:3 in Zürich, ebenfalls nach Penaltyschießen sowie weitere Siege, unter anderem zuletzt ein 2:0 gegen Lausanne. Damit ist Fribourg als einziges Team der Liga noch ungeschlagen.

2. EV Zug

Die nächste Überraschung. Die Inner-Schweizer gelten jedes Jahr als Mitfavorit, aber so einen Start wie jetzt hatten sie lange nicht mehr. Bereits das 5:2 zum Auftakt in Lugano ließ aufhorchen, ehe man mit 1:4 gegen Davos einging. Es folgten vier Siege in Folge, zuletzt ein 5:0 gegen Aufsteiger Langnau. Zu verdanken haben es die Zuger der Topform von zwei Ausländern. Pierre-Marc Bouchard steht mit zwölf Punkten auf Platz eins der Scorerliste, Verteidiger Daniel Sondell mit neun Punkten (alles Assist) auf Platz sieben.

3. Zürcher SC Lions

Platz drei hält endlich einer der Favoriten. Der Zürcher SC, immer für eine Topplatzierung gut, kam allerdings nicht so aus den Startlöchern, wie von den Verantwortlichen gewünscht. Vor allem die Defensive macht Probleme. Heimniederlagen gegen Fribourg (3:4) und vor allem gegen den Lokalrivalen Kloten (3:4) tragen nicht gerade dazu bei, Ruhe beim ZSC einkehren zu lassen.

4. EHC Biel

Die nächste Sensation. Bereits in der letzten Saison überraschte das Team vom Röschtigraben mit Platz acht und dem Einstieg in die Play-offs. Scheinbar ist der Club jetzt für viele Spieler deutlich attraktiver geworden. Gleich der Einstand geriet zur Demonstration verbesserter Stärke. Die keineswegs schwachen Kloten Flyers wurden in deren Stadion mit 7:3 aus den Schlittschuhen gekickt, nach 0:2-Rückstand. Nach einem 4:5 gegen Bern folgten vier Siege in Serie, ehe es am letzten Spieltag ein 2:3 in Genf gab, wobei die Niederlage vermeidbar war. Bis zur 58. Minute führte Biel noch mit 2:1, dann trafen Vukovic und Brezina noch zum Genfer Sieg.

5. HC Ambri-Piotta

Noch eine Überraschung. Nach dem unglaublichen fünften Platz 2013/14 und dem Absturz in die Play-downs nun wieder ein Traumstart für die Tessiner. Natürlich ist die Lebensversicherung Giroux, Hall, Pestoni wieder am Werk aber auch die Defensive trägt jetzt ihren Teil bei. Keeper Zurkirchen glänzt mit 93,4 Prozent und 2,41 Gegentoren, während Back-up Wolf bei seinem einzigen Einsatz wirklich daneben gegriffen hat: Gleich im ersten Spiel musste er für den angeschlagenen Zurkirchen nach 2:0 in Führung in den Kasten und kassierte danach in 45 Minuten acht Gegentore, was einen Gegentorschnitt von 10,00 bedeutet. Das kann nur noch besser werden. Die Nerven hielten danach beim HCA und mit dem wieder genesenen Zurkirchen gab es gleich noch ein 3:2 gegen den ZSC. Schönste Erfolge der bisherigen Saison waren sicherlich das 4:3 beim Meister Davos und das 3:1, vor natürlich ausverkauftem Haus gegen den Lokalrivalen Lugano, als ein Blitzstart mit zwei Toren nach nur fünf Minuten für die drei Punkte genügte.

6. Kloten Flyers

Der Altmeister ist auf der Lauer. Allerdings ist es mit der Konstanz nicht allzu weit her. Vor allem die zweitschwächste Abwehr der Liga mit 27 Gegentoren muss sich gewaltig verbessern. Allerdings scheint der aktuelle Trend positiv zu sein. Am Anfang stand Platz zwölf mit 17 Gegentoren in nur drei Spielen, dann fing sich das Team, konnte Siege realisieren wie das 4:3 beim ZSC und vor allem am letzten Wochenende ein 5:1 gegen Davos, als Chad Kolarik explodierte und in fünf Minuten drei Tore markierte.

