SC Bern weiterhin souverän in der NLBlick in die Schweiz

Der SC Bern mit Trainer Kari Jalonen steht an der Spitze der NL. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Der SC Bern mit Trainer Kari Jalonen steht an der Spitze der NL. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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Drei Spieltage warten dann noch auf die Spieler und ab dem 6. März werden die Play-offs eingeläutet. Wer hat die besten Chancen, wer ist noch mittendrin, wer muss um einen Play-Off-Platz bangen und wer kann sich schon auf die nervenaufreibenden Play-downs freuen?

Am besten steht, wen verwundert es, der SC Bern da. Neun Punkte Vorsprung auf den Zweiten Zug, das bedeutet, dass die Hauptstädter aus den letzten fünf Spielen noch sechs Punkte benötigen. Sie werden es schaffen, dagegen sollte niemand wetten. Ebenso wenig sollte man gegen den EV Zug wetten. Die Innerschweizer haben von den letzten zehn Spielen acht gewonnen, sollten bei vier Punkten Vorsprung Platz zwei verteidigen können. Nur einen Sieg weniger als die Zuger können die Bianconeri vom HC Lugano vorweisen. Sieben Siege sind eine starke Zahl und Beweis, dass die Tessiner das Zeug zum Meister haben. Nur sechs Siege aus den letzten zehn Spielen kann der Vierte vom EHC Biel vorweisen, wobei es am letzten Wochenende gleich zwei Niederlagen gab. Immerhin liegen sie nur zwei Punkte hinter Lugano aber vier vor Davos. Die Niederlage in Ambri-Piotta wird den Bielern klar gemacht haben, dass sie an schlechten Tagen von jedem geschlagen werden können. Vielleicht kam diese Miniserie ja rechtzeitig. Der Fünfte HC Davos befindet sich augenblicklich zwischen den Welten. Vier hinter Biel, vier vor Zürich. Da die Lions im Augenblick recht zahnlos wirken, scheint Platz Fünf am Ende für die Graubündner rauszukommen. Ganz sicher kann man aber bei den Blau-Gelben nicht sein, zu schwankend ihre Leistungen. Bei den ZSC Lions wechselt die Tagesform stärker als der Bitcoin an der Börse. Drei Siege in zehn Spielen bringen auch den stärksten Fan in eine Sinnkrise. Kann Trainer Hans Kossmann seine Mannen in die Play-Offs bringen? Acht Punkte Vorsprung gegen den SC Langnau, die man gerade erst mühevoll 1:0 besiegen konnte, sollten reichen. Direkt hinter den Lions, einen Punkt zurück, befindet sich der HC Fribourg-Gottéron. Sieben Siege zuletzt brachten die Üechtländer wieder in Schlagdistanz zu Zürich und Davos. Auch Fribourg kann dem Minimalziel Play-offs beruhigt entgegenblicken. Etwas anders die Situation in bei Servette Genf. Bei Servette kracht es hinter den Vereinsmauern gewaltig und es ist schon ein kleines Wunder, wie die Servette-Spieler mit der schwierigen Situation umgehen. Trotzdem: Zuletzt hat es gehakt. Drei Siege waren zu wenig und augenblicklich stehen ganze drei Punkte zwischen ihnen und dem Neunten vom SC Langnau. Die Tigers wiederum haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben und werden verstärkt angreifen und auch der der Tabellenzehnte aus Lausanne, mittlerweile sechs Punkte hinter Genf hat seine Hoffnung noch nicht aufgegeben. Ein Achtungszeichen gab am Wochenende der HC Ambri-Piotta ab. Zwei Siege in drei Spielen zeigen, dass die Tessiner fit für die Play-downs sind. Der Tabellenletzte aus Kloten zeigte sich auch auf der Höhe, auch wenn es in drei Spielen zwei Niederlagen setzte. Sechs Punkte Rückstand auf Ambri-Piotta sind aber schon eine Marke und werden kaum aufzuholen sein. Entscheidend wird das Match am 28. Februar sein, wenn Ambri-Piotta Kloten empfängt.

Wochenendsieger  EV Zug  (10:5 Tore, sechs Punkte)

Der Nachfolger des EV Zug… ist der EV Zug. Diese Leistung verdeutlicht am besten, wie gut der EVZ gerade drauf ist. Die Play-Offs längst erreicht wird es das Bestreben von Trainer Harold Kreis sein, dem vermutlichen Vorrundensieger SC Bern in den Play-offs erfolgreich die Stirn zu bieten. Am Wochenende gab es ein mühevolles 3:2 in Kloten und ein sicheres 3:0 gegen Genf.

Wochenendzweiter: HC Fribourg Gotteron (8:5 Tore, sechs Punkte)

Der HC Fribourg brauchte für seine sechs Punkte im Gegensatz zu Zug drei Spiele. Dem 1:2 beim starken SC Langnau folgte ein wichtiges 3:2 gegen Lugano und ein deutliches 4:1 gegen Lausanne.

Wochenenddritter: HC Davos (8:7 Tore, sechs Punkte)

Auch der HC Davos brauchte drei Spiele. Immerhin konnten mit Lausanne, auswärts mit 5:4, und mit den ZSC Lions (2:1) zwei direkte Konkurrenten mit Niederlagen heimgeschickt werden. Lediglich gegen Lugano gab es ein etwas unglückliches 1:2.

