Schweiz: Bern bleibt SpitzeSCB hat elf Punkte Vorsprung auf die Verfolger

In Bern hat man derzeit allen Grund zur Freude.  (picture alliance/KEYSTONE)In Bern hat man derzeit allen Grund zur Freude. (picture alliance/KEYSTONE)
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Dahinter folgen Fribourg, Zug und Davos. Biel kann sich im Augenblick als Wanderer zwischen den Welten sehen, hat sieben Punkte Rückstand auf Davos und vier Zähler Vorsprung auf Genf. Servette dagegen, im Augenblick noch auf dem letzten Play-Off-Platz, muss bei nur einem Punkt Vorsprung auf Platz elf verdammt aufpassen. Hinter Genf lauern Langnau, Lausanne und Ambri. Die rote Laterne besitzt aktuell – und daran wird sich bei elf Punkten Rückstand so schnell nichts ändern – der EHC Kloten.

Heimschwäche

Was am letzten Wochenende auffiel, war die frappierende Heimschwäche: In den letzten 22 Spielen blieben die Heimteams in ganzen drei Begegnungen Sieger, 19 Spiele gingen an die Auswärtsteams. Auch die Höhe der Ergebnisse überraschte: Mehrere 4:1 gab es, ein 4:0 und gleich zweimal ein 7:2. In den 22 Begegnungen davor hatten die Heimteams mit 13 Siegen noch die Oberhand gehabt. Jetzt lautet die Frage für das kommende Wochenende: Geht es so weiter oder war das nur ein Zufall?

Wochenendsieger: SC Bern (16:10 Tore, sechs Punkte).

Alle Mannschaften mussten mindestens drei, Genf sogar vier Spiele absolvieren. Doch kein Team kam mit der maximalen Punktzahl aus dem Wochenende. Auch Meister Bern war davor nicht gefeit, obwohl die Berner einem meisterhaften 7:2 in Fribourg losgelegt hatten. Es folgte, nach anfänglichen Schwierigkeiten, ein 6:3 gegen Lausanne und dann war am Dienstag Abend Langnau zu Gast. Ein Traumstart mit einem Doppelschlag von Moser und Bodenmann bescherte dem SCB ein schnelles 2:0. Und als Arcobello in der 29. Minute auf 3:0 erhöhte, war das Spiel für die Berner Fans unter den 16.000 Zuschauern gelaufen. Nicht jedoch für die Tigers, die bereits nach dem katastrophalen ersten Drittel die Taktik umgestellt hatten, defensiver agierten und nur noch schnelle Konter spielten. Dostoinov (31.) und Koistinen (33.) trafen noch vor der zweiten Pause zum Anschluss. In einem ausgeglichenen dritten Drittel hatte, was die Effizienz betrifft, deutlich Langnau das Sagen. Albrecht (48.) und Neukom (49.) mit einem Doppelschlag innerhalb von dreißig Sekunden und noch einmal Koistinen mit einem Empty-Netter brachten dem SCB die erste Heimniederlage der Saison bei.

Wochenendzweiter: Züricher SC Lions (10:7 Tore, sechs Punkte)

Ganz anders als bei Bern verlief die Woche für den ZSC. Die auswärtsstarken Langnauer zeigten auch den Lions, wo der Bartel den Most holt, und gewannen trotz optischer Überlegenheit des ZSC vor 8.200 Zuschauern im Zürcher Hallenstadion mit 3:2. Es folgte ein mühevolles 3:2 gegen Servette Genf nach Verlängerung und auch gegen Zug ging es in die Overtime, dort fiel jedoch kein Tor. Im Penaltyschießen hatten die Lions jedoch kein Glück und unterlagen mit 3:4.

Wochenenddritter: HC Lugano (11:10 Tore, sechs Punkte).

