HC Ajoie schickt auch den Zürcher SC auf die MatteRapperswil-Jona Lakers glänzen erneut im Schweizer Pokal

Die Rapperswil-Jona Lakers fühlen sich im Pokalwettbewerb pudelwohl.  (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Die Rapperswil-Jona Lakers fühlen sich im Pokalwettbewerb pudelwohl. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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Wie ein Pokalkönig benehmen sich seit zwei Jahren die Rapperswil-Jona Lakers. Zweimal hintereinander im Finale, jetzt wollen sie nach dem klaren Sieg gegen Zug den Hattrick. Aber auch Biel hat Pläne. Das 4:3 ohne zahlreiche Leistungsträger zeigt deutlich, dass die Bieler gute Chancen haben den Pokal zu holen. Sofern sie auf dem Teppich bleiben. Ja, und der HC Davos besiegte den amtierenden Meister mit 4:3 und zeigte klar seine Ambitionen auf einen Cup-Erfolg.

HC Ajoie – Zürcher SC Lions 6:3 (1:0, 1:0, 4:3)

Die Überraschung des Tages. Der kleine Zweitligist, 1992 zuletzt in der National League vertreten und von 1997 bis 1999 sogar in der Drittklassigkeit verschwunden, putzte den großen, reichen Zürcher SC Lions von der Cupplatte und könnte, mit dem Können und Glück verbunden, einen ähnlichen Weg gehen wie die Lakers vor zwei Jahren, als diese als Zweitligist den Cup gewannen. Ganze 2002 Zuschauer wollen den HCA sehen und dieser spielt im ersten Drittel den ZSC mehrfach blind, geht nur mit 1:0 in Führung. Das Tor schoss einer der beiden Ajoie-Kanadier, in diesem Fall Philip-Michael Devos. Der Mann kann scoren wie eine Maschine, liegt im Augenblick nach 23 Begegnungen in der Swiss League bei 57 Punkten und das sollten die ZSC-Abwehrspieler gewusst haben. Im Tor des ZSC übrigens der Finne Joni Ortio, der den erkrankten Lukas Flüeler vertrat. Im zweiten Drittel werden die Zürcher etwas stärker, scheitern aber ausgerechnet an einem Ajoie-Keeper, der 2013 und 2014 in Zürich unter Vertrag stand. Als der ZSC jetzt zwei Spieler auf die Strafbank schicken muss, schlägt Ajoie wieder zu. Kevin Ryser (34.) erhöht auf 2:0. Das Stadion tobt endgültig, als im dritten Drittel nicht die vermuteten, größeren Kraftreserven des Erstligisten zum Tragen kommen sondern der Tabellenführer der Swiss League seinen klassenhöheren Konkurrenten förmlich demontiert. Devos trifft in der 43.  Minute auf 3:0 und als in der 48. Minute Mathias Joggi innerhalb von 30 Sekunden zweimal trifft und persönlich auf 5:0 erhöht, das trifft die Zürcher ins Mark. Sie fühlen sich an der Ehre gepackt und auf einmal sind auch sie erfolgreich. Garrett Roe (54.) und Chris Baltisberger (55.) verkürzen auf 2:5. ZSC-Trainer Rikard Grönborg versucht noch einmal alles, nimmt seinen Keeper Ortio schon 250 Sekunden vor Ende vom Eis und kassiert sofort das 2:6, in diesem Fall von Kevin Ryser. Das dritte Züricher Tor von Raphael Prassl (58.) war dann schließlich nur noch für die Statistik.

EHC Biel – SC Langnau Tigers 4:3 (1:1, 1:1, 2:1)