7. Servette Genf

Wie üblich werden die Genfer als Geheimfavorit angesehen und auch in diesem Jahr scheint es, als wenn die Bürde zu groß ist. Mit drei Siegen und vier Niederlagen nach sieben Spielen bei 18:21 Toren scheint wieder einmal die Offensive das Problem. Zwei Erfolge zu Saisonbeginn (8:2 gegen Ambri, 3:2 gegen Langnau) brachten Platz eins, danach begann der Abschwung. Zwischenzeitlich vergaßen die Stürmer komplett ihre Mission (zwei Tore in drei Spielen), ehe das 3:2 gegen Biel zumindest die größten Kritiker zum Schweigen brachte.

8. HC Davos

Der Titelverteidiger komplett neben der Spur. Dabei befindet sich das Torverhältnis von 20:24 noch halbwegs im Rahmen. Die letzten drei Spiele gingen alle verloren, stellenweise klar (3:4 gegen Ambri, 1:5 in Biel, 1:5 in Kloten), so dass ein weiterer Absturz keineswegs ausgeschlossen ist. Startrainer del Curto muss jetzt zeigen, wie er die angeschlagenen Seelen wieder auf Vordermann bringen will.

9. HC Lugano

Das hatte sich das Präsidium sicherlich anders vorgestellt. Nach sieben Spieltagen das exakt gleiche Torverhältnis wie der Kantonsrivale aus Ambri aber vier Tabellenplätze schlechter. Auch wenn der Start nach dem 2:5 gegen Zug mit einem 4:3 in Lausanne etwas abgemildert werden konnte. Es folgten weitere, deprimierende, Heimschlappen. Am letzten Wochenende gab es ein 4:3 nach Verlängerung in Langnau, ein Ausrufezeichen.

10. SC Bern

Die Eishockeyfans in der Hauptstadt sind frustriert. Vor zwei Jahren fast der Absturz in die Zweitklassigkeit, dann die triumphale Rückkehr und jetzt das gleiche Dilemma wie 2014. Dabei war man mit einem 7:1 gegen Langnau und einem 5:4 in Biel gestartet. Danach folgte jedoch nur noch Tristesse. Vier Niederlagen in Folge, zuletzt sogar mit 1:3 beim HC Davos, der mit sich selbst zu kämpfen hat.

11. HC Lausanne

Wie üblich in den letzten Jahren: Die Abwehr steht. 18 Gegentore sind für diesen Tabellenplatz unüblich. Viel schlimmer jedoch: Die Offensivverstärkungen bringen nichts. 13 Treffer in sieben Spielen bedeuten in dieser Abteilung die „rote Laterne“. Den ersten Saisonsieg gab es ausgerechnet im Lokalderby in Genf, als endlich die Ausländer, in diesem Fall Danielsson, Hytönen und Savary trafen. Ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn es folgte mit dem 2:5 gegen Zug und dem 0:2 in Fribourg wieder der Rückfall in vergangenen Sturmschwächezeiten.

12. SC Langnau

Die Tigers wollen die Klasse halten, mehr erst einmal nicht. Der Sturm hält mit 15 Treffern einigermaßen mit, die Abwehr mit 29 Gegentoren nicht. Trotzdem gibt es Tendenzen, die positiv stimmen. Der unbändige Kampfgeist zum Beispiel, wie zu Saisonanfang. Ein 1:7 in Bern und danach nach zehn Minuten ein 0:2 gegen defensivstarke Genfer. Der SCL gab den Fight nicht auf, glich durch Gustafsson und Clark aus, ehe 57 Sekunden vor Schluss Pyatt für Servette die drei Punkte einheimste. Der einzige Sieg resultiert aus einem 3:1 gegen Lausanne (Tore: Hecqueville, di Domenico 2). Dass die Emmentaler es können, zeigen die durchweg knappen Resultate wie dem 4:6 gegen den ZSC und dem 3:4 gegen Kloten. Nur beim 0:5 war der Aufsteiger chancenlos.       

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