Schweizer Ex-Nationaltrainer Simon Schenk nach OP verstorbenIm Alter von 73 Jahren

Simon Schenk starb im Alter von 73 Jahren.  (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Simon Schenk starb im Alter von 73 Jahren. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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Schenk, im Mai 1946 in Langnau geboren, bestritt in der Saison 1964/65 sein erstes Punktspiel für die Emmentaler, bei denen er erst zwei Jahre später den Durchbruch schaffte. Richtig in Fahrt kam der Flügelstürmer in den siebziger Jahren, gerade rechtzeitig um mit dem SCL in der Saison 1975/76 die konkurrierenden Bieler und Berner auf die Plätze zu verweisen und erstmalig und bis heute auch letztmalig die Schweizer Eishockeymeisterschaft einzuheimsen. 1980 wechselte Schenk zum EHC Wiki-Münsingen, später nach Thun um 1988 in Konolfingen die Spielerkarriere zu beenden.

1986 begann seine Trainerkarriere, die ihn bis zum Nationaltrainer der Schweizer „Nati“, wie die dortige Nationalmannschaft genannt wird, brachte. Und dort erlebte er eine einzigartige Berg- und Talfahrt, die nur die Nervenstärksten schaffen. Gleich in seinem ersten Jahr führte er sein Land in Eindhoven zurück in die WM A-Gruppe, 1988 gewann er überraschend bei den Olympischen Spielen gegen Finnland, dafür musste er 1990 erleben, wie die Schweiz eine A-WM ausrichtete, aber ohne den Gastgeber, der damals noch nicht automatisch einen festen Platz hatte. Allerdings gab es den erhofften Nachschlag in Form des Aufstiegs für 1991. Genießen konnte er die WM nicht mehr, denn 1990 war seine erste Nati-Karriere zu Ende. Er widmete sich daraufhin seinem SC Langnau, den er zwischen 1990 und 1995 zweimal aus der Drittklassigkeit in die zweite Liga führte. 1995 wurde Schenk noch einmal zum Nati-Trainer berufen, 1997 war dann endgültig Schluss und der auch in Deutschland gut bekannte Ralph Krueger beerbte den kantigen Emmentaler.

Wie Simon Schenk seinen Sport erlebte, zeigt eine Anekdote aus dem Jahr 1990. Der aktuelle IIHF-Präsident Rene Fasel, damals noch Eishockey-Chef in der Schweiz, wollte Schenk, weil die Mission Aufstieg zu scheitern drohte, entlassen. Also fuhr Fasel mit seinem damaligen Auto, einem Bentley, nach Frankreich, konnte erst in letzter Sekunde vom Technischen Direktor Peter Bossert gestoppt werden. Fasel gab Schenk eine letzte Chance. Dieser nutzte sie und die Schweiz stieg auf. Mit „Chäs u Brot“ (Käse und Brot) sagte Schenk anschließend und der Schweizer Tagesanzeiger schrieb prompt: „Ein Geschenk nach viel Ge(fasel).“

Rene Fasel: „Meine Gedanken sind bei seiner Frau und seiner Familie. Simon wird uns fehlen.“

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