ZSC Lions nach elf Spieltagen mit 22 Punkten an der SpitzeSchweiz: Erster Verfolger ist Biel, Tabellenletzter Fribourg

Die ZSC Lions stehen auf Platz eins. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Die ZSC Lions stehen auf Platz eins. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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Ganz hinten steht das ambitionierte Team des HC Fribourg-Gottéron. Was machen die im letzten Jahr so abgestürzten Davoser? Die Graubündner belegen Rang zehn und der letztjährige klare Letzte, die Lakers aus Rapperswil, haben bis jetzt überrascht, haben sich mit ihren zwölf Punkten Rang neun redlich verdient.

Wenn etwas nicht aussagekräftig ist, dann ist es die Tabelle der National League. Drei Teams haben die vollen elf Spiele durchgeführt, fünf erst zehn Spiele, zwei neun Begegnungen und Fribourg und Davos erst sieben bzw. sechs. Rein theoretisch könnte Davos also mit fünf erfolgreichen Nachholspielen alle vor ihnen liegenden noch überholen. Seien wir also gespannt.

1. Zürcher SC Lions 41:29 Tore, 22 Punkte (11 Spiele)

Auch wenn der Etat dies nahelegt, nach dem Absturz im letzten Jahr mit den Play-downs hatte niemand mit einem derartigen Höhenflug gerechnet. Tatsächlich treffen die Lions wieder, kommen auf 41 Treffer, haben den besten Sturm der Liga. Und das, obwohl mit Robert Nilsson und Marcus Krüger zwei Topspieler immer noch verletzt sind. Ein weiterer Garant: Sie haben mit Roe, Suter, Noreau und Bodenmann gleich vier Spieler in den Top Ten der Scorer.

2. EHC Biel 25:23 Tore, 20 Punkte (11 Spiele)

Das Team der knappen Entscheidungen. Fast alle Spiele endeten mit einem Tor Differenz, meistens zugunsten von Biel. Letztes Highlight war am vergangenen Wochenende das 3:2 nach Verlängerung in Zug. Außerdem funktionieren die Ausländer. Rajala, Pouliot und Salmela nehmen clubintern die ersten drei Plätze der Scorerliste ein.

3. HC Lugano 29:27 Tore, 17 Punkte (10 Spiele)

Noch eine kleine Überraschung. Die Bianconeri schnuppern am Halbfinale, auch wenn das noch ewig weit weg ist. Der Sturm funktioniert. Lediglich die Abwehr muss sich nach dem Abgang von Merzlikins in die NHL finden. 27 Gegentore sind dann doch etwas viel. Volltreffer im Sturm ist Luca Fazzini, der nach zehn Spielen schon fast die Vorjahresgesamtproduktion (12) erreicht hat.

4. Servette Genf 30:29 Tore, 17 Punkte (11 Spiele)

Die Westschweizer spielen aktuell besser, als man ihnen zugetraut hatte. Allerdings schwächeln sie aktuell, kassierten zuletzt vier Niederlagen in Folge. Allerdings sind im Augenblick auch gleich sechs Spieler verletzt, so dass Coach Emond immer wieder Aufstellungssorgen hat. Die Überraschung: Der Lette Deniss Smirnovs, letztes Jahr noch U20-Elite-Junior in Genf gelangen auf Anhieb neun Scorerpunkte.

5. HC Lausanne 28:30 Tore, 15 Punkte (9 Spiele)

Der Geheimfavorit ist noch ein bisschen am Schlingern. Lag es am Umzug in die neue Vaudoise Arena oder einfach nur am System von Trainer Ville Peltonen, der im zweiten Jahr in Lausanne arbeitet. Tatsache ist, dass beide Keeper (Stephan mit 2,51 Gegentoren pro Spiel und Boltshauser mit 5,02 Gegentoren pro Spiel) nur Mittelmaß darstellen. Zu was man in der Lage ist, zeigte das 6:5 in Zug aber es gab auch bis jetzt schon Katastrophen wie das 1:7 gegen Davos oder das 0:5 in Zürich.

6. EV Zug 35:30 Tore, 15 Punkte (9 Spiele)

Der Topfavorit nur im Mittelfeld. Bis jetzt schon sechs Heimspiele absolviert und dabei gab es gleich zwei Niederlagen und auswärts ist die Bilanz sogar negativ. Vor allem die dreißig Gegentore wurmen Trainer Tangnes, der sich schleunigst etwas einfallen lassen muss. Ein Fall auf Platz fünf oder tiefer ist in der Roadmap der Zuger nicht vorgesehen.

7. SC Langnau Tigers 24:28 Tore, 14 Punkte (10 Spiele)

Auch in Langnau überrascht die bisherige Heimschwäche mit drei Niederlagen in sechs Spielen. Liegt es unter anderem an den Ausländern? Zwar führen Pesonen mit 13 und diDomenico mit acht Punkten die interne Liste an, aber wo bleiben Maxwell, bis jetzt fünf Zähler und vor allem Earl mit einem kümmerlichen Punkt. Auch dass der beste Schweizer Scorer mit Yannick Blaser (6 Punkte) ein Verteidiger ist, sollte zu denken geben.

