Unglaublich: Meister ZSC Lions muss in die Play-downsSC Bern holt mit vier Punkten Vorsprung die Hauptrundenmeisterschaft

Fassungslosigkeit in Zürich: Titelverteidiger ZSC Lions muss um den Klassenerhalt spielen. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Fassungslosigkeit in Zürich: Titelverteidiger ZSC Lions muss um den Klassenerhalt spielen. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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Das Haupt-Epizentrum lag dabei in Genf, denn dort traf der Tabellenzehnte aus Genf auf den achten aus Zürich. Das Pikante dabei war, dass am letzten Hauptrundenspieltag zwischen den beiden Mannschaften ganze zwei Punkte Differenz lagen und als Dritter im Bunde mischte, 300 Kilometer entfernt, der HC Fribourg mit, der sich ausgerechnet in Zug beim Tabellenzweiten die notwendigen Punkte für die Play-offs  holen wollte.

Überhaupt, was in dieser Saison in der Vorrunde in unserem südlichen Nachbarland ablief, war wirklich der Knaller und viele Experten mussten ihre Einschätzungen von vor der Saison revidieren. Die größten Überraschungen brachten dabei der HC Ambri-Piotta und die SC Langnau Tigers zustande. Die vom jungen Shooting-Star der Trainergilde, Luca Cereda, gecoachten Ambri-Cracks schafften erstmals seit 2013/14 wieder den Einzug in die Play-offs und die Langnauer Tigers, gecoacht vom Dänen Heinz Ehlers, schafften es erstmals seit 2011 wieder in die finale Runde der letzten Acht.

Zwei Außenseiter hatten es also den Favoriten vorgemacht und somit waren von der alten Garde zwei übrig, die nun den Weg über die Play-downs zur National League 2019/20 gehen müssen. Es gab dabei mehrere sogenannte Wackelkandidaten. Einmal Servette Genf, das zuletzt zwar immer im Kampf um den Strich mit dabei war, allerdings viele Jahre mit internen Querelen, die vor allem finanzieller Natur waren, kämpfen mussten. Dann der HC Fribourg-Gottéron, der äußerst wackelig agierte, an manchen Abenden Meisterliches bot, an vielen anderen jedoch auch sportliche Tristesse und auch der HC Davos, der zu Saisonbeginn noch Kulttrainer Arno del Curto an seiner Bande hatte.

50 Spieltage später sah die Situation so aus: Der SC Bern und der EV Zug beherrschten die Saisonviertel zwei, drei und vier und machten am Ende die Hauptrundenmeisterschaft unter sich aus, wobei den Bernern zugutekam, dass der EVZ sich eine kleine Auszeit kurz vor dem Hauptrundenende nahm. Im Gegensatz zu den letzten Jahren zeigte Lausanne eine stete Kurve nach oben, gewann auch die wirklich wichtigen Spiele und endete auf Rang drei. Auf Platz vier landete der EHC Biel. Die Truppe des finnischen Trainers Antti Törmänen beherrschte die Liga in den ersten zwei Monaten, musste dann aber feststellen, dass die Topbreite im Kader fehlte und es noch nicht für den Platz an der Sonne reicht. Eine Platzierung hinter Biel dann die Überraschung schlechthin. Das junge Team aus Ambri-Piotta zog, völlig verdient, mit unglaublichen 79 Punkten in die Play-offs ein und was die Fans davon halten, zeigten sie dann auch mit einem Spruchband in der Tessiner Landesprache: „Insieme per esultare e sognare (wir jubeln und träumen zusammen)“.

Am Ende noch von Ambri überholt und trotzdem eine geniale Saison. Der nach Ambri-Piotta kleinste Ort der National League mit nur 9000 Einwohnern brachte es ebenfalls ins Viertelfinale. Die Tigers spielten von Anfang an oben mit, waren eigentlich nie in Gefahr und Erfolgstrainer Heinz Ehlers muss sich um die Verlängerung seines Kontraktes bis in alle Ewigkeit keine Gedanken machen. Gerade noch rechtzeitig die Kurve bekam der letztjährige Finalist Lugano. Von den letzten acht Begegnungen konnten sechs gewonnen werden, sehr zur Freude von Präsidentin Vicky Mantegazza.

Den letzten Play-off-Platz ergatterte sich Servette Genf. Wie am Berichtsanfang bereits erwähnt, startete Genf in den 50. Spieltag als Tabellenzehnter und brauchte ohne Wenn und Aber einen Sieg im direkten Duell mit den besser platzierten ZSC Lions und tatsächlich, es gelang. Arnaud Jacquemet (6.), Johan Fransson (17.) und Tim Bozon (43.) trafen für Genf, für die ZSC Lions waren Roman Cervenka (3.) und Kevin Klein (28.) erfolgreich.

Damit schoben sich die Genfer noch auf Rang acht vorbei und verdrängten die konsternierten Zürcher auf den undankbaren neunten Platz. Auf zehn landete der HC Fribourg-Gottéron. Die Fribourger neigten zu sportlichen Extremen, konnten aber nie die Konstanz finden um weiter vorne mitzumischen. Beste Beispiele, erzielt innerhalb von nur drei Wochen: Anfang Februar gewann Fribourg mit 4:1 in Bern und unterlag mit dem gleichen Ergebnis zuhause Rapperswil.

Den vorletzten Platz holte sich der HC Davos. Das einstige Vorzeigeteam aus Graubünden startete in die Saison mit einem Negativrekord nach dem anderen, musste im Dezember gar die Demission von Kulttrainer del Curto hinnehmen und kam erst am Ende in Schuss. Von den letzten acht Spielen gewann der HCD sechs, zeigte sich in Topform und auch Schlusslicht Rapperswil, von Beginn an Besitzer der roten Laterne, will sich nicht kampflos dem Abstieg ergeben.

Bis dahin ist jedoch noch ein weiter Weg.

Zunächst beginnen am 9. März um 20 Uhr die Play-offs mit folgenden Paarungen:

SC Bern – Servette Genf

EV Zug – HC Lugano

HC Lausanne – SC Langnau Tigers

EHC Biel – HC Ambri-Piotta

Die Play-outs werden ausgespielt zwischen:

ZSC Lions – SC Rapperswil Lakers

HC Fribourg-Gottéron – HC Davos