SC Bern baut Vorsprung in der National League ausMittlerweile 18 Punkte Vorsprung

Für den SC Bern um Torhüter Leonardo Genoni läuft es hervorragend. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Für den SC Bern um Torhüter Leonardo Genoni läuft es hervorragend. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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Einigermaßen im Griff hatten sich zuletzt Zug und Davos, die von ihren letzten sechs Spielen nur je zwei verloren haben. Einen echten Sprung nach vorne und ganze heiße Favoriten auf einen Play-off-Platz sind auch Biel und Genf, die zuletzt eine kleine Siegesserie hinlegten, während sich Fribourg eine Ruhephase gönnte. Zürich lebt im Augenblick auch noch vom Durchgebrachten, könnte aber noch bei der aktuellen Form in echte Schwierigkeiten kommen. Langnau startete stark in den Dezember, um dann einzubrechen. Sehr ähnlich Lausanne – und Ambri braucht sich langsam keine Gedanken mehr um einen Play-off-Platz zu machen, auch wenn das 5:4 in Fribourg überraschte. Das Gleiche gilt für Kloten, das einen Rhythmus gefunden hat: Zwei Niederlagen folgt ein Sieg. Bei der Schwäche Ambris ist da sogar noch der vorletzte Platz drin.

Die Analyse der letzten fünf Spieltage in der NL:

Bester in der Zehntage-Wertung: SC Bern (16:6 Tore, 14 Punkte)

14 von 15 Punkten, was will man mehr. Wenn die Abwehr hält, braucht der Sturm keine Glanztage. Das galt besonders beim 2:1 gegen den direkten Verfolger Lugano im dritten Drittel, als die Bianconeri brutalen Druck aufbauten und Berns Torhüter Genoni mehrfach in höchster Not retten musste. Den einzigen Punktverlust gab es am 16. Dezember beim 4:3 nach Verlängerung in Ambri, wobei die Tessiner dem Spielverlauf nach den zweiten Punkt verdient gehabt hätten. Gegen Kloten (4:2), Zug (5:2) und Fribourg (3:0) funktionierte die Defensive wieder.

Zweitbester Zehntagewert: Servette Genf (21:13 Tore, 13 Punkte)

Das kommt davon, wenn man mal nicht so viel Wert auf die Defensive legt. In den letzten Wochenendanalysen ist ein deutlicher Aufstieg von Genf zu vermelden. Nacheinander die Plätze: 9, 4, 1 und 2. Das zeugt von Kontinuität. Dabei begann die Fünf-Spiele-Runde mit einem ärgerlichen 3:4 nach Verlängerung gegen Zug. Es folgten vier Siege in Folge (5:3 in Lausanne, 4:1 gegen Kloten, ein 4:2 gegen Ambri und ein 4:3 in Zürich).

Drittbester Zehntagewert: EHC Biel (15:8 Tore, 10 Punkte)

Biel ist zurzeit einer der heißesten NL-Werte. Wäre Biel eine Aktie, jede Bank würde sie auf „Kaufen“ setzen, denn obwohl es ein ärgerliches 2:3 nach Verlängerung in Kloten gab, kamen sie in der Kurzzeitanalyse auf Platz drei. Das Warum ist schnell erklärt. Dem Spiel in Kloten folgten zwei erstaunlich klare Erfolge. Erst wurde Ambri mit 5:1 in die Schranken verwiesen, dann dem zu diesem Zeitpunkt formstarken Langnau mit 4:1 in deren Halle die Tigerkrallen gestutzt und zuletzt, als Krönung dem Geheimfavoriten Lugano in dessen Halle mit 4:3 die Punkte genommen.

Zehntage-Mittelfeld:

Ebenfalls nach der längeren Schwächeperiode im November wieder in Form gekommen ist der EV Zug. Die Innerschweizer trafen 18 Mal, kassierten aber auch 15 Gegentore (3,0/Spiel), was für ein Spitzenteam ein zu hoher Wert ist. Davos holte Platz fünf und Schlusslicht EHC Kloten gar Rang sechs, wobei mit Biel (3:2) und Lugano (5:1) zwei deutlich besser positionierte Teams dran glauben mussten. Nur auf Rang sieben landete Langnau, das nach starkem Beginn überraschend abbaute. Besonders das 1:4 gegen Biel schien ihnen auf den Magen geschlagen zu sein. Immer noch nicht im Lot ist der ZSC, der nur auf acht ins Ziel kam. Neunter wurde Lausanne, Zehnter Ambri, das nach einer Niederlagenserie ausgerechnet in Fribourg 5:4 gewann, um dann zu Hause gegen Davos mit 0:3 einzugehen.

