Swiss-League-Teilnehmer besiegt Lausanne mit 4:3Schweizer Cup: Der Coup von Ajoie

Jonathan Hazen (r., Archivbild) beförderte mit seinen drei Toren Lausanne fast im Alleingang aus dem Wettbewerb. (picture alliance / KEYSTONE / Peter Schneider)Jonathan Hazen (r., Archivbild) beförderte mit seinen drei Toren Lausanne fast im Alleingang aus dem Wettbewerb. (picture alliance / KEYSTONE / Peter Schneider)
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In der Schweiz ist im Pokal regelmäßig eine Überraschung möglich. Immer wieder in den letzten Jahren mussten haushohe Favoriten anerkennen, dass auch in der zweiten Liga, der Swiss-League, gutes Eishockey geboten wird. In diesem Jahr hat es den HC Lausanne erwischt. Die Westschweizer, die soeben in der CHL ihre Gruppe gewonnen haben, mussten sich beim HC Ajoie mit 3:4 geschlagen geben und dürfen ab sofort den Wettbewerb im Fernsehen verfolgen. Die drei weiteren Zweitligisten Langenthal, Visp und Olten kämpften zwar vorbildlich, flogen aber trotzdem heraus. Die vier Partien, in denen Erstligisten gegeneinander spielten, gingen alle knapp aus, einmal musste die Verlängerung, zweimal gar das Penaltyschießen entscheiden.

HC Ajoie – HC Lausanne 4:3 (0:0, 3:0, 0:3, 1:0) n.V.

Ganze 1.394 Fans kamen zum Spiel zwischen dem HC Ajoie und dem hohen Favoriten aus dem Kanton Waadt - und sie sahen eine echte Überraschung. Der respektlose Zweitligist hielt nicht nur nach zwanzig Minuten das 0:0, er schoss im zweiten Abschnitt den CHL-Achtelfinalisten förmlich ab. Jonathan Hazen (24.,25.) und Reto Schmutz (28.) trafen innerhalb von 236 Sekunden und schockten den LHC, der sich erst im dritten Drittel zurückmeldete. Nach dem frühen 1:3 durch Petteri Lindbohm (42.) sogar in Unterzahl erzielten Tyler Moy (56.) und Dustin Jeffrey (59.) die Tore zum glücklichen Ausgleich. Der Mann des Tages war jeodch Ajoie-Stürmer Jonathan Hazen, dem mit seinem dritten Tor an diesem Tag in der 61. Minute die Pokal-Überraschung schlechthin gelang.

SC Langenthal – SC Bern 1:6 (1:3, 0:2, 0:1)

Rekordverdächtige 3.688 Fans kamen zum Spiel des Swiss-League-Spitzenteams aus Langenthal gegen den aktuellen Meister. Allerdings kamen die Berner nicht mit Geschenken, dominierten über die vollen sechzig Minuten und gewannen letztendlich verdient mit 6:1. Für Langenthal erzielte Fabio Kläy (12.) den Ehrentreffer, für die Berner trafen Inti Pestoni (7.,36.), Ramon Untersander (10.), Simon Moser (11.), Andrew Ebbett (29.) und Mika Henauer (51.).

 EHC Biel – HC Ambri-Piotta 4:3 (1:2, 0:1, 2:0, 1:0) n.V.

Nur 3.303 Zuschauer kamen in die Tissot-Arena - doch sie wurden nicht enttäuscht. Sie sahen einen Sieg ihrer Lieblinge und ein Spiel mit Play-Off-Charakter. In den ersten beiden Dritteln dominierte, gepaart mit toller Effizienz, der Gast aus dem Tessin. Den Start dabei machte der später leider unangenehm aufgefallene Mike Künzle bereits nach 68 Sekunden, aber Ambri antwortete mit dem Ausgleich durch Brian Flynn nur eine halbe Minute später. Nach einer schönen Einzelleistung brachte Johnny Kneubuehler (12.) Ambri in Führung und in der 23. Minute erhöhte gar Robert Sabolic in Überzahl auf 3:1 für die Gäste. In der 32. Minute dann der Schock für Ambri. Künzle checkte Sabolic, traf wohl unglücklich das Knie und Sabolic musste vom Eis. Sabolic wird nach neuesten Meldungen wohl sechs bis acht Wochen fehlen. Trotzdem hielt Ambri die Führung bis weit in das dritte Drittel hinein, ehe Ex-Akteur Jason Fuchs in der 53. Minute verkürzte. Dann schlug ausgerechnet Mike Künzle noch einmal zu: Mit dem 3:3 in der 58. Minute schoss er Biel zunächst in die Verlängerung, in der 62. Minute schließlich ins Viertelfinale.

HC Davos – HC Lugano 2:1 (0:1, 1:0, 0:0, 0:0) n.P.