Auch der Tabellenzweite konnte sich in diesem Wettbewerb ganz oben platzieren, musste aber ebenfalls der grassierenden Heimschwäche Tribut zollen. Dabei war der Start passabel. Im ewig jungen Tessiner Derby in Ambri zeigten sich die Bianconeri cool, ließen die Gastgeber stürmen und schossen selbst die Tore. Held dabei war Keeper Merzlikins, der 38 von 39 Chancen vereitelte. Conz auf der Gegenseite sah bei den Gegentoren von Lajunen, Conti und Walker nicht immer glücklich aus. Tor Nummer Vier war schließlich noch ein Empty-Netter durch Walker. Das einzige Tor des HCA schoss im Powerplay Zwerger. Zuvor hatte es für Lugano ein peinliches 2:5 gegen Zug gegeben, das sich mittlerweile wieder im Aufwind befindet. Spiel Drei konnte dann wieder, natürlich auswärts, gewonnen werden. In Davos gab es ein glückliches 5:4, wobei es bereits nach zwanzig Minuten 3:3 stand. Die Waage neigte sich zugunsten des HCL in den ersten Minuten des dritten Drittels. Nach einem harmlosen Getümmel vor dem Kasten von HCD-Keeper Senn flippte dieser aus und schlug auf den vor ihm liegenden Davoser Kanadier Laperriere ein. Dieser Ausflug in die Boxszene brachte Senn einen „Fünfer“ plus Spieldauer-Disziplinarstrafe ein. Keine schöne Szene – und es wurde noch ärger: Gerade mal zehn Sekunden nach dem Senn-Ausschluss checkt der Davoser Ambühl seinen Zweikampfgegner Sanguinetti in die Bande. Dieser fällt unglücklich, muss medizinisch versorgt werden und auch für Ambühl wurde der Arbeitstag durch einen Ausschluss beendet. Das ließen sich natürlich Fazzini und Lajunen nicht entgehen und erzielten zwei Tore in Überzahl für Lugano. Zwar konnten die Gastgeber durch Rödin, auch im Powerplay, noch aufholen, zum Remis reichte es für Davos aber nicht mehr.

Biel feuert Trainer McNamara

Ende November war es dann soweit. Die gut in die Saison gestarteten Bieler hatten sich eine Niederlagenserie geleistet. Von Platz Zwei ging es in die Niederungen der Tabelle: Die Play-Downs drohten – und das Bieler Management reagierte. Dabei hatte das Team in der kurzen Zeit, in der McNamara in Biel am Ruder war, Erstaunliches geleistet. Nachdem der jetzige Klotener Trainer Schläpfer gehen musste, wurde McNamara vom Trainer der Elite-Novizen, wie die Junioren in der Schweiz genannt werden, zum Cheftrainer befördert. Der 68jährige, der seit dreißig Jahren in der Schweiz wirkt, brachte Biel in der letzten Saison in die Play-Offs, wirkte aber bei der Niederlagenserie im Oktober und November fast schon hilflos.

Nachfolger von McNamara wurde Martin Steinegger. Der gebürtige Bieler und Nationalspieler wurde in Biel groß, blieb bis 1995 im Verein, ehe er dem Ruf des SC Bern folgte. In der Hauptstadt war er bis 2008 tätig, holte mit dem SCB 1996 und 2004 den Titel. Von 2009 bis 2012 spielte er dann wieder für Biel und beendete dort seine einzigartige Spielerkarriere, wechselte ins Management, wo er den Posten eines Sportmanagers bekleidete. Seit wenigen Tagen ist Steinegger nun erstmals Head-Coach eines NL-Vereines.

Denis Hollenstein wechselt zum ZSC

Einer der bekanntesten Stürmer der Schweiz, der 28jährige Denis Hollenstein, Mitglied einer Schweizer Hockey-Dynastie, wechselt zur kommenden Saison vom EHC Kloten ausgerechnet zum Lokalrivalen ZSC. Kein Wunder, dass seitdem die Sympathien in Kloten gewechselt haben. Hollenstein hat über 100 Länderspiele für die Schweiz absolviert und nahezu 400 NL-Spiele.

 

 

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