8. SC Bern 28:31 Tore, 13 Punkte (10 Spiele)

Der Meister tut sich schwer, kann im Augenblick noch keine Konstanz in sein Spiel bringen. Dabei war der Start mit sechs Punkten und 10:4 Toren souverän und danach ging nichts mehr. Von fünf Auswärtsspielen gingen vier verloren, lediglich ein 3:1 in Fribourg sprang heraus. Tatsache ist auch, dass einige Spieler noch unter ihren Möglichkeiten bleiben. Interessant in diesem Zusammenhang, dass z.B. Mark Arcobello schon 45 Torschüsse verzeichnen konnte, während andere Topstürmer wie Ebbett nur auf 25 oder Simon Moser auf 23 kommen. Auch die bei den Torhütern hapert es nach dem Weggang von Genoni nach Zug. Niklas Schlegel belegt mit 2,40 Gegentoren nur Rang sieben, Pascal Caminada bei den Back-ups mit 3,34 Gegentoren sogar nur Platz zehn. Gut möglich, dass Trainer Jalonen eine Ausländerlösung suchen könnte.

9. SC Rapperswil Jona Lakers 22:27 Tore, 12 Punkte (10 Spiele)

Eine wirkliche Überraschung, auch wenn der Kader punktuell verbessert wurde. Ganz toll die Heimstärke. Von fünf Spielen konnten vier gewonnen werden. Auswärts gelang sogar ein 1:0 nach Verlängerung in Biel. Die beiden letzten Spiele in der Ferne gingen deutlich mit 1:4 in Fribourg und 3:6 in Lugano verloren. Jetzt muss ein Sieg her und da kommt mit dem amtierenden Meister aus Bern genau der richtige, nervöse, Gegner.

10. HC Davos 21:16 Tore, 11 Punkte (6 Spiele)

Unglaublich, was die Mannschaft des Traditionsvereines bis jetzt geleistet hat. Durch die komplette Sanierung der Vaillant-Arena finden die ersten acht Saisonspiele allesamt auswärts statt und da ist man dem HCD von der Ligaseite entgegengekommen und hat ihnen, bis heute, erst sechs Spiele zugemutet. Das da am Ende elf Punkte heraussprangen, ist sensationell. Die heimische Saisonpremiere findet am 18. Oktober gegen Biel statt. Von sechs Auswärtsspielen konnten vier gewonnen werden. Glanzpunkt war das 7:1 in Lausanne.

11. HC Ambri-Piotta 20:25 Tore, 10 Punkte (10 Spiele)

Natürlich war klar, dass nach dem Abgang von Superstark Dominik Kubalik nach Chicago der Druck groß sein würde. Dazu kamen bis jetzt die Einsätze in der CHL, wo Ambri immer noch Chancen auf das Achtelfinale hat. Die Moral stimmt, dass zeigten die Tessiner eben in jener CHL vor zwei Tagen, als sie in Banska-Bystrica mit 4:0 gewannen. Herausragend bis jetzt Verteidiger Michael Fora, der die interne Scorerwertung mit neun Punkten vor den Stürmern Zwerger, d`Agostini und Sabolic mit je sechs Punkten anführt und Keeper Daniel Manzato, der aktuell mit 1,72 Gegentoren die NL-Torhüterwertung anführt.

12. HC Fribourg-Gottéron 12:20 Tore, 5 Punkte (7 Spiele)

Wie Davos startete auch Fribourg mit einer Serie von Auswärtsspielen. Nach drei Niederlagen in Folge gab es ausgerechnet in Genf ein 3:2. Nach weiteren Pleiten gegen Bern und Ambri folgte die Entlassung von Trainer Mark French und schon klappt es mit dem Zählereinheimsen. Rapperswil wurde mit einem 4:1 an den Zürichsee zurückgeschickt und jetzt wollen die Gottérons erst einmal zurück ins Mittelfeld. Am Wochenende folgen noch ein Heim (Biel) und Auswärtsspiel (Lugano) und danach drei Heimspiele am Stück.

NL Hauptrunde

Dienstag 12.11.2019
HC Fribourg-Gottéron Fribourg-Gottéron
- : -
Genève-Servette HC Genf
ZSC Lions Zürich
- : -
HC Lugano Lugano
Freitag 15.11.2019
EV Zug Zug
- : -
HC Davos Davos
HC Fribourg-Gottéron Fribourg-Gottéron
- : -
HC Ambrì-Piotta Ambrì
Lausanne HC Lausanne
- : -
EHC Biel Biel
SCL Tigers Langnau
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SC Bern Bern
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