4.259 Zuschauer kamen in die runderneuerte Vaillant-Arena und sahen ein echtes Spitzenspiel mit Pokalcharakter. Dario Bürgler (8.) brachte Lugano schnell in Führung, aber Davos kam zurück, konnte aber erst in der 37. Minute durch Andreas Ambühl ausgleichen. Bei diesem Ergebnis blieb es bis zum Ende und weil es in der Verlängerung ebenfalls keine Entscheidung gab, musste das Penaltyschießen herhalten. Und auch hier zeigte sich Andreas Ambühl als der Matchwinner, als er den entscheidenden sechsten Penalty in die Maschen von Luganos Keeper Sandro Aeschlimann setzte. 

Zürcher SC Lions – Servette Genf 4:3 (1:1, 0:2, 2:0, 0:0) n.V.

Totgesagte leben länger - dieses Motto machten sich die Lions zunutze, die wie Biel bereits 1:3 zurücklagen, um sich dann wieder zurückzumelden und die Partie doch noch zu gewinnen. Garrett Roe (15.) schoss zunächst den ZSC in Führung. Dann glich Genf durch Michael Völlmin (19.) aus. Daniel Winnik brachte die Gäste bereits nach 34 Sekunden im zweiten Drittel in Führung. In der 24. Minute versuchten sich Markus Krüger (ZSC) und Tommy Wingels (Genf) im Boxkampf und mussten beide unter die Dusche. In der 35. Minute erhöhte Arnaud Jacquemet auf 3:1 für Genf. Denis Hollenstein erzielte erst in der 57. Minute den Anschluss für den ZSC und zwei Minuten später glich Pius Suter aus. In der Verlängerung passierte nichts mehr und im Penaltyschießen war Garrett Roe der entscheidende Torschütze.

SC Rapperswil-Jona Lakers – HC Fribourg Gotteron 4:2 (2:0, 0:1, 2:1)

Zweimal hintereinander stand Rapperswil im Pokalfinale - und jetzt schon wieder im Viertelfinale. Nico Dünner (11.) und Sandro Forrer (16.) brachten die Lakers schon im ersten Drittel 2:0 in Führung. Die Rückkehr der Gotterons dauerte geschlagene 33 Minuten, bis Kilian Mottet zum Anschluss für die Gäste traf. In der 49. Spielminute sorgte er zudem für den Ausgleich. Als kurz darauf die Fribourger Forrer und Walser nacheinander auf die Strafbank mussten, nutzte dies Lakers-Stürmer Kevin Clark zum 3:2 für die Hausherren. Die Herausnahme von Fribourgs Keeper Ludovic Waeber in der Schlussphase nutzte bereits nach acht Sekunden Nico Dünner zum 4:2-Endstand.

EHC Olten – SC Langnau Tigers 3:5 (1:1, 1:2, 1:2)

Ein beherzter Auftritt des Zweitligisten, der vor 4.129 Zuschauern den Favoriten länger in Atem hielt als sich dieser sich das vor Spielbeginn wohl gewünscht hatte. Die Tore der stark auftretenden Oltener erzielten Keijo Weibel (5.), Garry Nunn (33.) und Philipp Rytz (47.). Für die Tigers markierten Raphael Kuonen (16.), Ben Maxwell (36.), Harri Pesonen (39.,60.) und Tom Andersons (45.) die Tore.

EHC Visp – EV Zug 1:4 (0:2, 1:1, 0:1)

Eine klare Sache war die Begegnung zwischen dem Zweitligisten und dem Meisterschaftsfavoriten der NL. Ohne große Probleme gewann der EVZ mit 4:1 vor immerhin 2.253 Zuschauern. Die Tore erzielten für die Gäste Oscar Lindberg (4.), Raphael Diaz (17.,45.) und Santeri Alatalo (40.). Für die kampfstarken und mutigen Visper war Mark van Guilder (24.) erfolgreich.

Die ausgelosten Viertelfinalspiele finden am 25./26. November 2019 statt:

EHC Biel – SC Langnau Tigers
HC Davos – SC Bern
SC Rapperswil-Jona Lakers – EV Zug
HC Ajoie – Zürcher SC Lions

NL Hauptrunde

Freitag 06.12.2019
HC Fribourg-Gottéron Fribourg-Gottéron
- : -
HC Davos Davos
Genève-Servette HC Genf
- : -
EHC Biel Biel
Lausanne HC Lausanne
- : -
SC Bern Bern
SCL Tigers Langnau
- : -
HC Lugano Lugano
ZSC Lions Zürich
- : -
Rapperswil-Jona Lakers Rapperswil-Jona
Samstag 07.12.2019
SC Bern Bern
- : -
HC Fribourg-Gottéron Fribourg-Gottéron
HC Davos Davos
- : -
Lausanne HC Lausanne
Rapperswil-Jona Lakers Rapperswil-Jona
- : -
Genève-Servette HC Genf
HC Lugano Lugano
- : -
ZSC Lions Zürich
EV Zug Zug
- : -
SCL Tigers Langnau
Sonntag 08.12.2019
HC Ambrì-Piotta Ambrì
- : -
EV Zug Zug
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