SC Bern (fast) Vorrundensieger in der NLDie Zusammenfassung aus der Schweiz

Der SC Bern ist auf Kurs.  (picture alliance/KEYSTONE)Der SC Bern ist auf Kurs. (picture alliance/KEYSTONE)
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Der Titelverteidiger ist auf dem Weg zur erneuten Meisterschaft  einem guten Schritt nähergekommen. Am besten lässt sich ein derartiges Projekt vom ersten Platz starten, beginnt man doch dann jede Runde mit einem Heimspiel und beendet diese mit dem gleichen Vorteil. Der SC Bern braucht, um den ersten Platz endgültig festzumachen, theoretisch noch einen Punkt aus drei Spielen, hat aber gegenüber Verfolger EV Zug auch das bessere Torverhältnis, so dass schon ein Wunder passieren muss um noch auf Platz zwei abzurutschen.

Die einzige Frage, die sich nun für die Berner stellt lautet nun: Gegen wen geht es? Da sich der HC Fribourg gegenüber Servette Genf einen Vorsprung von sechs Punkten erarbeitet hat, sieht es ganz nach einer Runde mit Genf oder den direkt dahinter folgenden Langnau Tigers aus.

Wenn man sich die letzten Ergebnisse ansieht, dann sieht es fast so aus, als ob Genf für Bern die leichtere Variante wäre. Den Langnau Tigers sind auch Siege gegen Bern zuzutrauen, aber ob man davon in maximal sieben Spielen gleich vier hinbekommt, ist wiederum fraglich.

Der Tabellenzweite, der EV Zug braucht hingegen zur Festzementierung seiner Position noch sechs Punkte aus drei Spielen. Ein machbares, aber nicht leichtes Unterfangen, denn es stehen noch zwei Spiele in Ambri und Lausanne sowie ein Heimspiel gegen Ambri aus. Praktisch direkt in den Play-Off-Modus muss nach der Olympiapause der EHC Biel schalten. Mit 82 Punkten braucht man noch sieben Punkte aus drei Spielen für die Festsetzung von Rang drei. Das wird nicht leicht, muss man doch in Fribourg antreten sowie zweimal gegen die ZSC Lions. Auf Platz vier logiert der HC Lugano. Die Tessiner, die an guten Tagen jedes Team problemlos schlagen können, liegen drei Punkte hinter Biel und vier vor Zürich. Das bedeutet, dass bei einem optimalen Verlauf Platz drei noch winken könnte, aber beim Gegenteil sogar noch Zürich vorbeisprintet und dann im direkten Play-Off-Duell sogar noch Heimrecht hat. Damit das nicht passiert, müssen die Bianconeri das Heimspiel gegen die ZSC Lions gewinnen und dann sich zweimal gegen Davos messen.

Die Zürcher (75) würde ja gerne an Lugano vorbeiziehen, haben aber mit Davos (73) und Fribourg (72) noch starke Konkurrenzen im Nacken. Dazu kommen noch drei Spielpaarungen, die es in sich haben und die keineswegs Erfolge garantieren. Die Lions müssen ausgerechnet zum direkten Rivalen Lugano und sich dann zweimal mit Biel duellieren. Da ist alles möglich. Der HC Davos hat es selbst in der Hand, evtl. noch Rang fünf einzunehmen. Dazu müssen jedoch meisterhafte Leistungen geboten werden, denn Vorrundenmeister Bern ist auswärts nur schwer beizukommen und dann folgt in zwei Duellen der HC Lugano. Noch hat der HC Fribourg-Gotteron seine Hoffnung nicht aufgegeben, an Davos und den ZSC Lions vorbeiziehen zu können. Einer bzw. drei Punkte Rückstand sind in drei Spielen aufholbar, zumal noch zwei Heimspiele warten. Einmal kommt Biel, dann treffen sich die Gotterons zweimal mit Biel. Im Kampf um den letzten Platz oberhalb des Striches wird nach Olympia Servette Genf an den Rand seines Leistungsvermögens gehen müssen. Zwei Punkte Vorsprung vor Langnau und dann muss man zum direkten Konkurrenten Langnau und danach trifft man zweimal auf Titelverteidiger Bern. Da hat es Verfolger SC Langnau Tigers etwas besser. Erst das eben besagte Heimspiel gegen Servette und dann zwei Treffen mit Kloten. Dass der Tabellenletzte nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte, bewies deren 7:2 Erfolg Anfang Februar in Lugano. Fünf Punkte Rückstand auf Langnau und gleich sieben auf Genf.