Zehntage-Schlusslichter

Völlig von der Rolle im Augenblick der HC Lugano, dem die Pause des Spengler-Cups wohl gelegen gekommen ist. Vier von fünf Spielen gingen verloren, Höhepunkt war dabei das 1:5 in Kloten. Unglaublich, aber wahr: Ausgerechnet der höchste Sieg der letzten fünf Spieltage geht auf das Konto von Lugano, als sie den HC Fribourg mit 8:2 aus der Resega jagten und eben dieser HCF landete auf dem letzten Platz, ebenfalls mit drei Punkten und katastrophalen 12:20 Toren.

Hans Kossmann neuer Trainer der ZSC Lions

Eineinhalb Jahre war der 51-jährige Schwede Hans Wallson Trainer der Zürcher SC Lions. Das Ziel der Meisterschaft wurde verpasst, der SC Bern schnappte dem ZSC die Trophäe weg und auch der Start in die diesjährige Meisterschaft verlief mehr holprig als flüssig. Dazu kam, dass der große Rivale aus Bern nicht nur dem ZSC, sondern der gesamten NL weglief, aktuell 18 Punkte Vorsprung hat. In dieser Zeit konnte der ZSC seinen Job als Verfolger nicht nachweisen, kassierte in den letzten zehn Spielen gleich sieben Niederlagen. Jetzt reichte es den Verantwortlichen und sie installierten, noch nicht bestätigt, Hans Kossmann als Nachfolger von Wallson. Kossmann wurde im Januar 2017 vom NL-Verein HC Ambri-Piotta entlassen, war seitdem ohne Job. Sein Vertrag wird jedoch maximal bis Saisonende gehen, da bereits der Nachfolger feststeht. Es wird der Kanadier Serge Aubin, der im Augenblick noch den EBEL-Klub Vienna Capitals betreut.

Matthias Seger beendet endgültig seine Karriere

Der 40-jährige Alt-Internationale Matthias Seger beendet nunmehr endgültig seine Karriere. Viele Experten hatten dies schon vor der letzten Saison geglaubt, aber für die ZSC Lions war Seger ein wichtiger Faktor auf dem Eis und vor allem in der Kabine. Der Verteidiger, der bis jetzt 1140 Spiele in der NL(A) absolviert hat, musste zuletzt um einen Platz in den Verteidigungslinien kämpfen, aber für die Verantwortlichen um den sportlichen Manager Sven Leuenberger zählt vor allem Sozialkompetenz und mit dieser kann Seger zweifellos punkten.

Seger, im Dezember 1977 in Ermatingen geboren, begann seine Karriere beim damaligen Drittligisten EHC Uzwil, bei dem er zwei Jahre verbrachte. Dann wechselte Seger zum SC Rapperswil-Jona, wo ihm 1996/97 in 48 Einsätzen immerhin der erste Assist gelang. Bereits 1999 fand er den Weg ins benachbarte Zürich, wo er bis heute unter Vertrag steht. Augenblicklich stehen in seiner Vita 1140 NL-Spiele (121 Tore plus 350 Assist bei nur 471 Strafminuten), dazu Einsätze in der Champions League und im Continental-Cup plus 202 Länderspiele, darunter 106 Teilnahmen bei WM-Spielen. Seger gewann unter anderemmehrfach die Schweizer Meisterschaft und räumte sämtliche Verteidiger-Auszeichnungen ab, die man erhalten kann.

Einer der Höhepunkte von Matthias Seger wird wohl der 29. September 2009 gewesen sein, als er mit dem Zürcher SC gegen die Chicago Blackhawks aus der NHL mit 2:1 (1:1, 1:0, 0:0) den Victoria-Cup gewann.


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