Wochenendmitte

Der Vierte, der SC Bern, nimmt sich im augenblicklich eine kleine Auszeit. Die Spiele werden nur bei absoluter Konzentration gewonnen, zwischendurch gibt es immer auch mal eine Niederlage zu vermelden. Am Ende dieses Wochenendes standen bei sechs Punkten 8:8 Tore zu buche. Eigentlich verkaufte sich der HC Lugano mit seinem fünften Platz unter Wert. Zu Beginn gab es ein sensationell klares 4:0 gegen Titelverteidiger Bern. Dann unterlag man in einem hochklassigen Duell Fribourg mit 2:3 und gewann in Davos 2:1 nach Verlängerung. Am Platz sechs ging überraschend am Ambri-Piotta. In Bern unterlagen die Tessiner nach 0:5 Rückstand am Ende nur knapp mit 4:6, besiegten Biel ebenso überraschend mit 3:2 nach Verlängerung und dann Genf sogar hoch mit 5:2. Die Tessiner sind absolut bereit für die Play-downs. Auf Platz sieben landeten gleich zwei Mannschaften: Die ZSC Lions und die Langnau Tigers, beide 2:2 Tore, drei Punkte. Platz neun holte Servette Genf, dass gegen Lausanne beim 4:3 punktete, dann aber in Zug (0:3) und Ambri-Piotta (2:5) chancenlos war. Als Zehnter kam schließlich Kloten durch das Ziel. Knappe Heimniederlagen gegen Zug (2:3) und Bern (0:2), dafür ein tolles 3:2 in Biel.

Wochenendende

Die orangene Laterne wanderte von Ambri nach Biel. Der Überflieger der letzten Wochen strauchelte leicht, nahm vielleicht seine Aufgaben nicht so ernst. Das 2:3 in Ambri hätte vermieden werden können und gegen Kloten zuhause ein 2:3, das war schon peinlich. Vor einer Woche funktionierte mal die Lausanner Abwehr, schon war es Platz drei. Diese Woche klappte es nicht und es gab einen Absturz. Das 3:4 in Genf war ärgerlich, zuhause ein 4:5 gegen Davos und dann noch ein 1:4 in Fribourg. Wenn die Play-downs vermieden werden wollen, muss die Defensive schnellstens in Form kommen.

Schlagzeilen

Hugh Quennec gibt Anteile an Servette Genf ab

Nach zwölf Jahren Engagement im Genfer Sport, er war Besitzer vom Fußballverein Servette Genf und danach Präsident der Eishockeyabteilung von Servette, hat der Kanadier Hugh Quennec seine Anteile an eine Schweizer Stiftung abgegeben. Interessant ist, dass, so wird aus Genf kolportiert, dass Quennec für die Anteile weniger Geld erhalten hat als er von Chris McSorley bekommen hätte. McSorley, der vor Quennec eine Art geschäftsführender Inhaber mit Spielerpass gewesen war, hatte sich aber mit Quennec überworfen und war im letzten Sommer zurückgestuft worden. Jetzt wollte McSorley, der von einer Investorengruuppe unterstützt wurde, wieder an die Macht.  Interessant auch, dass die übernehmende  Stiftung, es handelt sich um die Hans-Wilsdorf-Fundation handelt, die das Erbe des gleichnamigen Rolex-Gründers verwaltet. Installiert als geschäftsführender Präsident ist der Genfer Anwalt und Universitätsprofessor Francois Bellanger. Der Verwaltungsrat besteht weiterhin aus dem Vize-Präsidenten Mike Gillis, Franz Szolansky und Peter Gall. Gillis war früher übrigens Manager des NHL-Vereins Vancouver Canucks, wollte zuerst 50 Prozent der Anteile von Quennec erwerben. Ob er im Verwaltungsrat bleibt, ist zurzeit jedoch offen.

Resega wird zur Corner Arena

Ab der Saison 2018/19 wird der HC Lugano seine Heimspiele nicht mehr in der Resega abhalten sondern in der Corner-Arena. Der HCL hat einen dementsprechenden Vertrag über zehn Jahre mit der Corner Bank Gruppe unterschrieben und ist damit der erste Partner des HCL als Arenapartner. Für HCL-Präsidentin Vicky Mantegazza ein historischer Schritt: „Dies ist für uns historisch. Die Corner Bank hat seit Jahrzehnten eine starke Verbindung zur lokalen Wirtschaft sondern ist eine Bank, die international tätig ist.“

Cervenka erzielt Eigentor des Jahres

Tatort die Fribourger Arena. Der HC Fribourg spielt gegen Lugano. Im zweiten Drittel bekommt Fribourg ein doppeltes Powerplay angezeigt und Torwart Barry Brust (früher Straubing Tigers) fährt nach Anweisung von Coach Mark French vom  Eis für ein Powerplay. Der Tscheche Cervenka  will einen Rückpass an die blaue Linie machen und zielt genau in die Mitte zwischen Birner und Glauser und der Rückpass von Cervenka verfehlt den eigenen Mann und geht ins eigene Tor.

Patrick von Gunten muss Karriere beenden

Das Schicksal meint es derzeit wirklich nur gut mit dem EHC Kloten. Die „Flieger“, wie sich auch weiterhin von den Schweizer Gazetten genannt werden, mussten nun einen Schlag ins Kontor hinnehmen, als ihnen Patrick von Gunten offenbarte, sofort mit dem Eishockey als Leistungssport aufhören zu müssen. Der Grund ist die massive körperliche Belastung, so dass von Gunten permanente Hüft- und Rückbeschwerden hatte. Außerdem war sein kompletter Bewegungsapparat stark eingeschränkt. Nach medizinischen Untersuchungen fasste er nun den Entschluss, diesen Problemen mit einem Rücktritt entgegen zu treten. Das ist daher schlimm für den Verein, weil er nicht nur einen untadeligen Sportmann verliert sondern auch einen der besten Schweizer Verteidiger. Der 94-fache Nationalspieler bestritt 548 Spiele für Kloten, weitere 57 für Frölunda Göteborg, 211 in der Swiss League (NLB) sowie sechs bei olympischen Spielen.

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Ziel: Sechs statt vier
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