Der HC Lausanne sollte sich auf die Play-Downs einstellen und da kommt, vor der Doppelrunde mit Fribourg, der EV Zug. Wo für Lausanne noch ein Fragezeichen steht, das ist für den HC Ambri-Piotta seit Wochen fest: Die Play-downs. Auch wenn der Formtrend nach oben zeigt, das Wochenende nach Olympia sollte zum Einspielen genutzt werden. Ambri trifft noch auf Kloten und dann, als Härtetest, zweimal auf Zug. Am Tabellenende liegt der EHC Kloten. Die „Flieger“ möchten den Absturz in die Zweite Liga vermeiden und bekommen zum Abschluss richtiges Eingewöhnungsfutter vorgesetzt. Erst geht es ins 150 Km entfernte Ambri-Piotta und dann spielen die Klotener gegen die noch voll im Qualifikationsmodus aktiven Langnauer. Da ist Spannung garantiert.

Wochenendsieger: Zürcher SC Lions (12:5 Tore, sechs Punkte)

Eine kleine Überraschung war es schon, obwohl die spielerischen Möglichkeiten länger vorhanden sind. Zum ersten Mal seit Mitte Oktober gewannen die ZSC Lions wieder die Wochenendwertung. Das war im ersten Spiel der Defensive beim 4:1 in Genf geschuldet, dann beim 8:4 gegen Lausanne der Offensive.

Wochenendzweiter: EHC Biel  (5:2 Tore, fünf Punkte)

Nach Platz 11 in der Vorwoche funktionierte die Defensive am letzten Wochenende mal wieder und schon landeten die Bieler auf Platz zwei. Einem 2:1 nach Verlängerung in Lausanne folgte ein starkes 3:1 gegen Lugano.

Wochenenddritter: HC Ambri-Piotta  (7:5 Tore, fünf Punkte)

Auch wenn Ambri in letzter Zeit einen Formanstieg zu verzeichnen hatte, Platz drei hatte niemand erwartet. Besonders das 3:2 in Davos überraschte und auch der HC Fribourg Gotteron konnte mit 4:3 nach Verlängerung bezwungen werden.

Wochenendmitte:

Ebenfalls ein Ausrufezeichen mit Platz vier sendete der EHC Kloten. Einem 3:4 nach Verlängerung gegen Genf folgte ein unglaubliches 7:2 in Lugano. Danach folgen der HC Fribourg Gotteron (4), SC Bern (3), SC Langnau (3), EV Zug (3), Servette Genf (2) und der HC Lausanne (1).

Wochenendende:

Die orangene Laterne holte sich der HC Davos, der von einer gebrauchten Woche sprechen konnte. Erst ein 1:2 in Langnau, dann ein 2:3 gegen Ambri und am Ende sogar noch ein 2:7 im Pokalfinale in Rapperswil. Die Davoser gegen auf dem Zahnfleisch und sehnen sich nach der Olympiapause. Die rote Laterne kassierte Lugano. Durfte das 1:3 von Biel noch akzeptiert werden, so war das 2:7 in der Resega gegen Kloten ein Komplettversagen. Auch die Bianconeri brauchen dringend eine Pause.

Freibier

Wer war am durstigsten am Wochenende? Na klar, die siegeshungrigen Fans des frisch gebackenen Pokalsiegers SC Rapperswil-Jona Lakers. Zur Feier auf der Schlosstreppe des Schloss Rapperswil kamen 1000 Fans und sie bekamen, als Geschenk der Stadt, für dreißig Minuten Freibier ausgeschenkt.

WM-Vorbereitungsspiele

Die Herren-A-Nationalmannschaft der Schweiz trägt die WM-Vorbereitungsspiele im Rahmen der European Hockey Challenge im April in La-Chaux-de-Fonds, Lausanne, Langenthal und Biasca aus. Im zweiten Teil der Vorbereitung trifft die Nati in zwei Spielen auf Norwegen und Weißrussland.

Daten: 13.04. um 20.15 Uhr in La-Chaux-de-Fonds gegen Weißrussland,

am 15.04. um 12.15 Uhr in Lausanne gegen Weißrussland,

am 20.04. um 20:15 Uhr in Langenthal gegen Norwegen

am 21.04. um 16:15 Uhr in Biasca gegen Norwegen

Die erste Woche vor der WM-Vorbereitung verbringt die Schweizer Nationalmannschaft in Tschechien, die letzte Woche in Lettland.

Neuer Assistenztrainer beim SC Bern

Der Nachfolger des Co-Coaches des SC Bern steht fest. Mikko Haapakoski, 51jähriger Finne, kommt als bisheriger Assistenztrainer des finnischen Erstligisten KooKoo. Er übernimmt das verwaiste Amt von Ville Peltonen, der im kommenden Sommer als Headcoach nach Lausanne geht. Haapakoski kennt aus früheren Zeiten noch den SC Bern, spielte er doch von 1993 bis 1996 bei seinem neuen Klub. Außerdem hat der SC Bern den Vertrag mit Konditionstrainer Roland Fuchs um zwei weitere Jahre verlängert. Fuchs steht seit der Saison 2012/13 beim SCB unter Vertrag.

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