Dieses Viertelfinalspiel hatte es in sich. Zwei Teams beharkten sich, die seit einigen Jahren als mustergültig beim Aufbau einer erfolgreichen Eishockey-Organisation. Wie erfolgreich das sein kann, bewies Biel, das seine drei Wettbewerbe in dieser Saison sehr ernst nimmt. In der Meisterschaft stehen die Bieler aktuell auf Platz zwei, in der Champions Hockey League stehen sie im Viertelfinale und nun nach dem 4:3 gegen Langnau im Schweizer Cup-Halbfinale. Einen besonderen Augenmerk muss man bei dem Cup-Sieg auf die Mannschaftsaufstellung des EHC legen, mussten sie doch acht Leistungsträger ersetzen, so dass man sieben Spieler aufstellte, die noch keine oder auch gerade erst 21 Jahre jung sind. Zwei von ihnen waren dann doch stark genug, um mit ihrem jeweils ersten Tor im Profieishockey anzudeuten, dass mit ihnen zu rechnen ist: Gilian Kohler traf in der 25. Minute zum 2:1, Roman Karaffa in der 43. Minute zum 3:2. Die Führung des EHC Biel hatte der Finne Anssi Salmela bereits in der vierten Minute erzielt. Die kampfstarken rot-gelben Langnauer kamen dreimal zum Ausgleich durch Chris diDomenico (8.), Benjamin Neukom (36.) und Robbie Earl (46.). Dem 4:3 des Österreicher Peter Schneider (53.) hatte Langnau dann doch nichts entgegenzusetzen.

HC Davos – SC Bern 4:3 (0:0, 1:2, 2:1,1:0) n.V.

Eine Partie, wie geschaffen für den Cup. Auf der einen Seite der HC Davos, der nach einem echten Seuchenjahr auf einmal seine alten Stärken wieder erkennt und in der Liga trotz weniger Spiele auf einem Play-off-Platz sitzt und auf der anderen Seite der Titelverteidiger, der seit Wochen am Tabellenende herumkrebst und dem scheinbar kein Erfolg gelingen will. Nach dem Aus in der Champions Hockey League gab es jetzt auch das Aus im zweiten Cup-Wettbewerb. Allerdings muss man feststellen, dass die Berner durchaus eine gute Figur machten, aber an einem bärenstarken HCD scheiterten. Überragend bei Bern der Kanadier Mark Arcobello, dem in der 28., 39. und 58. Minute alle drei Tore gelangen, so dass es nach den Davoser Treffern von Luca Hischier (21.), Benjamin Baumgartner (47.) und Samuel Guerra (55.) in die Verlängerung ging. Hier lag das Glück des Tüchtigen schließlich beim HCD-Schweden Magnus Nygren, der einen Abpraller von Berns Keeper Pascal Caminada in der 63. Minute verwertete.

SC Rapperswil-Jona Lakers – EV Zug 4:0 (1:0, 2:0, 1:0)

Vor zwei Jahren holten die Lakers als Zweitligist völlig überraschend den Schweizer Pokal. Ein Jahr später standen sie, obwohl in der Meisterschaft monatelang die rote Laterne tragend, trotzdem im Finale, um schließlich am EV Zug zu scheitern. Und in dieser Saison sieht die Welt komplett anders aus am Südende des Zürich-Sees, dort, wo die Lakers beheimatet sind. In dieser Saison stehen sie zwar wieder unterhalb eines Play-Off-Platzes, sind aber im Kampf um einen der begehrten Plätze voll involviert und sie haben ihre Liebe zum Cup wieder deutlich gemacht. Der EVZ, einer der Geheimfavoriten, hatte jedenfalls keine Chance. Vor immerhin 4044 zahlenden Zuschauern und einem wieder genesenen Jeff Tomlinson an der Bande können die Zuger nur bis zur 16. Minute hoffen, dann nimmt das Unheil seinen Lauf. Juraj Simek bringt die Lakers mit 1:0 in Führung. Als der gleiche Akteur in der 31. Minute das 2:0 nach einem Fehlpass von Zugs Verteidiger Zgraggen macht, scheint dies eine Vorentscheidung. Die Zuger wollen den Anschluss, erhöhen den Druck und kassieren in der 39. Minute durch Andrew Rowe gar noch das 0:3. In der 42. Minute scheint die Chance für die Gäste da zu sein. Zwei Lakers-Spieler auf der Strafbank, aber den Zugern fällt in dieser Phase nichts ein und wenn ja, dann ist Lakers-Keeper Melvin Nyffeler zur Stelle. In der 56. Minute macht dann Zugs Verteidiger Raphael Diaz alle Planspiele seines Keeper zunichte, als er mit einem Eigentor, das schließlich Lakers-Stürmer Daniel Kristo zugesprochen wird, die Partie endgültig entscheidet.

Die Halbfinalpaarungen lauten:

HC Ajoie – EHC Biel

SC Rapperswil-Jona Lakers – HC Davos

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